Commerzbank und Daimler testen blockchainbasiertes Buchungssystem

Fahrzeug Innenraum
Bildquelle: Peter H, pixabay.com

Anzeige


Lesezeit für den Artikel: 2 Minuten

Erster Test

Die Commerzbank hat in Zusammenarbeit mit Daimler ein blockchainbasiertes Buchungssystem getestet. In einer Pressemitteilung informierten die beiden Konzerne über ihre Zusammenarbeit.

Das Projekt trägt den Titel „Cash on Ledger“ und rechnete in einem ersten Test Ladevorgänge von elektrisch betriebenen LKWs ab. Damit kommunizierten praktisch nur noch zwei Maschinen und konnten vermittels Blockchain-Technologie ohne menschliches Eingreifen autonom Buchungen abwickeln.

Bei den Tests wurde keine Kryptowährung im eigentlichen Sinne verwendet, sondern – wie es in der Mitteilung heißt – „Euros auf die Blockchain gebracht“.

Buchungssystem oder Zahlungssystem?

Es ist eine Interessante Frage, ob es sich bei den Transaktionen eher um Buchungen oder tatsächliche Zahlungen handelt. Ein Zahlungssystem – wie man es von Kryptowährungen kennt – würde voraussetzen, dass die Geldwerte sofort und unwiederbringlich den Besitzer wechseln. Dafür ist die Ausgabe einer wie auch immer gearteten Kryptowährung erforderlich.

Die Formulierung der Pressemitteilung macht jedoch deutlich, dass auf der Blockchain abgerechnet wird, aber an anderer Stelle bezahlt. Der Einsatz eines Stablecoins wäre hier sicherlich möglich und ein nachvollziehbarer Anwendungsfall.

Ohne einen solchen Stablecoin handelt es sich aber eher um ein automatisiertes Buchungs- und Abrechnungssystem, welches zum Abschluss eines klassischen Zahlungslaufs bedarf. Die Formulierung „Euros auf die Blockchain“ ist an dieser Stelle vermutlich bewusst sehr schwammig gehalten.

In gewisser Hinsicht mag dies keine Rolle spielen, denn auch dieser letzte Schritt ließe sich automatisieren, wenn man eine Schnittstelle zum klassischen Banking bilden würde. Jedoch offenbart sich durch das Ganze die eigentlich interessante Frage. Würde die Commerzbank für solche Zwecke einen Stablecoin ins Leben rufen?

Bisher ist im vorliegenden Fall nur von E-Geld die Rede. Insbesondere die regulatorischen Aspekte wären in diesem Kontext interessant. Libra wurde erst kürzlich durch den Bundesfinanzminister gescholten. Und hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Stablecoin.

Das Problem erfolgreich umgehen

Bliebe es wie bisher bei einer reinen DLT-Lösung, so wäre ein Stablecoin tatsächlich nicht nötig. Insofern hätte man alle regulatorischen Hindernisse vermieden und mit dem Test Blockchain-Technologie erfolgreich zur Anwendung gebracht, ohne sich fragen zu müssen, ob staatliche Stellen damit einverstanden sind.

Gleichermaßen hat man dann nichts Halbes und nichts Ganzes. Abrechnen und buchen wäre möglich, zahlen jedoch nicht. Einer der entscheidenden Vorteile von Kryptowährungen würde abhandenkommen.

Ähnliche Beiträge

Chinesische Zentralbank stellt digitales Geld fertig

Robert Steinadler

IBM startet Supply Chain Management Plattform

Robert Steinadler