Anonyme Bitcoin-Käufe nur noch bis 1000 CHF – Schweizer Finanzmarktaufsicht verschärft Regulierung

Schweiz FINMA
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Folgeregulierung vorgestellt

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat per Pressemitteilung eine einschneidende Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen in Aussicht gestellt. Der Änderungsvorschlag sieht vor, den anonymen Handel mit Bitcoin und Kryptowährungen zu beschränken.

Bisher ist es in der Schweiz möglich Kryptowährungen in Höhe von 5000 CHF anonym zu kaufen oder zu verkaufen. Dieser Schwellenwert soll auf 1000 CHF gesenkt werden. Damit will die Aufsicht den internationalen Anti-Geldwäscherichtlinien der FATF besser entsprechen, die u. a. auch in der Schweiz ab dem 1. Januar 2020 per Gesetz umgesetzt worden sind.

Bis zum 9. April 2020 läuft jetzt ein öffentliches Anhörungsverfahren zu den Änderungen, die nicht nur ausschließlich Kryptowährungen betreffen.

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KYC wird zunehmend zur Pflicht

Dementsprechend sollen sich Kunden gegenüber Börsen, Brokern und Automatenbetreibern ausweisen, wenn sie Geschäfte tätigen wollen, die den Schwellenwert überschreiten. Dazu werden dann marktübliche Verfahren zur Identifikation genutzt.

Letztlich wird damit gesorgt, dass alle Unternehmen, die den Handel mit Kryptowährungen anbieten, zukünftig dafür sorgen müssen ihre Kunden so zu überprüfen, wie es auch bei Banken üblich ist.

Ob damit jedoch die Geldwäsche effektiv eingedämmt werden kann, ist höchst fraglich. Denn eine Studie die jüngst veröffentlicht wurde, zeichnet ein ganz anderes Bild von der Lage. 

Chainalysis offenbart Schwächen des Systems

Mit einem international viel beachteten Report hat die Firma Chainalysis für Diskussionsstoff gesorgt. In dem Bericht schlägt das Unternehmen, welches sich auf Blockchain-Analyse spezialisiert hat, bezüglich der OTC-Trader Alarm.

Diese würden riesige Summen verschieben und das, ohne ihrerseits KYC von ihren Kunden zu verlangen. Dadurch würde auch Gelder gewaschen, die laut Blockchain-Analyse zum Teil nachweislich aus illegalen Aktivitäten stammen.

Damit wird also durch die zunehmende Regulierung nicht der Vollprofi betroffen, sondern in erster Linie arglose Verbraucher. Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass der Datenschutz bei den KYC-Verfahren ein großes Problem darstellt. Denn es kam zu Leaks der Ausweisdokumente von Kunden verschiedener Börsen, darunter auch Binance.