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Binance: Aus in den Niederlanden – Ermittlungen in Frankreich 

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Bildquelle: © Iryna Budanova - stock.adobe.com

  • Binance muss die Niederlande verlassen und sein Geschäft einstellen. 
  • Gleichzeitig laufen laut Medienberichten Ermittlungen in Frankreich wegen Geldwäsche. 
  • Damit nimmt der Druck auf Binance weiter zu und die Lage wird immer kritischer. 

Seit Februar 2022 laufen in Frankreich Ermittlungen gegen Binance, wie Le Monde berichtet. Der Verdacht gegen die Börse ist fast deckungsgleich mit dem Inhalt der SEC-Klage in den USA. Demnach soll Binance seit 2022 Geldwäsche auf seiner Plattform zugelassen und begünstigt haben. 

Die Hiobsbotschaft ist fatal für Binance, denn ausgerechnet in Frankreich verfügt man über eine Erlaubnis für das eigene Geschäft. Dementsprechend sitzt auch ein großer Teil des europäischen Personals in Paris. Daher galt Europa zusammen mit Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten als mögliche Standorte, um das Geschäft trotz Gegenwind aus den USA auszubauen. 

Binance bezog Stellung zu den Vorwürfen und beteuerte, dass man in Frankreich im Einklang mit den Gesetzen arbeitet. Details zu den Anschuldigungen wollte man aber nicht kommentieren. 

Binance muss sein Geschäft in den Niederlanden einstellen

Das Klima hat sich nicht nur in den USA verschlechtert. Auch in den Niederlanden muss Binance zurückstecken und die Segel streichen. Denn es gelang der Börse nicht, die erforderliche Genehmigung als Virtual Asset Service Provider (VASP) zu erlangen. Ab sofort werden keine Kunden mehr aus den Niederlande akzeptiert und Bestandskunden können ihre Assets nur noch abheben, wie Binance mitteilte.

Die Niederlande führten bereits im Jahr 2019 eine verbindliche Registrierung aller Krypto-Börsen bei der DNB ein. Dies führte u. a. dazu, dass Coinbase eine Strafe zahlen sollte, weil sich die Börse ebenfalls nicht bei den zuständigen Behörden registriert hatte. 

Damit ist absehbar, dass es für Binance erheblicher schwieriger wird in der EU operieren. Dabei hätte es MiCA erheblich erleichtern können, die EU, als neue Basis für das Geschäft zu etablieren. Zwar bereitet sich Binance auf MiCA vor, es ist aber offen, ob man entsprechende Zulassungen erhält.

BNB-Kurs weiter unter Druck

Diese ungünstige Entwicklung hat den Kurs von BNB erheblich unter Druck gesetzt. Das Börsengeschäft war und ist seit jeher der Motor hinter dem Token. Zwar hat sich auf BNB auch ein eigenes DeFi-Ökosystem entwickelt, dieses ist jedoch nicht in jeder Hinsicht unabhängig vom Unternehmen. 

Denn letztlich verquickte Binance die Entwicklung und Förderung von BNB mit den eigenen Interessen und noch wichtiger, dem Zuschuss von Fördermitteln. Es ist schon länger bekannt, dass die BNB-Blockchain nur auf dem Papier dezentral ist. 

Sollte Binance in den kommenden Wochen und Monaten keine Einigung oder einen Sieg in den verschiedenen Verfahren erzielen, dann könnte sich dies negativ auf den BNB-Kurs auswirken. Gleichermaßen könnte aber auch eine Erholung einsetzen, wenn es dem Unternehmen gelingt, die Krisenherde einzudämmen. 

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