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Bitcoin scheitert an Schlüsselwiderstand – Sommerflaute verstärken Abwärtstrend

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Der Bitcoin-Kurs konnte seine zwischenzeitliche Rückeroberung des Bullmarket-Supportbands, sowie der Widerstandszone zwischen 73.000 und 76.000 Dollar nicht nachhaltig bestätigen. Damit schließt Bitcoin die letzte Wochenkerze im Mai unterhalb dieser wichtigen charttechnischen Levels und bleibt in seinem übergeordneten Abwärtstrend.

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Institutionelles Interesse schwindet

Die Nachfrage von institutioneller Seite, die den Bitcoin-Kurs besonders seit Ausbruch des Iran-Kriegs getragen hatte, hat sich in den letzten Wochen ins Gegenteil gekehrt. Die Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zehn Handelstage in Folge Nettoabflüsse – ein neuer Negativrekord seit dem US-Start der Produkte. Seit dem 15. Mai wurden insgesamt rund 2,97 Milliarden Dollar aus den Bitcoin-ETFs abgezogen. Die täglichen Abflüsse lagen zwischen 70 Millionen und 733 Millionen Dollar. Der stärkste einzelne Abverkauf fand letzte Woche Mittwoch mit rund 733 Millionen Dollar statt. Das gesamte verwaltete Vermögen der Spot-Bitcoin-ETFs ist in nur zwei Wochen von 104,29 Milliarden auf 94,17 Milliarden Dollar gefallen – ein Rückgang von etwa 10 Milliarden Dollar.

Kontraindikator?

Spot-Bitcoin-ETFs gelten als wichtiger Indikator für institutionelle Nachfrage: Zuflüsse deuten meist auf steigenden Optimismus hin. Abflüsse signalisieren Risikoabbau, Angst und vorsichtigeres Anlegerverhalten. Die Analyseplattform Santiment bewertet die starken Abflüsse allerdings als mögliches Kontraindikator-Signal: Extreme ETF-Abflüsse könnten auf „Peak Fear“ – also maximale Angst und Kapitulation – hindeuten. Historisch seien solche Phasen häufig in der Nähe lokaler Tiefpunkte aufgetreten. Als Beispiel nennt Santiment einen einzelnen ETF-Abfluss von rund 904 Millionen Dollar im November 2025, der kurz vor einer deutlichen Markterholung stattfand. Die Analysten sehen die aktuellen Mittelabzüge deshalb als mögliches Zeichen dafür, dass sich der Markt einem Boden nähert.

Der Fokus bleibt auf KI

Der Markt richtet seinen Fokus derzeit fast vollständig auf den KI-Boom und die Rekordrally an den US-Aktienmärkten, während Bitcoin zunehmend an Aufmerksamkeit verliert. Institutionelles Kapital fließt aktuell vor allem in KI-, Halbleiter- und Infrastrukturwerte, gestützt durch starke Unternehmensgewinne, hohe Investitionen in Rechenzentren und die Hoffnung auf ein stabiles US-Wachstum. Gleichzeitig belasten die restriktive Geldpolitik und fehlende regulatorische Fortschritte rund um den Clarity Act die Stimmung im Kryptomarkt.

Dennoch könnte sich dieses Kräfteverhältnis mittelfristig wieder drehen: Sollten die strukturellen Probleme des Finanzsystems – etwa die US-Schuldenproblematik, steigende Refinanzierungskosten oder neue geopolitische Spannungen – erneut stärkere Liquiditätsspritzen der Notenbanken erforderlich machen, dürfte Bitcoin als liquiditätssensitives Asset schnell wieder in den Fokus institutioneller Anleger rücken. Auch die fortschreitende Tokenisierung der Wall Street und mögliche regulatorische Klarheit durch den CLARITY Act bleiben langfristige potenzielle Katalysatoren für den Kryptosektor.

Bleibt der Vierjahreszyklus die Vorgabe?

Bis auf weiteres scheint der Vierjahreszyklus jedoch der dominierende Faktor für die Bitcoin-Preisentwicklung zu bleiben. Dementsprechend bleibt das Jahr 2026 als Bärenmarktjahr innerhalb des Vierjahreszyklus deklariert. Die zwischenzeitliche Rally bis zurück an den 200-Tage-Trend, sowie die anschließende deutliche Bestätigung als Widerstand entspricht früheren Kurs-Dynamiken vergangener Bärenmarktjahre.

Auch die innerjährliche Saisonalität gibt Hinweise auf den weiteren Fahrplan. In den Monaten Mai bis September performed Bitcoin historisch oft schwach und zeigt dabei eine ähnliche Saisonalität wie die Aktienmärkte, die in den Sommermonaten ebenfalls tendenziell schwächer auftreten. Der Monatsabschluss von Minus 3,4 Prozent im Mai reiht sich dabei in vergangene Bärenmarktjahre ein.

Während der Juni oft als Übergangsmonat gilt und in diesem Jahr bereits mit einer leichten Negativrendite von rund minus 1 Prozent gestartet ist, zeigt der Juli historisch zwar einen leichten „Summer Bounce“ mit positiven Durchschnittsrenditen und einer Win-Rate von etwa 70 Prozent. Der August hingegen gehört zu den schwächsten Monaten überhaupt – mit einer historischen Median-Rendite im negativen Bereich und einer Win-Rate von nur rund 30 Prozent.

Über die letzten sieben bis zehn Jahre hinweg ergibt sich für den Zeitraum Mai bis September eine deutliche relative Schwäche mit einer annualisierten Rendite von teils minus 17 Prozent. Diese „Summer Weakness“ resultiert aus geringerer Liquidität durch Urlaubszeit, nachlassendem institutionellem Interesse und typischen Korrekturphasen nach stärkeren Frühjahrsbewegungen. Im aktuellen Zyklus, in dem der Fokus ohnehin auf KI und traditionellen Aktien liegt, könnte diese saisonale Tendenz den Bärenmarkt zusätzlich verlängern und eine nachhaltige Erholung erst wieder ab September/Oktober wahrscheinlicher machen. Das vierte Quartal eines Jahres gilt historisch als das durchschnittlich stärkste für Bitcoin.

Wie immer bei Bitcoin handelt es sich hierbei um historische Muster und keine Garantie – makroökonomische Entwicklungen und ETF-Flows können die Saisonalität jederzeit überlagern. Dennoch bleibt die Sommerpause ein Faktor, den Anleger derzeit im Hinterkopf behalten sollten.

Denken Sie langfristig!

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