Bitcoin-Kurier | News zu Bitcoin, Blockchain und Kryptowährungen

Wie sicher ist ein Hardware-Wallet, das sich selbst zerstört?

Keystone 3 Pro im Test: Open-Source und Tamper-Proof

Zuletzt aktualisiert:

Keystone ist ein Hersteller, der vielen Interessenten in Europa noch kein Begriff sein dürfte. Dabei wirbt das Hongkonger Unternehmen mit vielen wertvollen Features, die das Hardware-Wallet zu einer echten Alternative zu Trezor, Ledger, BitBox und Co. machen sollen. Darunter eine Hard- und Software, die quelloffen und damit von jedermann auditierbar ist, sowie ein Betrieb, der auf Wunsch vollständig air-gapped bleibt.

Gleichzeitig ist die Hardware vom Keystone 3 Pro vor Manipulation geschützt. Wird das Gerät geöffnet und ein Versuch unternommen, die Hardware zu verändern, dann vernichtet sich das Gerät selbst und löscht damit auch die Private Keys bzw. Seeds. Angesichts des Angriffs auf die Lieferkette von Ledger womöglich das interessanteste Feature, welches ein Hardware-Wallet-Hersteller aktuell anzubieten hat. Erhalten Kunden damit doch ein Stück Sicherheit zurück.

Wir haben unser Testexemplar zwar nicht zerstört, dafür aber alle anderen Funktionen auf Herz und Nieren geprüft.

Die mit „*“ markierten Links sind Affiliate-Links. Wenn Sie über einen solchen werblichen Link ein Produkt beim Anbieter kaufen, dann verdienen wir daran mit, ohne dass Ihnen dadurch zusätzliche Kosten entstehen. Damit helfen Sie uns, das Magazin unabhängig zu finanzieren. Diese Einnahmen nehmen keinen Einfluss auf unsere Wertung.

Keystone 3 Pro

Der Keystone 3 Pro verbindet Sicherheit und Bedienkomfort ungewöhnlich gut: drei Secure Elements, Manipulationsschutz mit Selbstzerstörung, quelloffene Firmware und konsequenter Air-Gap-Betrieb. Dazu kommen ein großer Touchscreen, ein Fingerabdrucksensor und eine breite Kompatibilität. Abstriche gibt es bei der Abhängigkeit von Drittanbieter-Wallets, dem sicheren, aber nicht schnellen QR-Workflow und der nicht ganz lückenlosen Offenlegung des Quellcodes. Ob der Selbstzerstörungsschutz im Ernstfall hält, lässt sich ohne unabhängige Tests nicht abschließend beurteilen. Unser Testgerät hat so gut gefallen, dass wir es nicht zerstören wollten.

Bewertung des Redakteurs:
4.3

Vorteile

  • Drei Secure Elements und Manipulationsschutz mit Selbstzerstörung
  • Weitgehend quelloffene Firmware (Rust und C) mit Auditberichten von SlowMist und Keylabs
  • Konsequenter Air-Gap-Betrieb per QR-Code und microSD
  • Großer Touchscreen (4 Zoll) und Fingerabdrucksensor
  • Über 5.500 Coins und Token, über 45 Software-Wallets
  • Shamir Backup (SLIP-39), Würfel-Entropie, Passphrase und bis zu drei Wallets
  • Bitcoin-Multisig mit Sparrow und Nunchuk, Taproot-Unterstützung
  • Transaktionsanzeige mit Warnung bei Permit- und Permit2-Signaturen

Nachteile

  • Wirksamkeit des Selbstschutzes nicht unabhängig getestet
  • Abhängigkeit von Software-Wallets anderer Anbieter, Integrationen können wegfallen
  • QR-Workflow sicher, aber nicht schnell
  • Größer als Ledger Nano X oder BitBox02
  • Quellcode nicht ganz lückenlos offengelegt (vorkompilierte Bibliothek)
  • Akkulaufzeit wird in Erfahrungsberichten kritisiert (im Test unauffällig)

Keystone 3 Pro beim Hersteller ansehen* Hardware-Wallets vergleichen

Keystone 3 Pro im Überblick: Die wichtigsten Fakten

Bevor wir ins Detail gehen, die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick:

HerstellerKeystone (Sitz in Hongkong), Fertigung in China
Preis149 US-Dollar direkt beim Hersteller (zum Marktstart 129 US-Dollar)
Display4 Zoll großer Farb-Touchscreen
Maße und Gewichtrund 104 × 62 Millimeter, 12 bis 13 Millimeter dick, etwa 103 Gramm
EntsperrenFingerabdrucksensor, PIN oder Passwort
Sicherheitschipsdrei Secure Elements (ATECC608A, MAX32520, DS28C50)
Manipulationsschutzlöscht bei einem Öffnungsversuch laut Hersteller sofort alle sensiblen Daten
AnschlüsseKamera für QR-Codes, microSD-Slot, USB-C – kein Bluetooth, NFC oder WLAN
BetriebAir-Gap per QR-Code und microSD, optional per USB-C
Firmwarequelloffen (Rust und C, auf GitHub einsehbar; eine Bibliothek des Hauptprozessors nur vorkompiliert), Varianten: Standard, Bitcoin-only, Cypherpunk
Unterstützungüber 5.500 Coins und Token sowie über 45 Software-Wallets (Standard-Firmware)
Wiederherstellung24 Wörter oder Shamir Backup (SLIP-39), optionale Passphrase, bis zu drei Wallets pro Gerät
LieferumfangGerät, gedruckte Anleitung, sechs Seed Sheets, USB-C-Kabel (ohne Netzteil und microSD-Karte)

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Keystone 3 Pro kommt mit einem schlanken Lieferumfang. Im Karton liegen das Gerät, eine gedruckte Anleitung, sechs Seed Sheets zum Notieren der Wiederherstellungsphrase und ein USB-C-Kabel. Ein Netzteil und eine microSD-Karte legt Keystone nicht bei. Gerade die Speicherkarte sollte man einplanen, wenn man Firmware-Updates später ganz ohne Kabelverbindung einspielen möchte.

Auf den ersten Blick erinnert das Gerät eher an ein kompaktes Smartphone als an ein klassisches Hardware-Wallet. Statt kleiner Tasten bestimmt ein 4 Zoll großer Touchscreen die Front. Damit unterscheidet sich der Keystone 3 Pro deutlich von stiftartigen Geräten wie dem Ledger Nano X oder dem BitBox02.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Bevor wir das Wallet einrichten, empfiehlt Keystone eine Echtheitsprüfung. Dafür scannt man mit der eingebauten Kamera einen QR-Code auf der Website des Herstellers und tippt einen Code, den das Gerät daraufhin anzeigt, im Browser ein. Die Prüfung basiert auf einer kryptografischen Signatur und soll zeigen, ob Hardware und Firmware auf dem Weg vom Werk zu uns manipuliert wurden.

Der Vorgang ist in ein bis zwei Minuten erledigt und legt laut Keystone weder Private Keys noch Seed offen. Unser Testexemplar bestand die Prüfung ohne Auffälligkeiten. Wer den Schritt bei der Ersteinrichtung überspringt, kann ihn später jederzeit nachholen. Schlägt die Prüfung fehl, rät der Hersteller dazu, das Gerät nicht weiter zu verwenden und den Support zu kontaktieren.

Verarbeitung, Display und Akku

Die Hardware des Keystone 3 Pro ist klar auf Bedienkomfort ausgelegt. Das Gehäuse misst rund 104 mal 62 Millimeter bei einer Dicke von 12 bis 13 Millimetern und wiegt etwa 103 Gramm. Damit ist das Gerät kleiner als ein Smartphone, aber spürbar größer als die meisten Konkurrenten. Die Verarbeitung unseres Testgeräts gab keinen Anlass zur Kritik.

Herzstück ist der 4 Zoll große Farb-Touchscreen. Er bietet genug Platz, um Empfängeradressen, Beträge und Gebühren vollständig darzustellen, ohne dass man sich durch winzige Laufschriften klicken muss. Gerade bei Smart-Contract-Interaktionen ist das ein echter Sicherheitsgewinn, denn man sieht auf dem Gerät, was man tatsächlich signiert. Im Test reagierte das Display zuverlässig, auch die Bildschirmtastatur ließ sich ohne große Vertipper bedienen.

Zusätzlich verfügt das Gerät über einen Fingerabdrucksensor. Statt die PIN einzutippen, entsperrt man das Wallet per Finger und gibt damit dann auch Transaktionen frei. Keystone nennt eine Erkennungszeit von rund einer halben Sekunde, die Fingerabdruckdaten liegen laut Hersteller in den Secure Elements. Das ist praktisch, wenn man sehr häufig Transaktionen tätigt und dürfte beispielsweise für DeFi-Nutzer spannend sein.

Für den Datenaustausch besitzt der Keystone 3 Pro eine Kamera für QR-Codes, einen microSD-Slot und einen USB-C-Anschluss. Bluetooth, NFC und WLAN fehlen bewusst. Über USB-C lädt man den Akku, optional lassen sich darüber auch Firmware-Updates einspielen und einige Wallets wie Rabby, Keplr oder Backpack direkt verbinden. Das klappt allerdings nur, wenn man den Air-Gap-Modus in den Einstellungen deaktiviert.

Der Akku lässt sich auch während der Nutzung laden. In Erfahrungsberichten taucht die Laufzeit dennoch wiederholt als Kritikpunkt auf. Keystone hat Ladelogik und Akkuanzeige seit dem Marktstart mehrfach per Firmware überarbeitet. Wir hatten mit unserem Testexemplar jedoch keine Probleme bezüglich des Akkus. Eine verspielte Note bringt die Möglichkeit, ein NFT von Solana oder Ethereum als Sperrbildschirm zu hinterlegen.

Einrichtung des Keystone 3 Pro

Die Ersteinrichtung gelingt auch ohne Vorkenntnisse, im Test war sie in rund einer Viertelstunde erledigt. Nach dem Einschalten zeigt das Gerät zunächst die installierte Firmware-Version an, anschließend wählen wir die Sprache. Deutsch steht zur Verfügung. Danach folgen die bereits beschriebene Echtheitsprüfung und ein optionales Firmware-Update, welches wir pflichtbewusst durchführen. Unser Testgerät wird noch mit einer frühen Firmware der Version 2 ausgeliefert. Zum Zeitpunkt des Tests ist jedoch bereits Version 3.1.2 aktuell, sodass die installierte Software deutlich veraltet ist. Das Update lässt sich unkompliziert per USB aufspielen. Anschließend führt das Gerät Schritt für Schritt durch den Aktualisierungsvorgang. Die Anweisungen auf dem Display sind klar verständlich und sollten selbst Einsteigern keine Schwierigkeiten bereiten.

Für das Update per microSD muss man hingegen eine Karte mit FAT32 formatieren. Danach kopiert man die Firmware-Datei von der Keystone-Website darauf und startet die Aktualisierung am Gerät. Unabhängig davon, für welchen Weg man sich entscheidet, muss der Akku mindestens 20 Prozent Ladung haben.

Im nächsten Schritt legt man eine PIN oder ein komplexes Passwort fest. Letzteres ist ein deutliches Plus an zusätzlicher Sicherheit. Auf Wunsch ordnet das Gerät die Ziffern der PIN-Tastatur zufällig an, was neugierigen Blicken das Mitlesen erschwert. Anschließend erzeugt der Keystone 3 Pro eine Wiederherstellungsphrase aus 24 Wörtern. Wir entscheiden uns für die klassischen 24 Wörter und notieren diese auf den mitgelieferten Seed Sheets und bestätigen den Seed danach in der richtigen Reihenfolge.

Fortgeschrittene Nutzer finden jedoch mehr Optionen als bei vielen Konkurrenten. Statt einer klassischen BIP39-Phrase kann auch ein Shamir Backup nach SLIP-39 angelegt und der Seed so auf mehrere Teile verteilt werden, von denen nur eine festgelegte Anzahl zur Wiederherstellung nötig ist. Wer dem Zufallsgenerator des Geräts nicht blind vertrauen will, erzeugt die Entropie per Würfelwurf. Eine Passphrase als zusätzliches 25. Wort lässt sich bereits während der Einrichtung hinterlegen.

Eine Besonderheit ist die Unterstützung von bis zu drei unabhängigen Wallets auf einem Gerät. Jede Wallet erhält ein eigenes Passwort, über das man beim Entsperren zwischen ihnen wechselt. Keystone schlägt etwa vor, eine Phrase für das langfristige Sparen, eine für den Alltag und eine als Täuschungs-Wallet zu nutzen. Ausdrücklich abraten will der Hersteller davon, Phrasen zu importieren, die zuvor auf einem Smartphone oder PC entstanden sind. Das sehen wir genauso, denn solche Seeds sind grundsätzlich als kompromittiert zu betrachten.

Sicherheitsarchitektur mit drei Secure Elements

Bei der Sicherheit fährt Keystone schweres Geschütz auf. Statt eines einzelnen Sicherheitschips verbaut der Hersteller gleich drei Secure Elements, nämlich den ATECC608A von Microchip sowie den MAX32520 und den DS28C50 von Maxim. Darin liegen laut Keystone sowohl der Seed als auch die Fingerabdruckdaten.

Als Hauptprozessor dient ein MH1903, auf dem ein schlankes Embedded-System auf Basis von FreeRTOS läuft. Der Vorgänger Keystone Pro setzte noch auf ein Android-basiertes System. Weniger Code bedeutet hier vor allem weniger Angriffsfläche.

Den physischen Schutz übernimmt ein Mechanismus nach dem Vorbild von Kartenterminals, Keystone spricht von Manipulationsschutz auf PCI-Niveau. Prozessor und Secure Elements sitzen in einer abgeschirmten Zone, die mit Sensorleitungen durchzogen ist. Registriert das Gerät einen Öffnungsversuch, löscht es nach Herstellerangaben sofort alle sensiblen Daten und ist danach unbrauchbar.

Auch die Schlüssel für die Echtheitsprüfung hinterlegt Keystone bereits in der Fabrik im Secure Element. Ein Gerät, das sich nach einem Öffnungsversuch selbst gelöscht hat, sollte die Prüfung deshalb nicht mehr bestehen. Beide Funktionen greifen also ineinander.

Ein weiteres Argument ist die Transparenz. Die Firmware ist in Rust und C geschrieben und auf GitHub einsehbar. Wer möchte, kompiliert sie selbst und vergleicht das Ergebnis mit der offiziellen Version, bei Updates per microSD zeigt das Gerät zusätzlich eine Prüfsumme zum Abgleich an. Auch Schaltpläne liegen im Repository, nach eigenen Angaben hat Keystone zudem die Firmware der Secure Elements und die Stückliste der Hardware offengelegt.

Ganz lückenlos ist die Offenheit allerdings nicht. Eine Bibliothek des Hauptprozessors liegt aus lizenzrechtlichen Gründen nur vorkompiliert bei, Keystone nutzt daraus nach eigener Aussage lediglich die QR-Code-Erkennung. Auch wenn das eine eher unscheinbare Komponente des Geräts ist, ist es damit nicht vollständig Open Source.

Externe Prüfungen gab es mehrfach. Keystone hat Auditberichte von SlowMist und Keylabs veröffentlicht. Die Sicherheitsfirma Offside Labs fand zudem eine Schwachstelle in der Firmware, die Keystone im Januar 2024 mit Version 1.2.8 schloss. Für Sicherheitsforscher gibt es außerdem ein Bug-Bounty-Programm.

Der Fall Ledger und der Manipulationsschutz des Keystone 3 Pro

Wie real die Gefahr manipulierter Hardware ist, zeigt der aktuelle Fall bei Ledger. Am 9. Oktober 2026 meldeten Nutzer in Südostasien leergeräumte Wallets, alle bestätigten Fälle gehen laut Ledger auf Geräte des Händlers CryptoBilis zurück. In einem der betroffenen Geräte fand Ledger ein nicht autorisiertes Hardware-Implantat.

Nach Ledgers Untersuchung saß der Spionagechip im Gehäuse und las die 24 Wörter der Wiederherstellungsphrase während der Einrichtung direkt vom Display ab. Per eSIM schickte er sie anschließend über das Mobilfunknetz an die Angreifer. Secure Element und Betriebssystem blieben unangetastet, die übliche Echtheitsprüfung schlug deshalb nicht an.

Je nach Analyse beziffern On-Chain-Forscher den Schaden auf 90 bis über 100 Millionen US-Dollar aus mehr als 300 Wallets. Ledger selbst hat bislang keine Gesamtsumme bestätigt. Auch in Deutschland zieht der Fall Kreise, denn laut Ledger hat MediaMarkt Saturn den Verkauf von Ledger-Geräten gestoppt, nachdem ein Kunde hierzulande ein Implantat gemeldet hatte.

Genau hier setzt der Selbstzerstörungsmechanismus des Keystone 3 Pro an. Ein Implantat lässt sich nur einbauen, wenn das Gehäuse geöffnet wird, und laut Keystone löscht sich das Gerät bereits beim Zerlegen.

In der Branche wird der Ansatz inzwischen offen diskutiert. Yu Xian, Gründer des Sicherheitsunternehmens SlowMist, das auch Keystone auditiert hat, hält Selbstzerstörungsmechanismen künftig für ein notwendiges Feature. Kritiker wie dForce-Gründer Mindao Yang wenden ein, dass ein zerstörtes Gerät hinterher nicht mehr belegen kann, ob es tatsächlich manipuliert wurde.

Eine Garantie ist das trotzdem nicht. Unabhängige Tests, die den Schutz auch gegen ein so raffiniertes Implantat wie im Ledger-Fall belegen, sind uns nicht bekannt und dürften nur unter erheblichem Aufwand durchführbar sein. Am Ende bleibt nur, die Hardware-Wallets möglichst direkt beim Hersteller zu beziehen und immer die Echtheitsprüfung durchzuführen.

Air-Gap-Betrieb per QR-Code

Im Air-Gap-Modus kommuniziert der Keystone 3 Pro ausschließlich über QR-Codes und microSD-Karte mit der Außenwelt, der USB-Port dient dann nur noch zum Laden. Dabei erstellt eine Software-Wallet am Smartphone oder PC eine unsignierte Transaktion und zeigt sie als QR-Code an. Dieser wird mit der Kamera des Keystone gescannt. Danach prüft man die Details auf dem Display und bestätigt per Fingerabdruck oder PIN.

Anschließend zeigt das Gerät die signierte Transaktion wiederum als QR-Code an, den die Software-Wallet einliest und an das Netzwerk sendet. Die Private Keys verlassen den Keystone dabei zu keinem Zeitpunkt, und es gibt keine Kabel- oder Funkverbindung, über die Schadsoftware das Gerät erreichen könnte. Bei Bitcoin nutzt Keystone dafür den PSBT-Standard, größere Datenmengen überträgt das Gerät als animierte QR-Codes.

Im Test mit Sparrow Wallet und MetaMask funktionierte das Zusammenspiel zuverlässig. Die Kamera erfasste die Codes vom Smartphone- und Laptop-Bildschirm meist im ersten Anlauf. Wer viele Transaktionen am Tag signiert, wird das Hin und Her der Scans trotzdem als umständlicher empfinden als eine Bestätigung per Kabel.

Besonders gelungen ist die Transaktionsanzeige. Bei vielen gängigen Smart Contracts dekodiert der Keystone 3 Pro die Vertragsdaten und zeigt an, was man tatsächlich freigibt, statt nur kryptische Hexwerte zu präsentieren. Bei Permit- und Permit2-Signaturen, über die sich Angreifer gern unbegrenzte Token-Freigaben erschleichen, warnt das Gerät ausdrücklich. ENS-Namen blendet es neben der Adresse ein.

Auch Firmware-Updates lassen sich ohne Kabel einspielen. Die Datei gelangt per microSD aufs Gerät, das vor der Installation eine Prüfsumme anzeigt. Diese kann mit dem Wert auf der Keystone-Website abgeglichen werden und stellt so sicher, dass die Datei unterwegs nicht verändert wurde.

Unterstützte Coins, Wallets und Firmware-Varianten

Bei der Kompatibilität spielt der Keystone 3 Pro in der obersten Liga. Mit der Standard-Firmware unterstützt er laut Hersteller mehr als 5.500 Coins und Token und arbeitet mit über 45 Software-Wallets zusammen. Neben Bitcoin und Ethereum samt EVM-Chains zählen unter anderem Solana, Cardano, Cosmos, XRP, Tron, TON und Sui dazu.

Anders als Ledger und Trezor setzt Keystone dabei nicht auf eine eigene, zentrale Desktop-Software. Stattdessen nutzt man Wallets, welche die meisten User vermutlich ohnehin kennen, etwa MetaMask, Rabby oder OKX Wallet für EVM-Chains, Sparrow, BlueWallet oder Nunchuk für Bitcoin sowie Solflare, Backpack oder Jupiter für Solana. Für einfache Aufgaben wie Kontostand, Senden, Empfangen und Swaps bietet Keystone mit Nexus zusätzlich eine eigene Smartphone-App an.

Beispiele für kompatible Software-Wallets
EinsatzbereichSoftware-Wallets (Beispiele)
BitcoinSparrow, BlueWallet, Nunchuk
Ethereum und EVM-ChainsMetaMask, Rabby, OKX Wallet
SolanaSolflare, Backpack, Jupiter
Einfache Aufgaben (Kontostand, Senden, Empfangen, Swaps)Nexus, die eigene Smartphone-App von Keystone

Wem diese Vielfalt zu viel ist, der wechselt auf eine schlankere Firmware. Die Bitcoin-only Firmware beschränkt sich auf Bitcoin und reduziert damit Codeumfang und Angriffsfläche. Die Cypherpunk-Variante richtet sich an datenschutzbewusste Nutzer und unterstützt neben Bitcoin auch Zcash und Monero. Zwischen allen drei Varianten lässt sich per Update wechseln.

Die drei Firmware-Varianten im Überblick
FirmwareUnterstützte AssetsAusrichtung
Standardüber 5.500 Coins und Token, darunter Bitcoin, Ethereum samt EVM-Chains, Solana, Cardano, Cosmos, XRP, Tron, TON und Suigroße Kompatibilität, über 45 Software-Wallets
Bitcoin-onlynur Bitcoinweniger Codeumfang und Angriffsfläche
CypherpunkBitcoin, Zcash und Monerodatenschutzbewusste Nutzer

Für Bitcoiner interessant sind zudem die Multisig-Funktionen. Der Keystone 3 Pro lässt sich als Signiergerät in Multisig-Setups mit Sparrow oder Nunchuk einbinden. Das Keystone-Team hat mit BIP-129 sogar den Standard für die sichere Einrichtung solcher Wallets mitverfasst, auch Taproot-Adressen werden unterstützt.

Der Keystone 3 Pro im Alltag

Im täglichen Einsatz punktet der Keystone 3 Pro vor allem mit Übersichtlichkeit. Nach dem Entsperren per Fingerabdruck zeigt der Startbildschirm unsere Coins, Empfangsadressen lassen sich direkt auf dem Gerät anzeigen und mit der Software-Wallet abgleichen. Das sollte man sich auch angewöhnen, denn nur so stellt man sicher, dass Schadsoftware auf dem Rechner keine falsche Adresse unterschiebt.

Die Verbindung zu einer Software-Wallet richtet man einmalig ein. Dazu wählt man am Keystone die gewünschte Wallet aus und scannt den angezeigten QR-Code mit der App, die so die öffentlichen Schlüssel erhält. Danach genügt für jede Transaktion der beschriebene Scan in beide Richtungen.

Im Test empfanden wir den Ablauf nach kurzer Eingewöhnung als angenehm. Bei hellem Umgebungslicht oder spiegelnden Bildschirmen brauchte es gelegentlich einen zweiten Anlauf. Hat die Smartphone-Kamera Probleme, vergrößert man den QR-Code auf dem Keystone einfach per Fingertipp.

Für die Hosentasche ist das Gerät etwas sperrig, für die Schublade oder den Tresor spielt die Größe dagegen keine Rolle. Wer mehrere Wallets auf dem Gerät eingerichtet hat, wechselt beim Entsperren mit dem jeweiligen Passwort zwischen ihnen. Im Alltag erweist sich das als praktische Trennung zwischen Spar- und Ausgabenkonto.

Schwächen und Kritikpunkte

Ganz ohne Schwächen kommt auch der Keystone 3 Pro nicht aus. Der wichtigste Punkt betrifft die Abhängigkeit von Software-Wallets anderer Anbieter. Welche App für welchen Coin passt, muss man selbst zusammensuchen, und Integrationen können wieder verschwinden. So hat Keystone in den vergangenen Monaten etwa die Anbindung an Leap Wallet und die direkte Verbindungsoption für Core Wallet aus der Firmware entfernt.

Der QR-Workflow ist zudem sicher, aber nicht schnell. Wer täglich mit DeFi-Protokollen interagiert, empfindet das ständige Scannen auf Dauer als mühsam. Die optionale USB-Verbindung schafft zwar Abhilfe, hebt aber den Air-Gap auf.

Dazu kommt die Akkulaufzeit, die in Erfahrungsberichten wiederholt kritisiert wird. Auch die Größe ist ein Thema, denn der Keystone 3 Pro beansprucht deutlich mehr Platz als ein Ledger Nano X oder ein BitBox02. Eine microSD-Karte für den kabellosen Update-Weg muss man ebenfalls separat besorgen.

Grundsätzlicher ist die Frage nach dem Vertrauen. Keystone sitzt in Hongkong, gefertigt werden die Geräte in China. Für die meisten Nutzer dürfte das keine Rolle spielen, wer sich aber gegen staatliche Akteure absichern will, sollte diesen Punkt bewusst abwägen. Auch das Werbeversprechen eines zu 100 Prozent quelloffenen Geräts hält einer genauen Prüfung nur mit Einschränkungen stand.

Schließlich hat auch der Selbstzerstörungsmechanismus eine Kehrseite. Wird er ausgelöst, ist das Gerät unbrauchbar. Spätestens dann zählt nur noch das Backup der Wiederherstellungsphrase, das man deshalb besonders sorgfältig aufbewahren sollte.

Preis und Verfügbarkeit

Direkt bei Keystone kostet der Keystone 3 Pro aktuell 149 US-Dollar, zum Marktstart waren es noch 129 US-Dollar. Der versicherte Standardversand nach Deutschland ist kostenlos und soll zwei bis zehn Tage dauern. Steuern sind laut Versandübersicht des Herstellers allerdings nicht im Preis enthalten, je nach Versandweg können also Einfuhrumsatzsteuer und Gebühren hinzukommen.

Bei europäischen Händlern fanden wir das Gerät zuletzt ab rund 133 Euro. Angesichts des Ledger-Falls raten wir dennoch zum Kauf direkt beim Hersteller. Auffällig ist, dass Keystone Ledger-Nutzern derzeit 20 Prozent Rabatt anbietet, ein deutliches Signal, um welche Kundschaft der Hersteller gerade wirbt.

Preis und Versand im Überblick
PostenAngabe
Preis direkt bei Keystone149 US-Dollar (zum Marktstart 129 US-Dollar)
Versand nach Deutschlandversicherter Standardversand, kostenlos, soll zwei bis zehn Tage dauern
Steuern und Gebührennicht im Preis enthalten, je nach Versandweg können Einfuhrumsatzsteuer und Gebühren hinzukommen
Europäische Händlerzuletzt ab rund 133 Euro
Aktionderzeit 20 Prozent Rabatt für Ledger-Nutzer

Stand: Oktober 2026 · Preise und Aktionen können sich ändern.

Einzelwertung für den Keystone 3 Pro

Bevor wir zum Fazit kommen, schlüsseln wir die Bewertung wie gewohnt nach unseren Testkriterien für Wallets auf. Jedes Kriterium erhält eine Note von 1 bis 5 Sternen, die Gewichtung ist fest vorgegeben. So lässt sich besser einschätzen, ob das Hardware-Wallet zu den eigenen Anforderungen passt.

Sicherheit

★★★★★ 35 % der Gesamtwertung · 4,5/5

Der Schutz der privaten Schlüssel überzeugt: Seed und Fingerabdruckdaten liegen laut Hersteller in drei Secure Elements, im Air-Gap-Betrieb verlassen die Private Keys das Gerät zu keinem Zeitpunkt, und Bluetooth, NFC und WLAN fehlen bewusst. Dazu kommen der Manipulationsschutz mit Selbstlöschung nach Herstellerangaben, die Echtheitsprüfung vor der Einrichtung, die unser Testexemplar ohne Auffälligkeiten bestand, sowie eine flexible Wiederherstellung per Shamir Backup, Würfel-Entropie und Passphrase. Abzüge gibt es, weil die Wirksamkeit des Selbstschutzes bislang nicht unabhängig belegt ist, auch nicht gegen ein so raffiniertes Implantat wie im Ledger-Fall, und weil unser Testgerät mit veralteter Firmware ausgeliefert wurde. Das Update ließ sich allerdings unkompliziert einspielen.

Funktionen

★★★★★ 20 % der Gesamtwertung · 4,5/5

Mit der Standard-Firmware unterstützt der Keystone 3 Pro laut Hersteller mehr als 5.500 Coins und Token, darunter Bitcoin, Ethereum samt EVM-Chains, Solana, Cardano, Cosmos, XRP, Tron, TON und Sui. Per Update lässt sich auf die Bitcoin-only Firmware oder die Cypherpunk-Variante mit Zcash und Monero wechseln. Besonders gelungen ist die Transaktionsanzeige: Bei vielen gängigen Smart Contracts werden die Vertragsdaten dekodiert, bei Permit- und Permit2-Signaturen warnt das Gerät ausdrücklich. Hinzu kommen Multisig mit Sparrow und Nunchuk, Taproot-Adressen, bis zu drei unabhängige Wallets und die Möglichkeit, ein NFT als Sperrbildschirm zu hinterlegen. Abzüge gibt es, weil Keystone keine eigene, zentrale Software bietet und die Smartphone-App Nexus nur einfache Aufgaben wie Kontostand, Senden, Empfangen und Swaps abdeckt. Wer täglich mit DeFi-Protokollen arbeitet, empfindet den QR-Workflow zudem als mühsam.

Kompatibilität

★★★★★ 20 % der Gesamtwertung · 4,0/5

Der Keystone 3 Pro arbeitet laut Hersteller mit über 45 Software-Wallets zusammen, darunter MetaMask, Rabby, OKX Wallet, Sparrow, BlueWallet, Nunchuk, Solflare, Backpack und Jupiter. Im Test funktionierte das Zusammenspiel mit Sparrow Wallet und MetaMask zuverlässig. Da Keystone nicht auf eine eigene, zentrale Desktop-Software setzt, ist man bei der Wahl der Anwendungen nicht an den Hersteller gebunden. Der Datenaustausch läuft per QR-Code und microSD, optional auch per USB-C. Abzüge gibt es, weil man selbst zusammensuchen muss, welche App für welchen Coin passt, und Integrationen wieder verschwinden können: In den vergangenen Monaten hat Keystone die Anbindung an Leap Wallet und die direkte Verbindungsoption für Core Wallet aus der Firmware entfernt. Die direkte USB-Verbindung zu einigen Wallets funktioniert zudem nur bei deaktiviertem Air-Gap-Modus.

Preis-Leistungs-Verhältnis

★★★★★ 15 % der Gesamtwertung · 4,0/5

Für 149 US-Dollar direkt beim Hersteller bekommt man drei Secure Elements, einen großen Touchscreen, einen Fingerabdrucksensor, Air-Gap-Betrieb und eine weitgehend quelloffene Firmware – ein stimmiges Gesamtpaket. Der Versand nach Deutschland ist kostenlos und versichert, und mit den sechs mitgelieferten Seed Sheets fallen fürs Backup zunächst keine weiteren Kosten an. Abzüge gibt es, weil der Preis seit dem Marktstart von 129 auf 149 US-Dollar gestiegen ist, je nach Versandweg Einfuhrumsatzsteuer und Gebühren hinzukommen können und Netzteil sowie microSD-Karte nicht im Lieferumfang liegen.

Community & Support

★★★★★ 10 % der Gesamtwertung · 4,0/5

Bewertet haben wir hier vor allem den Open-Source-Charakter und unabhängige Audits: Die Firmware ist in Rust und C auf GitHub einsehbar, auch Schaltpläne liegen im Repository, und mit SlowMist und Keylabs liegen veröffentlichte Auditberichte vor. Die von Offside Labs gefundene Schwachstelle schloss Keystone im Januar 2024 mit Version 1.2.8, für Sicherheitsforscher gibt es ein Bug-Bounty-Programm, und die Firmware wird aktiv weiterentwickelt. Abzüge gibt es, weil eine Bibliothek des Hauptprozessors nur vorkompiliert vorliegt und das Versprechen eines zu 100 Prozent quelloffenen Geräts deshalb nur mit Einschränkungen stimmt.

Gesamtwertung

★★★★★ 100 % · 4,3/5

Die Gesamtwertung ist kein Durchschnitt „nach Gefühl“, sondern das gewichtete Ergebnis der fünf Einzelwertungen. Die folgende Berechnung zeigt, wie die Note zustande kommt.

So berechnet sich die Gesamtwertung
KriteriumGewichtNoteBeitrag
Sicherheit35 %4,51,575
Funktionen20 %4,50,900
Kompatibilität20 %4,00,800
Preis-Leistungs-Verhältnis15 %4,00,600
Community & Support10 %4,00,400
Gesamtwertung100 %–4,3

Summe der Beiträge: 4,275, gerundet auf 4,3. Die Skala reicht von 1 (nicht empfehlenswert) bis 5 Sternen (hervorragend).

Fazit zum Keystone 3 Pro

Der Keystone 3 Pro ist ein durchdachtes Hardware-Wallet, das Sicherheit und Bedienkomfort ungewöhnlich gut verbindet. Drei Secure Elements, der Manipulationsschutz mit Selbstzerstörung, quelloffene Firmware und der konsequente Air-Gap-Betrieb ergeben ein Sicherheitskonzept, das in dieser Kombination nur wenige Konkurrenten bieten. Dazu kommen der große Touchscreen, der Fingerabdrucksensor und eine Kompatibilität, die vom Bitcoin-Multisig bis zur DeFi-Anwendung auf Solana reicht.

Der Ledger-Fall verleiht dem Selbstzerstörungsmechanismus besondere Aktualität. Ob er im Ernstfall hält, was Keystone verspricht, lässt sich ohne unabhängige Tests allerdings nicht abschließend beurteilen. Abstriche gibt es zudem bei der Akkulaufzeit, der Abhängigkeit von Drittanbieter-Wallets und der nicht ganz lückenlosen Offenlegung des Quellcodes.

Für Nutzer, die viele verschiedene Coins air-gapped verwalten und Wert auf eine komfortable Bedienung legen, ist der Keystone 3 Pro eine ernsthafte Alternative zu Ledger, Trezor und BitBox. Reine Bitcoiner bekommen mit der Bitcoin-only Firmware eine schlanke Variante, wer häufig mit DeFi-Protokollen arbeitet, muss sich dagegen mit dem QR-Workflow anfreunden. Für 149 US-Dollar erhält man jedoch ein Gerät, dessen Sicherheitsversprechen sich zu einem großen Teil nachprüfen lassen.

Unterm Strich ergibt sich eine Gesamtwertung von 4,3 von 5 Sternen. Wie sie aus den gewichteten Einzelwertungen entsteht, zeigt der Abschnitt Einzelwertung.

Keystone 3 Pro beim Hersteller ansehen*

FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Keystone 3 Pro

In diesem Abschnitt beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Keystone 3 Pro – kurz und auf den Punkt.

Was kostet der Keystone 3 Pro?

Direkt bei Keystone kostet der Keystone 3 Pro aktuell 149 US-Dollar, zum Marktstart waren es 129 US-Dollar. Der versicherte Standardversand nach Deutschland ist kostenlos, Steuern sind laut Hersteller nicht im Preis enthalten. Bei europäischen Händlern fanden wir das Gerät zuletzt ab rund 133 Euro.

Ist der Keystone 3 Pro wirklich Open Source?

Weitgehend. Die Firmware ist in Rust und C geschrieben und auf GitHub einsehbar, auch Schaltpläne liegen im Repository. Eine Bibliothek des Hauptprozessors liegt aus lizenzrechtlichen Gründen nur vorkompiliert bei, deshalb hält das Versprechen eines zu 100 Prozent quelloffenen Geräts einer genauen Prüfung nur mit Einschränkungen stand.

Was bedeutet Air-Gap beim Keystone 3 Pro?

Im Air-Gap-Modus kommuniziert das Gerät ausschließlich über QR-Codes und microSD-Karte mit der Außenwelt, der USB-Port dient dann nur noch zum Laden. Die Private Keys verlassen den Keystone dabei zu keinem Zeitpunkt, und es gibt keine Kabel- oder Funkverbindung, über die Schadsoftware das Gerät erreichen könnte.

Wie funktioniert der Manipulationsschutz?

Prozessor und Secure Elements sitzen in einer abgeschirmten Zone, die mit Sensorleitungen durchzogen ist. Registriert das Gerät einen Öffnungsversuch, löscht es nach Herstellerangaben sofort alle sensiblen Daten und ist danach unbrauchbar. Unabhängige Tests, die den Schutz auch gegen ein so raffiniertes Implantat wie im Ledger-Fall belegen, sind uns nicht bekannt.

Welche Kryptowährungen unterstützt der Keystone 3 Pro?

Mit der Standard-Firmware laut Hersteller mehr als 5.500 Coins und Token, darunter Bitcoin, Ethereum samt EVM-Chains, Solana, Cardano, Cosmos, XRP, Tron, TON und Sui. Die Bitcoin-only Firmware beschränkt sich auf Bitcoin, die Cypherpunk-Variante unterstützt zusätzlich Zcash und Monero.

Eignet sich der Keystone 3 Pro für Bitcoin-Multisig?

Ja. Das Gerät lässt sich als Signiergerät in Multisig-Setups mit Sparrow oder Nunchuk einbinden, auch Taproot-Adressen werden unterstützt. Das Keystone-Team hat mit BIP-129 zudem den Standard für die sichere Einrichtung solcher Wallets mitverfasst.

Hat der Keystone 3 Pro Bluetooth, NFC oder WLAN?

Nein, diese Funkschnittstellen fehlen bewusst. Für den Datenaustausch gibt es eine Kamera für QR-Codes, einen microSD-Slot und einen USB-C-Anschluss. Über USB-C lädt man den Akku, optional lassen sich darüber auch Firmware-Updates einspielen und einige Wallets direkt verbinden – das klappt allerdings nur, wenn man den Air-Gap-Modus in den Einstellungen deaktiviert.

Wie läuft die Echtheitsprüfung ab?

Man scannt mit der Kamera des Geräts einen QR-Code auf der Website des Herstellers und tippt den Code, den das Gerät anzeigt, im Browser ein. Die Prüfung basiert auf einer kryptografischen Signatur und ist in ein bis zwei Minuten erledigt. Schlägt sie fehl, rät Keystone dazu, das Gerät nicht weiter zu verwenden und den Support zu kontaktieren.

Wo sollte ich den Keystone 3 Pro kaufen?

Wir raten zum Kauf direkt beim Hersteller und zur Echtheitsprüfung vor der Einrichtung. Der Fall CryptoBilis zeigt, dass selbst ein gelisteter Vertriebspartner keine absolute Sicherheit bietet.

Welche Backup-Optionen bietet der Keystone 3 Pro?

Bei der Einrichtung erzeugt das Gerät eine Wiederherstellungsphrase aus 24 Wörtern, die man auf den mitgelieferten Seed Sheets notieren kann. Alternativ legt man ein Shamir Backup nach SLIP-39 an, die Entropie lässt sich per Würfelwurf erzeugen und eine Passphrase als 25. Wort ist möglich. Außerdem unterstützt das Gerät bis zu drei unabhängige Wallets.

Eignet sich der Keystone 3 Pro für DeFi?

Mit Einschränkung. Die Transaktionsanzeige dekodiert bei vielen gängigen Smart Contracts die Vertragsdaten und warnt bei Permit- und Permit2-Signaturen ausdrücklich. Wer täglich mit DeFi-Protokollen interagiert, empfindet das ständige Scannen im QR-Workflow auf Dauer aber als mühsam. Die optionale USB-Verbindung schafft zwar Abhilfe, hebt aber den Air-Gap auf.

Testnote