Regulierung

SEC bereitet Klage gegen Uniswap vor: UNI bricht um 19 Prozent ein

Uniswap Logo auf Smartphone mit Trading-Charts im Hintergrund
Bildquelle: © Rafael Henrique - stock.adobe.com

  • Die SEC hat eine Wells Notice an Uniswap Labs übersendet, die Macher hinter dem DeFi-Protokoll Uniswap.
  • Dabei handelt es sich um einen Schritt, welcher der Vorbereitung einer Zivilklage dient.
  • Ein mögliches Verfahren wäre bislang beispiellos und sein Ausgang richtungsweisend für die US-Kryptoindustrie.

Die SEC ermittelt gegen Uniswap Labs bereits seit dem Jahr 2021. Doch erst gestern sendete man eine Wells Notice an die Macher des Protokolls. Damit informiert man sie förmlich über Verstöße, welche die SEC erkannt haben will und gibt Uniswap Labs die Möglichkeit, sich zum Sachverhalt zu äußern. Obwohl eine Wells Notice nicht in einer Zivilklage münden muss, gilt es als nahezu gesichert, dass die SEC eine Klage anstreben wird.

Unter SEC-Chef Gary Gensler will die Behörde den Markt primär über die Gerichte regulieren, indem man das Wertpapierrecht aus den 30er-Jahren als Grundlage für Klagen heranzieht anstatt regulatorische Rahmenbedingungen neu zu definieren. Weil die SEC mit diesem Ansatz in anderen Fällen bereits Niederlagen vor Gericht einstecken musste, gibt man sich bei Uniswap Labs kämpferisch. Marvin Ammori, der CLO von Uniswap Labs, sprach auf X gar von Machtmissbrauch durch die SEC und nannte dazu einige Beispiele, in denen US-Gerichte gegenüber der Behörde, die gleichen Worte wählten.

Uniswap steht auf dem rechtlichen Standpunkt, dass sein AMM-Protokoll nicht in einer Vermittlerrolle fungiert und sich deshalb auch nicht dem regulatorischen Regime des US-Wertpapierrechts unterwerfen muss. Wenn es zu einem Verfahren kommen sollte, dann wird es für den US-Markt richtungsweisend sein. Im Wesentlichen wird das Gericht dann klären, ob DeFi-Protokolle als Broker oder Börsen auftreten und sich entsprechend registrieren und verhalten müssen.


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UNI-Token bricht schlagartig ein

Die Nachricht ist alles andere als gut für den Markt und der Governance-Token von Uniswap litt unter einem massiven Kurseinbruch. Bislang konnte man von dem Minus nur wenig wettmachen und so notiert UNI nur noch bei 9 US-Dollar.

Obwohl sich Gründer Hayden Adams ebenfalls kämpferisch gibt und für die USA als Technologiestandort kämpfen will, scheinen der Markt besorgt zu sein. Denn das drohende Verfahren dürfte sich über Jahre hinwegziehen und damit die Zukunft für den Token ungewiss machen. Das Protokoll soll jedenfalls weiterlaufen und Uniswaps Labs gedenkt seine Arbeit an der Weiterentwicklung fortzuführen. Für Anleger ist das aber nur ein schwacher Trost, denn in anderen Fällen hat sich das Eingreifen der SEC als dramatisch erwiesen.

Ein Beispiel dafür ist XRP, denn nach Bekanntgabe der Klage gegen Ripple, litt die Performance von XRP massiv. Vergleicht man sie direkt mit Bitcoin, dann stellt man fest, dass XRP/BTC aktuell sogar einen historischen Tiefpunkt erreicht hat. Obgleich Uniswap Chancen hat, sich vor Gericht durchzusetzen, ist ein bevorstehender Prozess ein absoluter Stimmungskiller bei den Anlegern. Es gilt zu erwarten, dass positive als auch negative Meldungen zu dem Geschehen weiterhin Einfluss auf den Kursverlauf nehmen werden. Investierte Anleger sollten die Situation daher genau im Auge behalten, um auf Veränderungen reagieren zu können.

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