US-Senat hält Anhörung zu Facebooks Libra ab

Facebook Libra Bitcoin
Bildquelle: Bishnu Sarangi, pixabay.com

Fragen über Fragen

Der Bankenausschuss des US-Senats lud zu einer Anhörung ein, die Gelegenheit geben sollte Facebooks Krypto-Projekt zu diskutieren. Man kann – vollkommen vorurteilsfrei – sagen, dass die Atmosphäre alles andere als freundlich war.

Direkt zu Beginn hagelte es Kritik am Konzern durch Senator Brown. Er klagte die Skandale des Konzerns an, seinen fragwürdigen Einfluss auf die Gesellschaft und den Umstand, dass es sich eben um einen Konzern und nicht um eine gewählte Regierung handelt.

Es ging nicht nur darum zu klären, ob eine Kryptowährung durch einen Konzern ausgegeben werden darf, sondern ob ausgerechnet Facebook der dafür geeignete Kandidat ist.


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Facebook will artig sein

David Marcus, Topmanager bei Facebook, durfte nach den Senatoren sprechen und versprach viel. Facebook will eine Rolle bei Calibra, dem Wallet-Provider spielen, aber nicht die Geschicke des Unternehmens bestimmen.

Stattdessen plane man nur eine Stimme in dem Unternehmen zu erhalten. Libra und Calibra sollen erst starten, wenn alle Regulierungen und gesetzlichen Anforderungen klargestellt und umgesetzt worden sind.

Ein zu erwartendes Manöver. Was hätte Marcus sonst sagen sollen? Letztlich kann eine zentralisierte Kryptowährung nicht anders bestehen.


Datenschutz ein wichtiger Punkt

Was den Datenschutz anging, musste sich Marcus eine Standpauke anhören. Facebook hat sich in der Vergangenheit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Marc Zuckerberg musste in der Vergangenheit mehr als einmal antreten und sich entschuldigen. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa.

Senator Brown, der einen ganzen Teil der Fragen stellte, hatte also leichtes Spiel. Gemäß dem alten Sprichwort: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Kann man Facebook mit seinen Bankdaten vertrauen? Sollte eine US-Regierung das zulassen?


Die Anhörung in voller Länge.

Es geht um Kontrolle

Erst der Tweet von Trump, danach die Pressekonferenz von Steven Mnuchin und nun die kritischen Stimmen im US-Senat. Es geht nicht länger darum, ob Kryptowährungen kommen werden oder nicht. Nun wird darum gerungen, wer das Sagen hat.

Das schlimmste Szenario, was sich aktuell anbietet, ist die volle Zustimmung zu Libra unter der Bedingung es vollständig zu regulieren. Gleichzeitig könnte dies zu einer Überregulierung von Bitcoin und dem ganzen Ökosystem, was sich rund um die Kryptowährung gebildet hat, führen.

Libra wird der Präzedenzfall werden. Die Messlatte, die an Facebook angelegt werden wird, kann später auch an alle anderen Teilnehmer der Krypto-Industrie angelegt werden.