Poloniex wird zu Polo Digital Assets – US-Kunden müssen draußen bleiben

Wiese mit Schriftzug
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Schmerzhafter Verlust

Mit einer Gesamtsumme von 400 Millionen US-Dollar erhielt Cricle im Jahr 2018 den Zuschlag und kaufte Poloniex. Die Börse spielte danach für Trader aus Deutschland keine Rolle mehr, weil man sich dazu entschloss keine Kunden mehr aus Deutschland zu akzeptieren.

Nun hat man sich wieder von Poloniex getrennt. Eine unbekannte Investorengruppe aus Asien wird das Geschäft fortführen und will in den kommenden Wochen mit der Umstrukturierung beginnen. Genaue Hintergründe und Zahlen sind nicht bekannt. Es hieß lediglich, dass die neuen Inhaber 100 Millionen US-Dollar in den nächsten Jahren in die Börse investieren wollen.

Außerdem wird man die Exchange in „Polo Digital Asset“ umbenennen. Die Änderungen halten auch Überraschungen bereit, die sich auf den Kundenkreis auswirken wird.

Keine US-Kunden mehr

Hatte man vor der Übernahme noch auf Kunden aus New York verzichtet, weil dafür eine eigene Lizenz notwenige gewesen wäre, so streicht man jetzt die USA komplett. Stattdessen soll sich das Angebot an einen internationalen Kundenkreis richten.

Wie das ohne die USA gehen soll bleibt ein wenig rätselhaft. Schließlich gehören US-Kunden mit zu den kaufkräftigsten auf der ganzen Welt. Ab dem 01. November können betroffene Kunden nicht mehr auf der Börse handeln.

Ihre Einlagen sollen aber bis zum 15. Dezember noch verfügbar sein, um ihnen die Gelegenheit zu geben alles abzuheben. Insgesamt erhofft man sich durch die Loslösung vom US-Markt eine Belebung des Geschäfts.

Falsche Anreize

Wer den US-Markt streicht, der verzichtet damit auf eine Menge Geld. Allerdings sind die regulatorischen Hürden schwer zu meistern. Der Fall Poloniex zeigt, dass es nicht um Geld geht, sondern um Planbarkeit.

Es gilt als wahrscheinlich, dass die Börse mit den Anforderungen der FATF konfrontiert wird. Und zwar unabhängig vom Kundenkreis und Standort. Daher erklärt sich der Schritt wohl eher mit den Unwägbarkeiten, die durch andere Behörden, wie die SEC entstehen.

Viele Unternehmen beschweren sich über mangelnde Transparenz und schlechten Zugang zur Börsenaufsicht. So zuletzt auch Telegram, die kurz vor Release ihrer Blockchain und des Gram Token alles stoppen musste, weil die SEC eine einstweilige Verfügung erwirkte.

Streicht man allerdings den US-Markt, dann reduziert das die Probleme auf ein überschaubares Maß. Ob sich die Börse nochmal für deutsche Kunden öffnet ist hingegen nicht bekannt.

Quelle: Poloniex