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Rezession: Was sie für Bitcoin und den Markt bedeutet

Bitcoin Münzen vor einem Chart
Bildquelle: © stock.adobe.com

  • Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer technischen Rezession.
  • Experten rechnen zum Jahresende mit einer Rezession in den USA.
  • Bitcoin und der Gesamtmarkt könnten anders als erwartet darunter leiden.

Das deutsche Wirtschaftswachstum war in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen negativ. Daher spricht man jetzt von einer technischen Rezession. Die Herausforderungen sind für Politik und Wirtschaft vielfältig. Der Krieg in der Ukraine und die Rekordinflation machen nicht nur Deutschland schwer zu schaffen.

In den USA sieht es nicht sehr viel besser aus, denn dort summieren sich die Folgen der Bankenkrise hinzu. Diese Situation ist nicht neu, aber sie wird zunehmend spürbar, weil sie immer mehr Einfluss auf das alltägliche Leben nimmt. Denn die steigende Preise hemmen die Konsumlaune, was ebenfalls ein Teil des Gesamtproblems ist.

In dieser Situation stellt sich die Frage, wie sich eine zunehmend verschlechternde Lage auf Bitcoin und den Kryptomarkt auswirken wird.

Cash ist King

Im Wesentlichen sind es die Zentralbanken, welche Cash attraktiver machen, als BTC. Setzen sie den bisherigen Kurs fort und dämmen die Inflation mit steigenden Zinsen ein, dann belastet das die Wirtschaft und die Märkte. Wer also in dieser Situation darauf setzt, dass Bitcoin ins Plus dreht, der spekuliert darauf, dass wenigstens eines von zwei möglichen Ereignissen eintritt.

Entweder müssen die Zentralbanken die Wirtschaft vor dem Kollaps retten und beenden den Zinsreigen oder Bitcoin entkoppelt sich von diesem Geschehen.

Die Problematik besteht darin, dass beide Optionen unwahrscheinlich sind. Eine ausufernde Inflation wäre viel schlimmer als das viel beschworene „soft landing“ oder eine Rezession. Wer auf die zweite Option spekuliert, geht letztlich davon aus, dass die Welt ein Einsehen hat und Bitcoin als Heilmittel erkennt.

Der Markt trocknet aus

Soweit handelt es sich um externe Faktoren, die maßgeblich sind. Dabei sollte man jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass auch der Kryptomarkt eigene Gesetze kennt. So lässt sich etwa beobachten, dass es an Liquidität fehlt und die Handelsvolumina vergleichsweise gering ausfallen.

Mitte des Monats verließen mit Jump Crypto und Jane Street zwei der wichtigsten Market-Maker die USA. Jane Street kehrte dem Markt komplett den Rücken zu, während Jump außerhalb der USA tätig bleibt. Anlass dafür war die regulatorische Straffung in den USA, welche letztlich durch die Skandale im Krisenjahr 2022 motiviert war.

Dass der Markt in einer Tiefphase nur geringe Liquidität aufweist, ist kein gänzlich unbekannter Effekt, aber er wird durch den Wegfall der beiden großen Player verstärkt.

Kurzfristige Ausschläge sind möglich

Im Ergebnis kann diese Situation zu kurzfristigen Kursausschlägen führen, weil die Marktteilnehmer den Kurs leichter in eine Richtung drücken können. Aktuell bleibt Bitcoin in einer Range und bewegt sich seitwärts.

Marktrelevante Ereignisse können dieses Bild aus genannten Gründen jedoch drastisch ändern. Hier sticht insbesondere das Ende des Prozesses zwischen Ripple und der SEC hervor. Es könnte bereits im Juni zu einem Ergebnis kommen. Noch wichtiger dürfte aber das Meeting der Fed vom 13. bis zum 14. Juni sein und wie sie ihre Zinspolitik gestalten wird.

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