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Hat Venezuela Bitcoin – und greifen die USA jetzt nach dem Schatz?

Nicolas Maduro
Maduro im Jahr 2016. Bildquelle: Eneas de Troya via flickr.com ( CC BY 2.0)

Am 3. Januar 2026 feierte nicht nur das Bitcoin‑Netzwerk Geburtstag. In derselben Nacht führten die USA einen historischen Militäreinsatz durch: US‑Spezialkräfte nahmen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro fest und brachten ihn nur wenige Stunden später vor einen Haftrichter in New York. Der Einsatz sorgt weltweit für heftige Reaktionen. Befürworter in Washington argumentieren, Maduro habe die Wahl manipuliert und könne sich daher nicht auf diplomatische Immunität berufen. Nun muss er sich u. a. wegen Narcoterrorismus verantworten.

Währenddessen hängt das Schicksal Venezuelas in der Schwebe. Viele Venezolaner begrüßen Maduros Festnahme, weil er das Land wirtschaftlich ruiniert, international isoliert und brutal gegen die eigene Bevölkerung vorgegangen ist. Gleichzeitig birgt das entstandene Machtvakuum enorme Risiken: Eine Destabilisierung könnte nicht nur Venezuela, sondern die gesamte Region erfassen. Die Geschichte zeigt, dass man Diktatoren nicht einfach entfernen kann – man muss sie ersetzen, sonst droht Chaos. Ob der Weg zu freien Wahlen nun offensteht oder lediglich der nächste starke Mann wartet, bleibt unklar.

US‑Außenminister Rubio macht indes kaum einen Hehl daraus, dass es der Trump‑Administration vor allem um Venezuelas gewaltige Ölreserven geht. Eine wertebasierte Außenpolitik wirkt angesichts dessen wie ein Relikt vergangener Tage. Die achtziger Jahre scheinen zurück zu sein: Team America spielt erneut Weltpolizei, wenn es den eigenen Interessen dient.

Inmitten dieser geopolitischen Gemengelage rückt plötzlich Bitcoin ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Denn Venezuela soll über einen beträchtlichen digitalen Staatsschatz verfügen.

Hält Venezuela 600.000 BTC?

Bislang handelt es sich ausschließlich um Gerüchte, gestützt auf nicht überprüfbare Geheimdienstquellen. Demnach soll Venezuela unter Maduro eine Schattenreserve von mehr als 600.000 Bitcoin aufgebaut haben. Ganz abwegig ist das nicht: Kryptowährungen spielen in dem von Hyperinflation geplagten Land seit Jahren eine große Rolle.

Bereits 2019 wurde bekannt, dass der staatliche Ölkonzern Petróleos de Venezuela Bitcoin‑Bestände hielt. Damals wurde diskutiert, ob und wie Venezuela überhaupt mit Kryptowährungen am Markt agieren könne. 2022 gelang US‑Ermittlern ein Schlag gegen russische Öl‑ und Waffenschmuggler, die Sanktionen mithilfe von Kryptowährungen umgangen haben sollen.

Eine weitere mögliche Quelle für Venezuelas Krypto‑Vermögen ist die Beschlagnahmung von Mining‑Farmen im Jahr 2018. Unklar ist zudem, ob staatliche Stellen selbst Mining betrieben und beschlagnahmtes Equipment weitergenutzt haben.

Neu ist jedoch die Theorie, dass die Regierung sogar Gold gegen Bitcoin getauscht haben könnte. Sollte das stimmen, wäre Venezuela der größte staatliche Bitcoin‑Halter weltweit. Genau hier beginnen jedoch die Zweifel – denn die USA könnten ein entscheidendes Wörtchen mitreden.

Staatsschatz oder Drogengeld?

Neben der Frage, wer die Private Keys kontrolliert, geht es vor allem um die rechtliche Einordnung. Sollten die Bitcoin existieren, liegt nahe, dass sie teilweise aus illegalen Geschäften stammen. Da Maduro sich nun in den USA verantworten muss, könnten US‑Gerichte sämtliche Vermögenswerte einziehen, die mit den Tatvorwürfen in Verbindung stehen. Tauchen die 600.000 Bitcoin auf, wären sie also nicht automatisch Teil der venezolanischen Staatskasse.

US‑Präsident Donald Trump hat zu Beginn seiner zweiten Amtszeit eine nationale Bitcoin‑Reserve geschaffen. Sein Ziel: Bitcoin nur dann zu erwerben, wenn es den Steuerzahler nichts kostet – und den Bestand niemals zu verkaufen. Lange galt dieses Vorhaben als unrealistisch. Doch wenn die USA nun neben Öl auch auf Bitcoin stoßen, könnte die Strategie plötzlich Sinn ergeben.

On‑Chain‑Analysen konnten die Existenz der mutmaßlichen Schattenreserve bisher nicht bestätigen. Zwar lassen sich Transaktionsflüsse verschleiern, doch bei einer derart großen Summe wäre es überraschend, wenn sie den wachsamen Augen von Analysten und Geheimdiensten entgangen wäre.

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