Der Bitcoin-Kurs hat mit dem letzten Wochenschluss einen kleinen Meilenstein erreicht, indem er mit dem 20-Wochen-Trend das untere Ende des Bullmarket-Supportbands zurückerobern konnte. Der exponentielle 21-Wochen-Trend als oberes Ende des Bands bleibt weiterhin eine maßgebliche charttechnische Hürde, die der Kurs bis jetzt nicht überwinden konnte.

Solange der Bitcoin-Kurs nicht nachhaltig über sein Bullmarket-Supportband und den 200-Tage-Trend steigen kann, bleibt der übergeordnete Bärenmarkt charttechnisch intakt. Damit ist die aktuelle Aufwärtsbewegung bis auf weiteres als Bärenmarktrally zu bewerten.
Wichtige Termine diese Woche
Die aktuelle Woche hat es in sich, da einige wichtige marktbewegende Termine vorliegen. Neben aktuellen US-Konjunkturdaten und Quartalszahlen der großen Tech-Firmen erwartet uns auch der nächste Fed-Zinsentscheid – und damit die vermutlich letzte Pressekonferenz von Jerome Powell als Vorsitzender.
Am Dienstag den 28. April wird das US-Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Die Erwartung ist ein Rückgang auf 89,4 (von 91,8). Schwächer als erwartete Daten könnten als rezessive Signale gewertet werden, während positive Daten eine weiter stabile Wirtschaft suggerieren.
Am Mittwoch den 29. April wird die Fed über den Zinssatz entscheiden. Konsens ist eine weitere Zinspause bei dem aktuellen Niveau von 3,5 bis 3,75 Prozent. Sollte die Fed unerwartet lockern, würde das verbesserte Liquiditätsbedingungen in Aussicht stellen. Eine Veränderung der Zinsen kurz vor dem Amtswechsel des Fed-Vorsitzenden gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Am Donnerstag den 30. April folgen direkt weitere wichtige Konjunkturdaten mit den US-Arbeitsmarktzahlen und der Inflationsentwicklung. Beide haben einen enormen Einfluss auf die zukünftige Geldpolitik.
Hinzu kommt ein Schwergewicht unter den Quartalsberichtsterminen am Mittwoch, denn es öffnen Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft ihre Bücher. Gemeinsam vereinen diese Tech-Mega-Konzerne fast 20 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500 unter sich. Spannend zu sehen wird unter anderem, welche weiteren Investitionspläne die Unternehmen im Bereich KI zu berichten haben.
Wie wird Bitcoin aus dieser Woche herauskommen?
Das Gesamtbild aus dieser Woche wird ohne Zweifel einen Einfluss auf die weitere Geldpolitik der Federal Reservehaben – ab Mitte Mai möglicherweise bereits unter neuer Führung durch Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell. Schwache Wirtschafts- und Konsumdaten und eine moderatere Inflationsentwicklung könnten den Weg frei für geldpolitische Lockerung machen, was grundsätzlich als positiv für Krypto-Assets gewertet werden kann. Auf der anderen Seite können enttäuschende Quartalsberichte die wieder aufgehellte Stimmung am Markt kippen lassen und auch die Krypto-Märkte mit sich ziehen.
Ein weiter anziehender Business Cycle und ein Regime-Change bei der Fed unter der neuen Führung von Kevin Warsh könnten der eigentliche Impulsgeber für eine weitere Rally werden, da das Risiko-Sentiment sich mehr in Richtung von Risk-On-Assets wie Bitcoin verschieben kann. Gewiss dürfte zumindest eine hohe Volatilität in dieser Woche sein, aufgrund der Fülle an marktbewegenden Terminen und dem Iran-Krieg als anhaltender geopolitischer Variable.
Blick auf die Geldpolitik
Die Ernennung von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef wurde bisher durch den republikanischen Senator Thom Tillis blockiert, da dieser die Ermittlungen gegen den amtierenden Fed-Chef Powell als politisch motiviert kritisiert hatte und ein Ende des Vorgangs als Bedingung für die Bestätigung vorausgesetzt hatte. Das Departement of Justice hat ihm laut eigener Aussage auf dem Kurznachrichtendienst X nun zugesichert, dass die Untersuchung nun vollständig beendet ist und das DoJ nicht als politisches Druckmittel genutzt wird. Warsh hat damit nun einen freien Weg zu einer schnellen Bestätigung, wahrscheinlich noch am selben Tag nach dem Amtsende von Jerome Powell.
Kevin Warsh war bereits früher Fed-Gouverneur, zur Zeit der Finanzkrise 2008, und gilt als geeigneter Kandidat für den Posten des Vorsitzenden. Er ist tendenziell hawkish ausgerichtet und befürwortet eine restriktive Geldpolitik vor allem im Zusammenhang mit dem Balancesheet der Fed, dass er für deutlich zu aufgeblasen hält. Gleichzeitig gilt er als potenziell offen für Zinssenkungen, da aus seiner Sicht die KI-Entwicklung einen deflationären Schub auslösen wird, an dessen Anfang wir uns bereits befinden. Warsh wird zudem als krypto-freundlich angesehen, da er einige Investments in den Sektor getätigt hat, die er bei der Anhörung vor dem Senat offengelegt hat.
Die geldpolitische Richtung unter Warsh wird vom Markt erst noch eingepreist werden müssen, da Warsh potenziell einige komplexe Änderungen einführen wird. Neben seinem alternativen Ansatz zur Liquiditätssteuerung und der Messung der Inflation will er zudem auch die Kommunikation mit dem Markt ändern. So will er die aus seiner Sicht zu starren und wenig informativen Pressekonferenzen nach jede, Zinsentscheid abschaffen und durch eine neue, offenere Art der Kommunikation ersetzen. Wie genau das im Detail aussehen soll, ist noch offen.
Aktuell liefert die Geldpolitik dem Krypto-Markt wenig Rückenwind. Die Liquidität als einer der Haupttreiber für die Kursentwicklung von Bitcoin bleibt gehemmt, solange die Fed keine umfassenderen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen vornimmt. Unter Warsh könnten bald neue Impulse kommen, doch solange bleibt Bitcoin vorerst unter einem Bärenmarkt-Regime.
Denken Sie langfristig!
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