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MediaMarkt stoppt Ledger-Verkauf nach Implantat-Berichten

MediaMarkt
Bildquelle: © PixelBiss - stock.adobe.com

Der Ledger-Hack hat Folgen für den europäischen Elektronikhandel. MediaMarktSaturn hat alle Ledger-Wallets aus seinen Märkten und Onlineshops genommen, nachdem ein Kunde in zwei Filialen manipulierte Geräte gefunden haben will. Ledger spricht von einem abgestimmten Schritt, hat den Fund aber bislang nicht bestätigt.

Die MediaMarktSaturn Retail Group hat am Dienstag sämtliche Ledger-Produkte aus ihren Filialen und von ihren Online-Plattformen entfernt.

Bereits am Sonntag hatte der X-Nutzer 0xJohannes_ einen bei MediaMarkt gekauften Nano X mit zusätzlicher Verkabelung gezeigt, wie wir berichteten. Am Montag meldete er ein zweites Gerät aus einer anderen Filiale, das er nach eigenen Angaben frisch im Laden gekauft und beim Auspacken gefilmt hat. Es weise dieselben Veränderungen auf, darunter zusätzliche Kabel und ein verstecktes LTE-Modul.

Das Personal habe ihm versichert, es handle sich um keinen Rückläufer, da zurückgegebene Ledger-Geräte direkt an den Hersteller gingen. Trifft das zu, verliert die Vermutung eines erneut verkauften Rückläufers an Gewicht. Nach seiner Darstellung nennen die Unterlagen der Filiale die Aqipa GmbH als Lieferanten, die seit 2023 Ledger-Geräte in Deutschland und Österreich vertreibt. Wo die Bauteile eingesetzt wurden, ist damit nicht geklärt.

Ledger spricht von abgestimmtem Verkaufsstopp

Ledger bestätigte den Schritt am Dienstag auf X. MediaMarktSaturn habe den Verkauf in Abstimmung mit dem Hersteller gestoppt, solange die Untersuchung läuft. Anlass sei der Bericht eines Kunden aus Deutschland über ein Implantat. Verluste seien nicht gemeldet worden, Hinweise auf eine Kompromittierung der eigenen Infrastruktur, Systeme oder Dienste gebe es nicht. Der Support prüfe die Meldungen, das hauseigene Sicherheitsteam Donjon untersuche die eingesandten Geräte.

https://twitter.com/Ledger/status/2109984923343782374

Zugleich warnt Ledger vor Betrügern, die die Verunsicherung ausnutzen könnten. Das Unternehmen rufe Kunden nie an, schreibe sie nicht direkt an und frage niemals nach der 24 Wörter umfassenden Seed Phrase.

Was der MediaMarkt-Verkaufsstopp für Kunden bedeutet

Der Rückzug aus dem Sortiment ist zunächst eine Vorsichtsmaßnahme und kein Beleg dafür, dass bei MediaMarkt oder Saturn gekaufte Wallets grundsätzlich manipuliert sind. Bestätigt hat Ledger Implantate bislang nur bei Geräten des südostasiatischen Resellers CryptoBilis. Am Dienstag erklärte das Unternehmen jedoch, auch Hinweisen jenseits dieses Händlers nachzugehen. Parallel meldete der frühere Mt.-Gox-Chef Mark Karpelès ein Implantat in einem Ledger Flex, der am Flughafen Singapur gekauft wurde.

Wer ein Gerät bei MediaMarkt oder Saturn gekauft hat, dem hilft der Genuine Check allein nicht weiter. Ein präpariertes Gerät besteht die Echtheitsprüfung laut Karpelès, weil das Secure Element unangetastet bleibt, wie wir in unserer Analyse zum LTE-Implantat erklärt haben. Ledger rät im CryptoBilis-Fall, verdächtige Geräte nicht einzurichten und genutzte Wallets mit neuer Seed Phrase auf ein neues Gerät umzuziehen. Angaben zum Umgang mit bereits verkauften Geräten enthält die Stellungnahme nicht.

Ledger erleidet massiven Rufschaden

Entscheidend wird, was Donjon bei den eingesandten Geräten findet und an welcher Stelle der Lieferkette die Bauteile eingesetzt wurden. Bestätigt sich der Verdacht, wäre der Ledger-Hack kein regionales Problem eines einzelnen Resellers mehr, sondern hätte den regulären europäischen Handel erreicht.

Aus der Situation resultiert ein nahezu irreparabler Rufschaden. Weltweit müssen sich Kunden jetzt fragen, ob ihre Geräte noch sicher sind. Gewissheit bekommt man nur, wenn man sein Hardware Wallet in die einzelnen Baugruppen zerlegt. Ein drastischer Schritt, mit dem man die Hardware beschädigen und in jedem Fall Garantie- und Gewährleistungsansprüche gefährden kann.

Ob sich Ledger von diesen Negativschlagzeilen erholen wird, ist genauso offen, wie die Frage, ob MediaMarktSaturn den Verkauf wieder aufnehmen wird.

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