IOTA: Warum die Schlammschlacht keine Rolle spielt

IOTA Schlammschlacht

Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

Ein Kommentar von Robert Steinadler.

Kaum ein anderes Projekt ist im deutschsprachigen Raum ist so beliebt und gefeiert wie IOTA. Kein Wunder, denn schaut man auf die lange Liste an Partnern, mit denen man eine Zusammenarbeit gestartet hat oder ggf. weiter betreiben wird, dann kommt man ins Staunen.

Bei der Entwicklung hat sich in letzter Zeit auch einiges getan. Mit dem Release von Hornet 0.4.0 stellte man die Infrastruktur auf eine neue Basis und bereitet den Weg für IOTA 1.5 und Chrysalis vor. Die Protokollaktualisierungen rollen an. Im Juli endet die erste Phase von Chrysalis und sofern man sich an den Fahrplan hält, wird Ende Oktober der zweite Teil unter Umständen schon fertig sein.

Doch man bekommt das Gefühl, dass diese Arbeit kaum Würdigung findet, denn ein Thema stößt immer wieder auf. Dramen sind in der Kryptoszene sicher nichts Neues, doch hier wird scharf geschossen.

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Hunde suhlen sich gerne im Schlamm

Unter dem Pseudonym „Hund“ veröffentlicht ein Unbekannter regelmäßig Informationen, die vor IOTA und insbesondere vor der IOTA Foundation warnen sollen. Jüngst wurde sogar ein Dokument veröffentlicht, welches beweisen soll, dass es unredliche Absprachen innerhalb der IF-Führungsriege gegeben haben soll.

Derweil kann niemand verifizieren, ob das Papier überhaupt echt ist und man muss sich fragen, welchem Zweck die Aufklärung überhaupt dienen soll. Ohne Frage sind die diversen Anschuldigungen unterhaltsam, aber sie lassen bisher Stichhaltigkeit vermissen.

Man bekommt den Eindruck, dass es sich um eine Verleumdungskampagne im Gewand eines besorgten Whistleblowers handelt. Dabei rücken die einzig interessanten Probleme, die es zu lösen gilt, vollkommen aus dem Blickfeld.

Coordicide bleibt ein Fernziel

Chrysalis wird die Entwicklung von IOTA ein Stück vorantreiben und das Netzwerk stabiler und leistungsfähiger machen. Mehr Transaktionen pro Sekunde und damit auch schnellere Bestätigungen. Das klingt gut, ist aber nicht das, was man sich erhofft.

Denn die Dezentralisierung von IOTA bleibt eine Fata Morgana, die man zwar am Horizont erblickt, aber so sehr man sich auch beeilt, nicht erreicht. Die Durststrecke ist also lang und da man sich auf das fokussieren will, was schnell und sicher umsetzbar ist, könnte sie noch sehr viel länger werden.

Der Umbau erweist sich also als langwierig und etwaige Enthüllungen durch ehemalige Angestellte oder anonyme Aufklärer lenken von diesem wesentlichen Punkt eher ab.

IOTA bleibt im Rennen

Trotz der bevorstehenden Durststrecke sollte man eine Sache nicht aus den Augen verlieren. So sehr sich auch die IF und einzelne Führungsfiguren Kritik ausgesetzt sehen, sie bleiben am Ball und verfolgen ihr gemeinsames Ziel.

Dieses Fundament erfährt nicht die Wertschätzung, die es verdient. Denn nichts ist in der Kryptoszene fragiler als der Zusammenhalt zwischen Gründern und Entwicklern. Alleine das Drama um David Sønstebø und Sergey Ivancheglo ist dafür Beweis genug.

Trotz dieser Problematik und dem Rückstand beim Thema Dezentralisierung, erfährt das gesamte Projekt großen Rückhalt und kann Fortschritte vorweisen. Das bezeichnet den Charakter von IOTA und lässt damit Kritik und Anschuldigungen mehr als nichtig erscheinen.