Börsen

Binance setzt Dollar-Überweisungen aus: Droht der Crash?

US-Dollar

  • Binance wird ab dem 8. Februar keine Transaktionen mehr in US-Dollar vornehmen können.
  • Die US-Sparte ist nicht davon betroffen, dem Rest des Unternehmens könnte jedoch mutmaßlich der Bankpartner abhandengekommen sein.
  • Dies könnte mitunter für zusätzlichen Druck an den Märkten sorgen, weil Kunden ihre Mittel von der Börse nur in Krypto abziehen können.

Binance ist die größte Börse der Welt und man kann getrost behaupten, dass weite Teile des Kryptomarktes nur existieren können, weil der Marktführer die Grundlage dafür stellt. Diese Dominanz hat jedoch auch Nachteile, denn wenn es bei Binance brennt, dann knackt es ordentlich im Gebälk und der Sektor droht Feuer zu fangen.

Gestern Nacht schlug dementsprechend die Nachricht wie eine Bombe ein, dass Binance ab morgen keine US-Dollar-Transaktionen mehr per Banküberweisungen verarbeiten kann. Die US-Sparte soll demnach aber nicht von dem Problem betroffen sein. Via Twitter beschwichtigte CEO Changpeng „CZ“ Zhao und unterstrich, dass nur 0,01 Prozent aller Transaktionen tatsächlich über Banktransfers in Dollar abgewickelt werden.

Alle anderen Zahlungsmethoden sind demnach nicht von den Einschränkungen betroffen. Außerdem sprach man davon, dass die Einschränkungen nur vorübergehend sind.

Gibt es Probleme mit den Bankpartnern?

Bereits Ende Januar hatte die Signature Bank die Geschäftsbeziehungen zu Binance eingeschränkt. Allerdings betraf dieser Schritt die Börse nicht exklusiv, sondern Signature war im Begriff sein Geschäft mit der Krypto-Branche insgesamt einzuschränken.

Zwar hat Binance nicht kommentiert, warum man den Zahlungsverkehr einschränken muss, aber es ist gut denkbar, dass es Probleme mit den Bankpartnern gibt. Hier wäre auch die Silvergate Bank zu nennen, die durch den FTX-Skandal ins Wanken geriet.

Droht jetzt ein Crash?

Vorübergehende Einschränkungen dieser Art sorgen bei vielen Anlegern für ein unruhiges Gefühl. Schließlich fingen im letzten Jahr sämtliche Krisen mit Beschwichtigung durch das Management der gescheiterten Unternehmen an.

Ob Binance am Ende tatsächlich die nächste Krise auslösen wird, ist schwierig einzuschätzen. Das Geschäftsmodell, die Bilanzen, Investments und Verstrickungen hinter den Kulissen sind undurchsichtig. Auch ein Proof of Reserve konnte nicht die gewünschte Wirkung erzielen und Binance geriet damit mehr in die Kritik als sich aus der Schusslinie zu bringen.

Schlussendlich sind die Gerüchte um einen möglichen Skandal jedoch nicht neu und der Markt konnte sich im Januar deutlich erholen. Man kann also davon ausgehen, dass der „Binance FUD“ bereits eingepreist ist, was nicht bedeutet, dass die Kursrallye fortgesetzt werden muss. Denn der Krieg in der Ukraine, die Inflation und die drohende Rezession bestimmen immer noch im Hintergrund das Geschehen.

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