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Neustart: BitMEX Management tritt geschlossen zurück

BitMEX

Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

Kompakt:

  • Gegen die Gründer von BitMEX wurde Anklage in den USA erhoben.
  • Nun treten sie aus ihren Positionen im Management zurück.
  • Dies deutet auf eine Fortsetzung des Geschäfts hin.

Nachdem in den USA Anklage gegen sie erhoben worden ist, gaben die Gründer von BitMEX bekannt, dass sie ihre Positionen im Management aufgeben werden. Dies deutet auf eine Fortsetzung des Geschäfts hin, was nur möglich sein dürfte, wenn das Management als unbelastet gilt.

Noch ist das Strafverfahren gegen Ben Delo, Arthur Hayes, Samuel Reed und Greg Dwyer nicht eingestellt. Auch das Verfahren gegen das Unternehmen ist noch offen. Gleichermaßen könnte der Rücktritt nicht nur eine Strategie sein, um BitMEX zu erhalten, sondern ggf. auch dazu dienen, die Verteidigung der drei Gründer und die von Dwyer vorzubereiten. Damit werden sie ab sofort keine Managementpositionen für die „100x Group“ bekleiden.

Die „100x Group“ ist die Holding, unter deren Dach sich die HDR Global Trading Limited befindet. Diese ist ihrerseits das Unternehmen, welches hinter BitMEX steht.

Exodus der Kunden

Die Kunden der Börse reagierten schnell und zogen ihre BTC ab. Hier darf anerkennend erwähnt werden, dass BitMEX sehr entgegenkommend reagierte und dabei gewissermaßen seinen Kunden die Tür aufhielt. Eigentlich können aus Gründen der Sicherheit nur einmal am Tag Beträge abgehoben werden.

Als klar wurde, dass die strafbewehrte Klage in den USA schlimme Konsequenzen haben könnte, richtete man Ausnahmen ein und ermöglichte mehr als einen Stapel an Transfers. So gingen innerhalb weniger Stunden rund 45.000 Bitcoin auf die Reise und verließen den Cold Storage von BitMEX.

Sorge um FTX Gründer

Nachdem die Pressemitteilung des US-Justizministeriums veröffentlicht wurde, gab es erstmal Funkstille auf Social Media. Doch nicht nur Arthur Hayes hielt sich bedeckt, sondern kurzfristig war auch nichts von Sam Bankman-Fried zu hören.

Schnell machten sich Gerüchte breit, der Chef und Gründer von Alameda Research und FTX sei festgenommen worden. Tatsächlich war dies aber nicht der Fall, wobei eine gewisse Erwartungshaltung nicht von ungefähr kommt.

Schließlich wird BitMEX vorgeworfen, dass sie mit US-Verbrauchern nicht genehmigte Geschäfte getätigt haben. Auch FTX und Binance haben im Prinzip das gleiche Problem. Die Börsen sind per VPN erreichbar und man kann im Prinzip auf Angaben zur Person verzichten oder schlicht lügen, solange keine Ausweisdokumente angefordert werden.

Neues Management gut besetzt

Mit dem Personalwechsel an der Spitze schränkt sich BitMEX voraussichtlich nicht ein. Die Nachbesetzungen sind hochkarätig. So wird CCO Vivien Khoo vorübergehend die Position des CEOs besetzen.

Auch Ben Radclyffe soll zukünftig mehr Verantwortung tragen. Radclyffe blickt auf 20 Jahre Berufserfahrung zurück und machte an Stationen wie der Deutschen Bank und UBS halt. Und auch Khoo durfte sich in ihrer Karriere bei Goldman Sachs beweisen.

Nun muss sich zeigen, ob das Unternehmen aus der Krise gestärkt hervorgehen kann. Dazu muss zunächst das juristische Debakel in den USA möglichst gütlich geklärt werden.

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