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Stadtplanung für Bitcoiner: El Salvador entwirft Bitcoin City

Miniaturmodell einer Stadt
Bildquelle: louisredon, pixabay.com

Das Wichtigste in Kürze:

  • El Salvador will eine klimaneutrale Stadt auf exklusiver Basis von Bitcoin errichten.
  • Das Großprojekt soll über eine Serie von Bitcoin Bonds finanziert werden.
  • Neben der Integration von Bitcoin winken Bürgern der Stadt massive Steuervorteile.

El Salvador hat große Pläne, denn man will eine Stadt am Golf von Fonseca errichten, die ausschließlich einer Technologie gewidmet sein soll, nämlich Bitcoin. Ein in der Nähe befindlicher Vulkan soll umweltfreundliche Energie bereitstellen, um Bewohner und Bitcoin-Miner zu versorgen, wie Präsident Bukele während der Bitcoin Week bekannt gab.

Die Gesamtkosten des Großprojekts sind noch unklar, aber neben dem Bau der Stadt will man einen eigenen Hafen und eine Bahn realisieren. Wer sich in der Bitcoin City niederlässt, zahlt de facto keine Steuern und darf die Früchte seiner Arbeit – oder etwaiger Spekulationsgeschäfte – komplett selber behalten.

Die Finanzierung soll über eine Serie von Bitcoin Bonds erfolgen und mit dem Ersten will man insgesamt 1 Milliarde US-Dollar einsammeln. Die eine Hälfte des sogenannten „Volcano Bond“ will man in den Ausbau des Kraftwerks der Bitcoin City und in Mining-Anlagen stecken. Die andere Hälfte wird direkt in BTC investiert.

Ein Steuerparadies für Bitcoiner

Während die USA und IWF wiederholt vor den Plänen El Salvadors gewarnt haben, scheint Präsident Bukele diese Warnungen nicht weiter zu bekümmern. Der Fahrplan ist klar und der Zeitpunkt geschickt gewählt. Man verbindet große Visionen mit den prall gefüllten Taschen der Bitcoin-Industrie und reicher Bitcoiner, denen man die attraktivsten Bedingungen bietet, die sie sich nur wünschen können.

In den USA zielt Bidens Infrastrukturpaket darauf ab, die Gewinne durch das Trading von Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu besteuern. Auch in Europa ist damit zu rechnen, dass Staaten sich an dem Reichtum der Anleger beteiligt sehen wollen. Österreich setzte jüngst eine Änderung der Steuergesetze um, welche die Steuerfreiheit von Gewinnen aus dem Krypto-Trading nach einjähriger Haltefrist beseitigte.

Wer das große Los mit Bitcoin gezogen hat, der dürfte sich von der Bitcoin City also besonders angesprochen fühlen. Unlängst zieht es erfolgreiche Unternehmer und Spekulanten in Ausland. Bisher sind die Vereinigten Arabischen Emirate der Tipp, um durch eine Verlegung des Wohn- oder Firmensitzes Steuern in der Heimat zu vermeiden.

Bitcoin Bonds auf dem Liquid Network

Der aktuell geplante „El Salvador Bitcoin Bond 1“ (EBB1) ist nur der Erste einer ganzen Reihe. Er soll eine Laufzeit von 10 Jahren haben und der Coupon wird mit 4,5 % verzinst. Außerdem sollen Investoren eine Bitcoin-Dividende bekommen, die einen zusätzlichen Anreiz bieten soll. Die Dividende soll aus den Gewinnen ausgeschüttet werden, die man mit dem Kauf von Bitcoin im Wert von 500 Millionen US-Dollar im Laufe der Jahre erzielen will.

Die Bonds kommen über eine Kooperation zwischen Blockstream, Bitfinex und El Salvador zustande und sollen auf dem Liquid Network herausgegeben werden. Um das tokenisierte Wertpapier zu ermöglichen, will die Regierung von El Salvador laut einer Pressemitteilung von Blockstream noch entsprechende Gesetze und Verordnungen erlassen.

Auch Kleinanleger können sich demnach beteiligen, denn eine Investition ist ab 100 US-Dollar möglich. Das Liquid Network ist eine Second-Layer-Technologie, die u. a. den Handel mit anderen Assets als Bitcoin auf tokenisierter Basis ermöglicht. Damit sollen Anleger weltweit in die Lage versetzt werden, an dem Bond teilhaben zu können.

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