Regulierung

Wie sich die Hamas mit Kryptowährungen finanziert

Hamas Rakete steckt im Boden
Symbolbild | Bildquelle: © stock.adobe.com

  • Die Hamas hat über Jahre hinweg Kryptowährungen zur Finanzierung genutzt.
  • In diesem Zusammenhang stehen schwere Vorwürfe gegen Binance im Raum.
  • Aktuell schließen israelische Behörden massenhaft verdächtige Konten.

Dass die Hamas sich u. a. mit Bitcoin finanziert, ist bereits seit dem Jahr 2019 bekannt. Weil sich die Nutzung von Bitcoin zur Umgehung von Einschränkungen und Sanktionen als ergiebig erwies, stieg man später auch auf andere Kryptos um. Darunter verstärkt den Stablecoin Tether (USDT) und im geringen Ausmaß auch andere digitale Token. Israelische Behörde gingen immer wieder dagegen vor, indem sie verdächtige Konten schlossen.

Weil es sich dabei aber überwiegend um börsliche Konten handelte, war dem Schlupfloch am Ende nicht beizukommen. Immer wieder mussten israelische Behörden ausrücken, um weitere Konten schließen zu lassen. Zwischen 2021 und Mai 2023 wurden laut Reuters insgesamt 190 Konten auf Binance geschlossen. Ein Bericht von Elliptic legt nahe, dass ungefähr im gleichen Zeitraum 94 Millionen US-Dollar an die Organisation „Islamischer Dschihad in Palästina“ vermittels Kryptowährungen flossen. Die Organisation beteiligte sich an den jüngsten Angriffen der Hamas. Die Hisbollah soll laut dem gleichen Report mutmaßlich über rund 3,8 Milliarden US-Dollar in Krypto verfügt haben. Neben den Einnahmen aus Spendenaufrufen stammen die Mittel wohl überwiegend aus Zahlungen durch den Iran.

Zwar wurde die Beschlagnahmung dieser Beträge durch israelische Behörden angeordnet, aber es ist nicht bekannt, in welchem Umfang Mittel abgeschöpft werden konnten. Binance steht unter Verdacht, die Aktivitäten der Hamas wenigstens teilweise geduldet zu haben. Angesichts der unsäglichen Gräueltaten, welche durch Hamas-Kämpfer begangen wurden, gewinnt dieser Vorwurf nun an Gewicht.

Compliance-Manager soll darüber gelacht haben

Die Klage der CFTC gegen Binance und den CEO Changpeng „CZ“ Zhao enthält eine ganze Passage zu dem Thema Terrorfinanzierung. Dabei sollen Mitarbeiter der Börse sogar gewusst haben, wem verdächtige Konten gehören. Konkret sollen über einige Konten nur geringe Beträge gelaufen sein.

Laut der Klageschrift soll sich der damalige Compliance Officer scherzhaft in einem internen Chat geäußert haben, dass man mit den geringen Beträgen nicht mal ein Sturmgewehr hätte bezahlen können. Obgleich man hier nur spekulieren kann, ist es wahrscheinlich, dass gezielt geringe Beträge über viele verschiedene Konten liefen, um den Geldfluss zu verschleiern. Eine Praxis, welche an das Smurfing erinnert und im Rahmen von Anti-Geldwäschemaßnahmen sehr geläufig ist.

Bislang sind die Vorwürfe aus der Klageschrift nicht vor Gericht bewiesen worden und Binance wehrt sich gegen beide Klagen durch die SEC und die CFTC.


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Israel lässt erneut Konten schließen

Laut israelischen Medienberichten hat die Cybercrime-Einheit der Lahav 433 damit begonnen, weitere Konten einzufrieren. Über den Erfolg und die Höhe der Summen ist bislang nur wenig bekannt. Einziger Angriffspunkt sind lediglich Börsen, weil sich Wallets, die von den Nutzern selbstverwaltet werden, technisch nicht ausschalten lassen.

Unbestätigte Berichte auf dem Kurznachrichtendienst X deuten darauf hin, dass Börsen dazu gezwungen sind, ihre Kunden im gesamten Nahen Osten einzuschränken. Davon sollen also nicht nur Palästinenser, sondern auch syrische und libanesische Staatsbürger betroffen sein. Erneut steht Binance im Fokus der Aktion von Lahav 433, denn die Börse ist in der Region sehr aktiv. In Dubai hat man sich um eine Lizenzierung bemüht und steht kurz vor Abschluss der letzten Stufe in dem Vergabeverfahren. Obgleich man scheinbar auf die Ersuchen der israelischen Behörden umfassend eingeht, bleibt angesichts der Vorwürfe durch die CFTC ein bitterer Beigeschmack. Denn damit könnte Binance möglicherweise eine Schlüsselrolle bei der Terrorfinanzierung zukommen, die bislang nicht hinreichend adressiert worden ist.

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