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Vitalik Buterin: Ethereum-Gründer kritisiert Bitcoin-Community

Vitalik Buterin
Ethereum-Gründer Vitalik Buterin. © John Phillips/Getty Images for TechCrunch via Flickr.com (CC BY 2.0)

Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

  • Präsident Nayib Bukele steht international schon länger in der Kritik.
  • Dabei gibt nicht etwa Bitcoin, sondern sein autoritärer Stil Grund zur Sorge.
  • Jetzt meldete sich Vitalik Buterin zu Wort und äußerte Kritik an der Bitcoin-Community.

Nayib Bukele steht in der Kritik, einen autoritären Führungsstil zu besitzen. Insbesondere sein von Truppen begleiteter Einmarsch ins Parlament im Februar 2020 hinterließ bei der Opposition und der internationalen Medienlandschaft einen bleibenden Eindruck.

Jüngst hat Präsident Bukele seinem Twitter-Profil den Satz “El Dictador más cool del mundo mundial“ hinzugefügt, was übersetzt in etwa der coolste Diktator der Welt bedeutet. Das kann man im besten Fall als ausgefallenen Humor bewerten und im schlimmsten Fall als pure Verachtung für seine politischen Gegner, die Opposition und die Demokratie interpretieren.

Erst eine in diesem Jahr erlassene Verfassungsänderung hat dafür gesorgt, dass Bukele überhaupt eine weitere Amtszeit bekommen kann und sich erneut zur Wahl stellen darf. Auch hier verweisen kritische Stimmen auf das Muster moderner Autokratien. Das Verfassungsgericht soll demnach nur mit loyalen Richtern besetzt worden sein, die im Ergebnis die Änderung durchgewunken haben sollen.  

Buterin meldet sich via Reddit

Die Kritik an Präsident Bukele fand vor zwei Tagen ihren Widerhall auf Reddit. Dort kritisierte ein unbekannter Nutzer den Politikstil des Präsidenten von El Salvador und verband die Kritik mit der Forderung, dass die Community einen solchen Mann nicht hofieren darf.

Dem pflichtet Vitalik Buterin bei:

Nothing unpopular about this opinion. Making it mandatory for businesses to accept a specific cryptocurrency is contrary to the ideals of freedom that are supposed to be so important to the crypto space. Additionally, this tactic of pushing BTC to millions of people in El Salvador at the same time with almost no attempt at prior education is reckless, and risks a large number of innocent people getting hacked or scammed. Shame on everyone (ok, fine, I’ll call out the main people responsible: shame on Bitcoin maximalists) who are uncritically praising him.

Vitalik Buterin via Reddit

Damit schloss sich Buterin also nicht nur dem Tenor der Kritiker an, sondern schoss auch scharf gegen das Lager der Bitcoin-Community. Um präzise zu sein, ging es ihm um die sogenannte Gruppe der Maximalisten. Also den Bitcoinern, die ausschließlich in Bitcoin die Lösung nahezu aller Probleme unserer Zeit sehen und nicht selten andere Kryptowährungen als unethisch betrachten, weil sie den großen Plan, der sich nur mit und durch Bitcoin entfalten kann, verhindern oder wenigstens verzögern.

Die goldene Mitte

Man muss nicht Bukele feiern, kann aber trotzdem seine Entscheidung begrüßen, Bitcoin den Status einer vollwertigen Währung eingeräumt zu haben. Es ist unvermeidbar, dass Bitcoin zum Gegenstand politischer Entscheidungen wird.

Bisher ist das in der westlichen Welt nur der Fall, wenn man Spekulationsgeschäft besteuern will oder vermeiden möchte, dass sich Schlupflöcher für Geldwäscher öffnen. Bitcoin ist nicht mit dem politischen Schicksal El Salvadors oder dem von Präsident Bukele verknüpft. Es ist jedoch absehbar, dass die mediale Berichterstattung nicht so trennscharf sein wird, falls das Leuchtturmprojekt oder der Präsident untragbar werden sollten.

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