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USA: Biden-Administration wendet sich gegen Mining

US-Präsident Joe Biden
Bildquelle: © Gage Skidmore via Flickr.com (CC BY-SA 2.0)

  • Das Weiße Haus veröffentlichte einen Positionspapier zum Umwelteinfluss von Mining.
  • Demnach will man die Auswirkungen zukünftig genauer erfassen, weil man die nationalen Klimaziele gefährdet sieht.
  • Sollte sich Mining nicht effizienter gestalten lassen, dann will man ggf. ein Verbot anstrengen.

Die USA sind nicht grundsätzlich gegen Kryptowährungen oder Stablecoins. Mining scheint hingegen eine Ausnahme zu bilden, weil die Auswirkungen auf die Umwelt für das Weiße Haus nicht hinnehmbar sind. Bereits im März hatte Präsident Biden einen entsprechenden Erlass auf den Weg gebracht. Nun legt das Weiße Haus einen umfassenden Bericht vor, wie man in Zukunft mit dem Thema umgehen will.

Demnach will man genau prüfen, ob sich das Mining dauerhaft umweltverträglich gestalten lässt. Sollten sich in diesem Bereich Defizite offenbaren, dann deutet der Bericht an, dass ein Verbot durchaus die Konsequenz sein könnte. Damit wird deutlich, dass die US-Regierung nicht ausdrücklich gegen Bitcoin ist, aber zwingend verlangt, dass sich die Industrie, welche sich darum gebildet hat, verändert.

Derweil zeichnet sich ab, dass Bitcoin zunehmend in die Kritik geraten wird. Denn die Mining-Industrie ist global verzweigt und folgt in Hinblick auf den Umweltschutz keinen einheitlichen Standards. In diesem Zusammenhang ist in erster Linie der Zugang zu günstigem Strom für die Miner entscheidend. Dabei spielt es noch eine untergeordnete Rolle, ob die Anlagen mit grüner Energie befeuert werden oder ihr ökologischer Fußabdruck nicht hinnehmbar ist.

Bitcoin gerät durch den Merge unter Druck

Ein Nebeneffekt des Merge ist die Vorbildfunktion, die Gegner des Minings bereits seit geraumer Zeit betonen. Dabei sind Experten und Communitys wie so oft in der Debatte durch tiefe Gräben gespalten. Für die meisten Bitcoin-Anhänger ist Mining nicht verzichtbar und der einzige Weg, um Bitcoin adäquat abzusichern. Zu groß sind die Befürchtungen in Bezug auf den etwaigen Verlust der Zensurresistenz und der Sicherheit der Blockchain.

Auf der anderen Seite könnte Ethereum schon bald zum Liebling grüner Politiker und Umweltschützer werden, die naturgemäß eher einen starken Staat befürworten und damit auch kein Interesse an einer neuen Form von Geld haben, welche das Individuum vor staatlichem Eingreifen schützt.

Der jüngste Report aus dem Weißen Haus ist jedenfalls ein Warnschuss. Die US-Mining-Industrie muss auf ganzer Linie nachziehen und beweisen, dass Mining und grüne Agenda sich nicht gegenseitig ausschließen. Der Anteil am globalen Mining ist in den Vereinigten Staaten seit dem Mining-Verbot in China um das Zehnfache gestiegen. Dabei wird die Zusammenarbeit mit staatlichen Kontrollstellen innerhalb der USA für sie unverzichtbar.