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Israel: Bitcoin könnte steuerlich als Währung anerkannt werden

Israel Blockchain
Bildquelle: Eduardo Castro, pixabay

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Bitcoin wird von vielen Staaten nicht als Währung anerkannt.
  • In Israel gibt es nun Überlegungen, dies zumindest in steuerlicher Hinsicht zu ändern.
  • Ein entsprechender Vorschlag wurde von vier Abgeordneten der Knesset ausgearbeitet.

Bitcoin und andere Kryptowährungen werden in den meisten Ländern der Welt nicht als Währung anerkannt. Die Klassifizierung kann zwar durchaus unterschiedlich ausfallen, in steuerlicher Hinsicht erweist sich dies zumeist nachteilig.

So auch in Israel, denn dort müssen Trader und Investoren 25 Prozent Kapitalertragssteuer auf etwaige Gewinne zahlen. Ein Vorschlag von vier Abgeordneten der Partei Jisra’el Beitenu soll das jedoch ändern und sieht vor, Bitcoin und andere digitale Assets zumindest in steuerlicher Hinsicht als Währung zu behandeln und damit von dieser Steuerlast zu befreien.

Dies geht aus einem Bericht des israelischen Magazins Globes hervor. Demnach sehen die Abgeordneten eine Reform und damit eine Neubewertung als zwingend notwendig an. Diese hinke der technischen Entwicklung hinterher.

Israel könnte Bitcoin-Ökonomie stärken

Sofern der Vorschlag auf Zustimmung trifft, könnte er richtungsweisend sein. Er könnte sogar dafür sorgen, dass Israel im besten Fall zu einem internationalen Anlaufpunkt für Firmen und Investoren wird.

Neben den Auflagen, die zum Betrieb eines Geschäfts zu erfüllen sind, gehört auch die steuerliche Behandlung von Bitcoin immer wieder zu einem wichtigen Kriterium bei der Standortwahl von Unternehmen.

Noch im gleichen Vorschlag findet sich ebenfalls die Forderung, eine Liste an anerkannten digitalen Währungen zu erstellen. Um aufgenommen zu werden, soll eine Kryptowährung drei Anforderungen erfüllen. So darf sie nicht durch eine staatliche oder zentrale Stelle ausgegeben werden, sondern muss über ein Netzwerk verteilt sein und einem festgelegten Protokoll folgen.

Außerdem darf die Erstausgabe der Währungseinheit nicht als Zahlung an eine dritte Partei erfolgt sein und zusätzlich soll ihre Marktkapitalisierung über 1 Milliarde Schekel liegen, was ca. 300 Millionen US-Dollar entspricht.

Bitcoin immer noch der Maßstab

Anhand der aufgestellten Bewertungsmaßstäbe zeigt sich einmal mehr, dass Bitcoin immer noch die Blaupause für alle anderen Währungen seiner Gattung ist. Denn mit dem Vorschlag wird gleichzeitig auch eine Grenzlinie zwischen echten Kryptowährungen und etwaigen Token gezogen.

Es ist damit aber nicht unbedingt geklärt, warum diese Unterscheidung ausgerechnet fair sein soll. Insbesondere die Signifikanz einer Kryptowährung anhand ihrer Marktkapitalisierung zu bemessen erscheint schwierig.

So gibt es zugegebenermaßen eine große Menge irrelevanter Coins, die man vernachlässigen kann. Dennoch sind die Marktdaten keinesfalls zuverlässig und sowohl Börsen als auch entsprechende Tools wie etwa CoinMarketCap stehen immer wieder in der Kritik.

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