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Russische Zentralbank testet Stablecoins – Unternehmen dürfen sich im „Sandkasten“ ausprobieren

Russland Stablecoins
Bildquelle: Michael Siebert, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Erste Tests angelaufen

Die russische Zentralbank, Bank Rossii, hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax damit begonnen Stablecoins zu testen. Die Tests finden zusammen mit Firmen statt, die ihrerseits Stablecoins emittieren wollen.

Die Testumgebung für diese ersten Gehversuche ist allerdings stark limitiert, denn es soll sichergestellt werden, dass die Stablecoins keine ernsthaften realwirtschaftlichen Auswirkungen haben sollen.

Somit stellt die Zentralbank in erster Linie einen regulatorischen „Sandkasten“ zur Verfügung, der es ihr erlaubt zu studieren, welche Auswirkungen Stablecoins haben und welchen Mechanismen sie unterliegen. Dies gilt in technischer sowie wirtschaftlicher Hinsicht. Eine wichtige Einschränkung ist außerdem die Annahme, dass die getesteten Stablecoins nicht als Zahlungsmittel oder als ein Ersatz für die staatliche Währung dienen.


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Vorsicht ist oberstes Gebot

Die Vorsitzende der russischen Zentralbank, Elwira Sachipsadowna Nabiullina, äußerte gegenüber Interfax bedenken. So wolle man zunächst alle Implikationen vollumfänglich verstehen, die durch die Verwendung von Stablecoins in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht aufkommen.

Nabiullina bekräftigte außerdem die Position der Zentralbank, dass jede Form von Geld, dass nicht staatlicher Kontrolle unterliegt, inakzeptabel ist. Es macht den Eindruck, als möchte man lieber anderen Ländern den Vortritt lassen, um aus deren Fehlern zu lernen.

Am stärksten ist bisher China involviert, die bereits Feldtests für digitale Währungen ins Auge gefasst haben. Viele andere Länder agieren, ähnlich wie Russland, sehr vorsichtig.

Bundesbank-Chef will auch abwarten

Auch der Chef der Bundesbank, Jens Weidmann, mahnte in einem Interview mit dem Handelsblatt zunächst auf andere Maßnahmen zu setzen. Um Libra auszubremsen brauche es keine digitalen Währungen, sondern einfach ein Update bestehender Infrastruktur.

So sollen Banken Überweisungen und damit den Zahlungsverkehr beschleunigen, um den digitalen Währungen bereits im Ansatz den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dies richtet sich gegen Vorstöße von Unternehmen, aber auch gegen Pläne für einen digitalen Euro.

Einen Faktor scheinen die verschiedenen Vertreter aus dem Zentralbankgeschäft und der Politik zu übersehen. Wenn China einen großen Erfolg mit einer eigenen digitalen Währung haben sollte, dann läuft man der internationalen Entwicklung hinterher.

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