Recht

USA: Coinbase Ex-Manager wegen Insiderhandel angeklagt

Gerichtsgebäude

  • In den USA wird ein Ex-Mitarbeiter von Coinbase wegen Insiderhandel angeklagt.
  • Er war als Produktmanager für die Aufnahme neuer Kryptowährungen in das Angebot der Bitcoin-Börse zuständig.
  • Der Beschuldigte soll sich, seinen Bruder und einen weiteren Tatverdächtigen mutmaßlich um 1,5 Millionen US-Dollar bereichert haben, indem er Insiderhandel betrieb.

Coinbase kommt nicht mehr aus den Negativschlagzeilen heraus. Jetzt steht ein ehemaliger Manager des Unternehmens in den USA vor Gericht, weil er sein Wissen für Insiderhandel genutzt haben soll. 

Er war u. a. damit vertraut, welche Krypto-Assets die Börse als Nächstes aufnehmen würde und nutzte dieses Wissen mutmaßlich, um sich im Vorfeld mit den jeweiligen Token einzudecken. Laut einer Pressemitteilung des US-Justizministeriums soll er außerdem auch wiederholt Tipps an seinen Bruder und einen Bekannten gegeben haben.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, auf diesem Weg zusammen mit seinem Bruder insgesamt 1,5 Millionen US-Dollar Gewinn erzielt zu haben. Die beiden Brüder wurden jetzt festgenommen, nachdem der Hauptbeschuldigte bereits im Mai erfolglos versuchte aus den USA zu fliehen. Der dritte Tatverdächtige befindet sich aber wohl immer noch auf der Flucht.

Influencer übernimmt Spurensuche

Das wohl bemerkenswerteste Detail ist die Tatsache, dass der Influencer Jordan Fish, der auch unter dem Namen „CryptoCobain“ bekannt ist, die Tat im April aufdeckte. Neben einer sehr erfolgreichen Präsenz auf Twitter moderiert er auch den beliebten Youtube-Podcast UpOnly.

Er deckte die Aktivitäten der Tatverdächtigen auf und teilte seine Vermutungen bzw. Ergebnisse via Social Media. Demnach fand er viele verdächtige Transaktionen, bei der zeitlich jeweils immer kurz vor der Notierung auf Coinbase in die entsprechenden Token investiert wurde. Da es sich oftmals um ERC-20 Token handelte, führte die Spur immer wieder zu dem gleichen Ethereum-Wallet.

Schon damals lag bei dem Fund nahe, dass es sich wahrscheinlich um eine Form von Insiderhandel dreht. Jetzt sind seine Entdeckungen sogar Teil der Ermittlungen gegen die Tatbeschuldigten. 

SEC wirft ihren Hut in den Ring

Auch die US-Börsenaufsicht SEC will mit den Tatbeschuldigten ein Hühnchen rupfen und erklärte kurzerhand 9 der Token zu Wertpapieren. Damit erntete die Aufsichtsbehörde prompt Kritik, denn eine solche Bewertung deckt sich im Wesentlichen nicht mit den bisherigen Kriterien. Auch Coinbase wies die Darstellung zurück.

Doch durch diesen Schritt kann die Behörde praktischerweise direkt ein weiteres Verfahren gegen die Beschuldigten eröffnen, welches seine Grundlage im US-Wertpapiergesetz findet. Damit bekommt der Skandal einen Nebenschauplatz, der in Zukunft für den gesamten Markt relevant werden könnte.

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