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Bitcoin im Visier der Behörden: Wasabi Wallet blockt US-Nutzer 

US-Flagge an einem Gebäude
Bildquelle: © Kathy - stock.adobe.com

 
Zksnacks, das Unternehmen, welches Wasabi Wallet entwickelt, blockt mit sofortiger Wirkung die USA. Über Geoblocking werden US-amerikanische IP-Adressen erfasst und daran gehindert die Software herunterzuladen. 

Demnach ist die Webseite, die API und das RPC-Interface für US-Nutzer nicht mehr verfügbar und Wasabi Wallet steht für die USA nicht länger zum Download bereit. Zudem untersagt das Unternehmen US-Bürgern die Nutzung von Wasabi und dem CoinJoin-Feature des Wallets. 

Ob diese Maßnahmen effektiv sind, ist jedoch fragwürdig. Schließlich lassen sie sich unter Nutzung von Tor oder einem VPN leicht umgehen. 

Zwar enthält die Mitteilung keine weitere Erläuterung zu den Hintergründen der Entscheidung, diese sind aber gar nicht weiter notwendig. Denn Wasabi Wallet bietet mit den CoinJoins eine Möglichkeit, die Transaktionen ähnlich wie mit einem Bitcoin Mixer zu verschleiern. Wegen einem ähnlichen Feature wurden die beiden Betreiber von Samourai Wallet verhaftet. Sie erwartet in den USA ein Strafverfahren u. a. wegen Geldwäsche. 


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Umstrittene Regelung zu Geldtransferdiensten

Jüngst hat auch der Lightning-Service Phoenix Wallet den US-Markt verlassen. Phoenix bietet nicht nur das Wallet an, sondern betreibt auch Infrastruktur für Lightning. 

Der Grund dafür ist eine umstrittene Regelung, dass ein Geldtransferdienst selbst kein Zugriff auf die Mittel braucht, um als solcher betrachtet zu werden. Damit müssen sich sämtliche Unternehmen vorsehen, die Wallet-Software entwickeln, denn es besteht nicht einmal die Notwendigkeit, dass sie Zugriff auf die Private Keys der Nutzer haben. 

Bislang hat das Vorgehen der Behörden für Empörung in der Branche und der Community gesorgt. Es ist nicht klar, ab wann man sich möglicherweise strafbar macht. Auch frei erhältliche Open-Source-Software kann den gleichen Funktionsumfang aufweisen und damit scheint die Regel zu weit gefasst zu sein. Angesichts dessen zog Phoenix und jetzt auch Wasabi die Reißleine. 

Nun bleibt abzuwarten, ob weitere Unternehmen und Entwickler vorsorglich Schritte ergreifen, um sich zu schützen. 

Zahlungsverkehr mit Bitcoin geht weiter

Bitcoin und Bitcoin-Transaktionen sind damit zwar nicht illegal in den USA, aber Unternehmen, die Produkte auf Bitcoin aufbauen, müssen sich vorsehen. Sie müssen sich ordnungsgemäß als Geldtransferdienst registrieren und entsprechende Auflagen beachten. 

Dazu gehört die Identifikation von Nutzern, um wirtschaftlich berechtigte Personen zu identifizieren. Es scheint, als ob man in den USA versucht, dem dezentralen Zahlungsverkehr ein regulatorisches Regime überzustülpen, welches die Möglichkeiten der Technologie ignoriert. 

Es ist absehbar, dass sich Anbieter zwar hüten müssen ihre Produkte in den USA zu offerieren, aber die Nutzer der Software einen Weg um die Schranken finden werden. Gleichzeitig wird damit das Verfahren gegen die Betreiber von Samourai Wallet für die gesamte Branche richtungsweisend. Es bleibt zu hoffen, dass das Gericht die Behörden in die Schranken weist. 

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