Sinkender Ölpreis könnte Auswirkungen auf Bitcoin Mining haben

Öl Bitcoin Mining

Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

Kompakt:

  • Andreas Antonopoulus diskutierte die Auswirkungen des sinkenden Ölpreises auf das Bitcoin Mining.
  • Der Zugang zu günstiger Stromversorgung ist noch wichtiger geworden, weil ASIC-Miner verfügbarer sind.

Er gilt international als einer der renommiertesten Experten, wenn es um Bitcoin und Blockchain-Technologie geht. Andreas Antonopoulus diskutierte in seinem jüngsten YouTube-Beitrag, wie sich der sinkende Ölpreis in den USA auf das Bitcoin Mining auswirken könnte.

Im April war der Preis für Futures der amerikanische Sorte WTI auf ein historisches Tief gerutscht und notierte im negativen Bereich. Bei diesen WTI-Futures handelt es sich aber um Lieferverträge, die bei Fälligkeit in Öl ausgelöst werden. Da die Kapazitäten immer weiter stiegen und die börslichen Händler kein Öl geliefert bekommen wollten, stießen sie ab und schickten den Ölpreis auf eine Talfahrt, die ihren Tiefpunkt bei ungefähr -37,63 US-Dollar fand.

Durch die Corona-Krise steht der Ölpreis immer noch unter hohem Druck, gleichzeitig kann die Produktion aber nicht weiter heruntergefahren werden. Neben der Möglichkeit, einen weiteren Crash zu erleben sind die Ölpreise zurzeit generell sehr niedrig.

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Rechenleistung ist nicht problematisch

Antonopoulus kommt zu dem Schluss, dass die Verfügbarkeit von ASICs in den letzten Jahren gestiegen ist. Außerdem machen die Rechner keine großen Sprünge mehr, was ihre Effizienz betrifft. Je nach Modell kann man einen ASIC ein bis zwei Jahre nach Anschaffung in Betrieb lassen, bevor ein besseres Modell kommt.

Demnach spielt der Preis für die Stromkosten also die größere Rolle, wenn es um die Wirtschaftlichkeit einer Mining Farm geht. Hier könnte das günstige Öl in den USA eine Rolle spielen.

Im Bundesstaat Texas wurde einer der größten neuen Mining-Betriebe in den Vereinigten Staaten eröffnet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Zufall ist, es hatte wahrscheinlich viel damit zu tun, dass die USA 12.000 Barrel Öl pro Tag haben. Sie sind durch Fracking der größte Ölproduzent der Welt. Daher gibt es vielleicht wirklich gute Möglichkeiten für billigen Strom, der die Miner in den USA plötzlich viel, viel wettbewerbsfähiger und profitabler machen kann.

Andreas Antonopoulus, frei aus dem Englischen übersetzt.

Die Umwelt wird es freuen

Obgleich ein Wettbewerbsvorteil durch billiges Öl US-Minern ein großes Geschenk machen würde, eröffnet alleine der Vorschlag eine neue Kontroverse. Während die Mining-Industrie allgemein bemüht ist, das Narrativ vom grünen Strom zu verbreiten ist Öl als Energielieferant kein gutes Argument für das Mining.

Einzig die Tatsache, dass man das produzierte Öl einem Verwendungszweck zukommen lassen muss, könnte ein sinnvolles Argument liefern. Davon hat die Umwelt am Ende nur sehr wenig, denn die Belastung wäre im Vergleich zu anderen Energieträgern deutlich höher.