Regulierung

BUSD unter Beschuss: Was kommt auf den Kryptomarkt zu?

Kanone im Sonnenuntergang
Bildquelle: skeeze, pixapay.com

  • Das New York Department of Financial Services (NYDFS) hat effektiv dafür gesorgt, dass Paxos den Stablecoin BUSD nicht mehr emittieren kann.
  • Zuvor wurde der Zugang zu Banken für die ganze Branche drastisch beschnitten.
  • Damit gefährden die Aufsichtsbehörden indirekt das Monopol von Binance.

Seit gestern überschlagen sich die Meldungen: Paxos wird den Stablecoin BUSD einstellen, weil das NYDFS untersagt hat, weitere Stablecoins zu emittieren. Gleichzeitig erwägt die SEC Klage gegen Paxos einzureichen. Bemerkenswert daran ist, dass die SEC in dem Stablecoin ein nicht registriertes Wertpapier sieht, welches durch Paxos in Umlauf gebracht wurde. Laut offizieller Stellungnahme des Unternehmens weist man sämtliche Anschuldigungen durch die SEC zurück.

Außerdem gibt sich Paxos kämpferisch, denn man will laut der Mitteilung vor Gericht alle Register ziehen, fall dies nötig sein sollte. Sollte sich die Behauptung von Paxos bewahrheiten, dass jeder Stablecoin 1:1 durch US-Dollar oder gleichwertige Assets gedeckt ist, dann dürfte es sich tatsächlich nicht um ein Wertpapier handeln. Aber die ganze Geschichte hat eine weitere Dimension, welche offenbart, dass nicht nur Paxos, sondern auch Binance in viel tieferen Problemen steckt, als auf Anhieb ersichtlich ist.

BUSD und „Binance-Peg BUSD“

Es gibt nämlich zwei Sorten von Stablecoins, die unter dem Titel BUSD laufen. Der Erste wird von Paxos emittiert und ist durch das NYDFS reguliert. Der Zweite wird jedoch von Binance selbst emittiert und ist nicht reguliert.

Laut Binance ist jeder dieser unregulierten Token durch jeweils einen Token von Paxos gedeckt. Also sollte man meinen, dass alles in bester Ordnung ist. Allerdings musste Binance in jüngerer Vergangenheit zugeben, dass die sogenannten Binance-Peg BUSD zu bestimmten Zeitpunkten nicht vollständig gedeckt waren.

Selbstverständlich spricht Binance CEO Changpeng Zhao erneut von „FUD“. Zhao versicherte, dass Kunden bereits bestehende BUSD bei Paxos gegen US-Dollar einlösen können. Dies taten allerdings bereits Paxos und das NYDFS kund. Man sollte sich vor Augen halten, dass es hier nicht um böse Gerüchte geht, sondern um die US-Aufsichtsbehörden, die aufräumen. Der Anlass dafür liegt im FTX-Skandal begründet.

Das will die SEC erreichen

Binance ist anders als Paxos nicht sonderlich transparent und da man offiziell nicht in den USA tätig ist, sondern dort durch Binance US vertreten wird, hat die SEC nur wenige Ansatzpunkte. Man möchte verhindern, dass erneut Milliarden von US-Dollar hinter den Kulissen verschoben werden. Ebenso dürfte man daran interessiert sein, dass Kundengelder nicht erneut mit denen der Börse vermischt werden.

Daher greift man nicht die Börse selbst, sondern ihren Zugang zum US-Dollar an. Zuvor verlor Binance die Möglichkeit, internationale Banküberweisungen in Dollar zu tätigen. Indem auf Paxos geschossen wird, kann Binance nicht länger mit BUSD überbrücken.

Binance ging sogar so weit, den Stablecoin USDC aus dem Programm zu nehmen und automatisch alle Stablecoins in BUSD umzurechnen. Mit der SEC auf Kriegspfad könnte der drittgrößte Stablecoin vielleicht sogar bald Geschichte sein und BUSD vom Markt verschwinden.

Wettbewerber schwärzte Binance an

Doch damit ist es nicht genug, denn wie Bloomberg herausgefunden haben will, hat Wettbewerber Circle, Paxos letzten Jahr bei den New Yorker Behörden angeschwärzt. Konkret soll man vor der unzulässigen Praxis gewarnt haben, die mit den Binance-Peg BUSD betrieben worden ist.

Circle ist seinerseits für den Stablecoin USDC verantwortlich und dürfte damit seine ganz eigenen Interessen vertreten haben. Allerdings sollte man sich nicht zu sicher fühlen, denn jüngst hat auch Kraken zu spüren bekommen, dass die SEC lieber austeilt, als einen kooperativen Stil zu pflegen.

Es ist absehbar, dass man mit dem Thema Stablecoins nicht durch ist, wenn die Akte BUSD als erledigt gilt. In diesem Sinne dürften sich Tether und Circle bereits intern vorbereiten.

Was bedeutet das für den Markt?

Für den Kryptomarkt sind dies keine guten Neuigkeiten und während sich die Aktienmärkte besser entwickelten, geriet Krypto unter Druck. Anleger ziehen ihre Mittel von Binance ab und man kann es ihnen nicht verdenken. Die weltweit größte Börse wird für die US-Behörden zur Zielscheibe und damit rüttelt man an einer tragenden Säule des Kryptomarktes.

Heute Mittag werden die US-Inflationsdaten veröffentlicht. Sollten sie entgegen aller Erwartung gestiegen sein, dann könnte es eine turbulente Woche für Bitcoin und Co. werden.

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