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Nakamoto verkauft 600 Bitcoin – Befreiungsschlag oder Notverkauf?

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Nachdem Strategy sich von 32 Bitcoin getrennt hatte, brach am Markt die Hölle los. Dabei handelte es sich jedoch eher um einen kleinen, strategischen Verkauf, der es gar nicht verdient hatte, so hohe Wellen zu schlagen. Schließlich handelte es sich nicht um den ersten Verkauf. Im Dezember 2022 trennte man sich von 704 BTC, um steuerliche Verluste geltend zu machen. Danach kaufte man munter weiter Bitcoin ein und so sieht die Lage auch im Jahr 2026 aus. Anfang dieser Woche gab man bekannt, weitere 1.100 Bitcoin nachgekauft zu haben.

Bei Nakamoto (Nasdaq: NAKA) sieht die Sache jedoch anders aus, denn das Unternehmen von David Bailey steht wegen seiner Unternehmenskäufe in der Kritik und bei der Krypto-Börsen Kraken in der Kreide. Am Donnerstag gab man bekannt, sich von 600 Bitcoin getrennt zu haben. Auch für Nakamoto ist es nicht der erste Verkauf, aber die finanzielle Situation des Unternehmens ist eine andere. Ein Befreiungsschlag oder ein verzweifelter Versuch sich zu retten?

Mit dem Verkauf reduziert Nakamoto seine Schulden erheblich, und zwar um 45 Millionen US-Dollar. Dass der Erlös nicht nur Spot-Verkäufe, sondern auch durch Derivate erzielt wurde, rettet das Gesamtbild jedoch nicht. Bereits im März hatte sich Nakamoto von Bitcoin getrennt. Der Grund dafür ist die Struktur der Kreditfinanzierung des Unternehmens. Kraken gewährt Nakamoto eine Kreditlinie, die durch Bitcoin besichert ist. Fällt die Sicherheit im Wert, was aktuell leider der Fall ist, dann rückt die Liquidation der Assets näher. In diesem Sinne dient der Verkauf also dazu, das Liquidationsrisiko zu steuern und zu minimieren.

Jetzt liegt die Kreditlinie nur noch bei 165 Millionen USDT, wovon 60 Millionen USDT am 4. Dezember fällig werden. Die restlichen 105 Millionen USDT laufen weiter bis zum 30. Juni 2027. Gleichzeitig kauft Nakamoto für 25 Millionen US-Dollar eigene Aktien zurück und hält noch eine Treasury von 4.467 Bitcoin. Davon sind laut Einreichung bei der SEC stolze 3.805 Bitcoin als Sicherheit für den Kredit hinterlegt. Bei einem Kurs von 63.000 US-Dollar entspricht das 239,7 Millionen Dollar.

Die exakten Bedingungen für eine Liquidation sind zwar nicht bekannt, aber rechnerisch wäre bereits bei 43.363 US-Dollar Schluss, wenn Kraken wenigstens den Kreditbetrag ohne Zinsen erhalten möchte. Nachschusspflichten dürften aber wohl weit vorher greifen, was es wahrscheinlicher macht, dass die Luft bei einem Kurseinbruch bereits weit vorher dünner wird.

Saylor kann, Bailey muss

Der Unterschied zwischen den Verkäufen der beiden Bitcoin-Treasuries könnte also kaum größer sein. Strategy sieht sich schlicht keinem Liquidationsrisiko ausgesetzt. Auch wenn medial immer wieder Spekulationen angeheizt werden, ob und wann Strategy unter der Last seiner Verpflichtungen zusammenbricht, sind die Verbindlichkeiten des Unternehmens ganz anders strukturiert.

Für Nakamoto gilt das jedoch nicht, denn hier läuft ein besicherter Kredit, der das Unternehmen zwingen könnte, seine Bitcoin-Strategie aufzugeben oder erheblich verändern zu müssen. Zum Jahresende 2025 hielt Nakamoto noch 5.342 Bitcoin, aktuell sind es noch 4.476 BTC wovon 3.805 BTC in der Schusslinie stehen.

Es bleibt also ein riskantes Spiel, denn der Markt hat sich von dem Kursrutsch im Mai bislang nicht ernsthaft erholt. Bitcoin ist in seiner kurzen Geschichte bereits mehr als einmal für Tod erklärt worden, was sich bislang nie bestätigt hat. Die Erfahrung aus den letzten Bärenmärkten zeigt aber auch, dass eine Bodenbildung lange Zeit auf sich warten lassen kann.

Betrachtet man den Tiefpunkt vom Top 2017 aus, lag er bei –83 %, vom Top 2021 aus bei –78 %. Sollte die Marke von 126.000 US-Dollar tatsächlich das Hoch dieses Zyklus gewesen sein, befände man sich derzeit erst bei –53 % – was darauf hindeuten könnte, dass der Markt seinen Boden irgendwo zwischen 30.000 und 21.000 US-Dollar finden würde. Dies setzt freilich voraus, dass sich die Geschichte wiederholt, was sie nicht zwingend tun muss.

Diese Beobachtung unterstreicht aber, wie knapp die Treasury von Nakamoto kalkuliert ist und wie robust die von Strategy im Vergleich dazu wirkt. Sollte der Kurs weiter fallen, dann geraten Bitcoin-Treasury-Unternehmen zwar automatisch unter Druck, aber nicht aus den gleichen Gründen.

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