Sicherheit

Kopfgeld in Bitcoin: USA erklären Hackern den Krieg

Gefängniszelle
Bildquelle: Ichigo121212, pixabay.com

  • Mit “Rewards for Justice“ versuchen die USA gegen Hacker vorzugehen und bieten 10 Millionen US-Dollar Kopfgeld.
  • Dabei hat man es insbesondere auf nordkoreanische Gruppen abgesehen, welche US-Infrastruktur gefährden.
  • Hinweise können über das Tor-Netzwerk eingereicht werden und die Auszahlung von Belohnungen kann in Kryptowährungen erfolgen.

Das US-Außenministerium will gegen Angriffe auf die heimische Infrastruktur vorgehen. Hackergruppen legen mit sogenannten Ransomware-Attacken kritische Infrastruktur lahm und sorgen damit nicht nur für einen gewaltigen finanziellen Schaden, sondern gefährden das öffentliche Leben in den USA. Ob Unternehmen, Krankenhäuser, Kraftwerke oder Behörden, die Täter verschaffen sich Zugriff und legen den Betrieb lahm.

Die Tatsache, dass es den Hackern immer wieder gelingt, entlarvt die vielen Defizite im Bereich der IT-Sicherheit. Auch in Europa und insbesondere in Deutschland gilt ein Großteil der digitalen Infrastruktur als veraltet. Doch in den USA geht es nicht nur darum, eigene Fehler zu identifizieren und zu verbessern, sondern auch darum zurückzuschlagen.

Deshalb hat man mit Rewards for Justice ein Programm ins Leben gerufen, welches sachdienliche Hinweise großzügig entlohnt. Bereits im März hatte man 5 Millionen US-Dollar geboten, jetzt erhöht man auf 10 Millionen. Dabei können die Belohnungen in Kryptowährungen wie Bitcoin ausgezahlt werden und falls nötig übernimmt das Ministerium zum Schutz der Quelle sogar einen Umzug.

Nordkorea finanziert Rüstung mit Kryptowährungen

Neben den Angriffen auf Infrastruktur stehen die Gruppen auch in Verdacht, im Krypto-Space für spektakuläre Exploits verantwortlich zu sein. Darunter den Ronin-Hack, der dieses Jahr einen Schaden von über 600 Millionen US-Dollar verursacht hat. In diesem Zusammenhang hatte man bereits im Mai Sanktionen gegen Blender.io verhängt und verschiedene Bitcoin-Adressen geächtet.

Gemeinhin wird die Aktion der sogenannten Lazarus-Gruppe zugeschrieben, die für die nordkoreanische Regierung arbeiten soll. Nordkorea steht schon länger in Verdacht, Kryptowährungen zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen. Alleine im letzten Jahr sind schätzungsweise 400 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen durch nordkoreanische Hacker geraubt worden. Die UN geht bereits seit 2019 davon aus, dass Nordkorea sich auf verschiedenen Wegen Geld bzw. Kryptowährungen beschafft und in seine Rüstungsprogramme fließen lässt.

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