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XRP springt auf 1,07 Dollar – Ripple gewinnt erste Regionalbank Südkoreas

Ripple und XRP auf iPhone
Bildquelle: © Koshiro - stock.adobe.com

Ripple hat mit der Jeonbuk Bank die erste Regionalbank Südkoreas für Ripple Payments gewonnen. Grenzüberschreitende Firmenzahlungen sollen dort künftig in Sekunden statt in Tagen abgewickelt werden. Am Kurs ist die Meldung spurlos vorbeigegangen, denn XRP notiert erstmals seit November 2024 an der Ein-Dollar-Marke, und Ripple lässt offen, welches Asset die Zahlungen überhaupt bewegt.

Ripple lanciert Partnerschaft mit der Jeonbuk

Ripple hat die Partnerschaft mit der südkoreanischen Bank gestern in Seoul bekannt gegeben. Die 1969 in Jeonju gegründete Jeonbuk Bank ist der dominierende Kreditgeber ihrer Heimatprovinz und nach Angaben von Ripple die erste Regionalbank des Landes, die Ripple Payments für Auslandsüberweisungen einsetzt. Zielgruppe sind Geschäftskunden, vor allem Import- und Exportfirmen, IT-Startups und Online-Content-Creator. Deren Zahlungen laufen bisher über mehrere Korrespondenzbanken und das SWIFT-Netz und brauchen dadurch Tage. Ripple Payments soll dieselben Transfers in Sekunden bis Minuten abwickeln und rund um die Uhr verfügbar sein.

Fiona Murray, bei Ripple für den asiatisch-pazifischen Raum zuständig, verweist auf die Rolle von Regionalbanken in der Realwirtschaft und spricht von wachsender Dynamik im institutionellen Finanzsektor Koreas. Bankchef Park Choon-won bezeichnet die Kooperation als „neuen Wachstumsmotor“ für sein Haus und will die Bank vom Regionalinstitut zum Anbieter digitaler Finanzdienstleistungen mit globalem Anspruch entwickeln.

Wichtig für die Einordnung ist, was in der Mitteilung fehlt. Ripple nennt keine finanziellen Konditionen, keine erwarteten Transaktionsvolumina und kein Startdatum für den Livebetrieb. Auch ob der Dienst bereits für Kunden verfügbar ist, bleibt offen.

Dritte Korea-Partnerschaft in diesem Jahr

Der Deal ist Ripples dritte Kooperation mit einem koreanischen Finanzinstitut im Jahr 2026. Im April vereinbarte das Unternehmen mit Kyobo Life Insurance, dem größten Lebensversicherer des Landes, die Abwicklung tokenisierter Staatsanleihen. Wenige Tage später folgte Kbank, die erste reine Internetbank Koreas, mit institutioneller Wallet-Infrastruktur über Ripple Custody. Jeonbuk deckt jetzt den Zahlungsverkehr ab.

Auffällig ist, dass jede der drei Institutionen einen anderen Teil des Ripple-Stacks nutzt. Ripple verkauft in Korea also keine einzelne Anwendung, sondern eine Plattform, an die Häuser mit unterschiedlichem Reifegrad andocken können. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert, denn der koreanische Retail-Markt schwächelt deutlich. Die Börsen Upbit und Bithumb verbuchten im ersten Halbjahr 2026 Umsatzrückgänge von jeweils fast 50 Prozent, während das institutionelle Geschäft weiter wächst.

Was die Partnerschaft für XRP bedeuten könnte

Hier liegt der entscheidende Punkt für viele Anleger. Ripple Payments funktioniert auch ohne XRP, und die Mitteilung nennt kein Settlement-Asset. Denkbar wäre XRP, aber der hauseigene Stablecoin RLUSD wäre gleichermaßen attraktiv.

Technisch gäbe es beide Wege. XRP dient als Brückenwährung, um Vorfinanzierung in Zielmärkten zu vermeiden, RLUSD liefert stabile Recheneinheiten für Treasury und Buchhaltung. Banken müssen XRP dabei nicht selbst halten, weil Liquiditätsanbieter und Börsen den Umtausch übernehmen. Genau das macht die Nachfragewirkung für den Token indirekt und abhängig vom tatsächlichen Volumen.

Wie stark sich das Gewicht verschoben hat, zeigen die Zahlen auf dem XRP Ledger selbst. Von rund 1,38 Milliarden Dollar an tokenisierten Real-World-Assets entfallen etwa 845 Millionen Dollar auf RLUSD, also mehr als drei Fünftel. Ripple als Unternehmen wächst damit sichtbar, ohne dass daraus automatisch Kaufdruck für XRP entsteht.

Der XRP-Kurs erzählt eine andere Geschichte

XRP fiel am Dienstagmorgen asiatischer Zeit auf 98 US-Cent und damit auf den tiefsten Stand seit November 2024. Am Mittwochvormittag notiert der Token bei rund einem Dollar oder etwa 0,86 Euro, die Marktkapitalisierung liegt bei ungefähr 62,6 Milliarden Dollar und damit auf Rang sechs. Auf Zwölfmonatssicht hat XRP rund zwei Drittel seines Werts verloren,.

Die Positionierung der Trader zeigt in die andere Richtung. Das Open Interest bei XRP-Futures lag diese Woche bei etwa 2,78 Milliarden Dollar, auf Binance kamen mehr als drei Long-Positionen auf jede Short-Position, bei OKX war das Verhältnis ähnlich. Gleichzeitig war die Stimmung in sozialen Netzwerken so negativ wie seit drei Monaten nicht. Solche Verhältnisse sind ein Sentiment-Signal und könnten als Bodenbildung verstanden werden.

Weil Bitcoin in Richtung 67.000 US-Dollar startet, gerät auch XRP in Wallung. Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Artikels notiert der XRP-Kurs bei 1,07 US-Dollar und könnte im Rahmen einer breiteren Markterholung ein Kursziel von 1,17 US-Dollar in Angriff nehmen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es sich hierbei nicht nur um eine kurzfristige Erholung handelt. Weil XRP in dieser Situation ein Narrativ als Kursbeschleuniger fehlt, bleibt Bitcoin wenigstens kurzfristig der Benchmark, der die zuverlässigeren Signale liefert.

Der koreanische Rechtsrahmen entscheidet mit

Ob aus den Pilotprojekten am Ende echtes Volumen wird, hängt in Südkorea stark an der Regulierung. Stand 19. August 2026 ist der Digital Asset Basic Act, der Lizenzen für Won-Stablecoins schaffen soll, weiterhin nicht verabschiedet. Die Wiedereinbringung im Parlament ist für September 2026 vorgesehen, strittig bleibt vor allem, ob Banken mindestens 51 Prozent an Emissionskonsortien halten müssen. Die Regierung arbeitet parallel an einer Rechtsgrundlage für grenzüberschreitende Stablecoin-Transaktionen.

Zwei weitere Punkte sind für Ripple relevant. Das Parlament hat im Mai 2026 eine Änderung des Devisengesetzes beschlossen, nach der Anbieter grenzüberschreitender Krypto-Transfers registrierungspflichtig werden. Und nach den bisherigen Entwürfen sollen ausländische Stablecoin-Emittenten Zahlungs- und Remittance-Dienste nur mit einer koreanischen Einheit anbieten dürfen. Für RLUSD in koreanischen Korridoren wäre das eine harte Voraussetzung.

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