Die European Blockchain Convention (EBC) zählt inzwischen zu den größten institutionellen Digital-Asset-Konferenzen Europas. Am 16. und 17. September 2026 findet die zwölfte Ausgabe in Barcelona statt – erstmals im Palau de Congressos de Catalunya und erstmals in einem Marktumfeld, in dem MiCA nicht mehr bevorsteht, sondern gilt.
Für die Branche ist das mehr als ein Termin im Kalender. Nach Darstellung der Veranstalter ist die EBC12 das erste große institutionelle Branchentreffen in Europa, seit die letzten Übergangsfristen der Verordnung ausgelaufen sind. Entsprechend verschiebt sich die Tagesordnung: Nicht mehr die Frage, ob Regulierung kommt, steht im Mittelpunkt, sondern wie sich unter ihr Geschäft machen lässt.
Das erste Branchentreffen nach dem Stichtag
Der 1. Juli 2026 markierte das Ende der maximal 18-monatigen Übergangsfrist nach Artikel 143 Absatz 3 MiCAR. Bestandsanbieter mit einer alten nationalen Lizenz durften bis dahin weiterarbeiten, während sie ihre Zulassung nachholten. Seitdem gibt es in der EU kein nationales Schlupfloch mehr.
Für deutsche Leser ist dabei ein Detail wichtig: Hierzulande fiel der entscheidende Stichtag schon ein halbes Jahr früher. Über das Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG) verkürzte der Gesetzgeber die Frist auf zwölf Monate, sie endete bereits zum 31. Dezember 2025. Deutsche Anbieter operieren also seit Anfang 2026 vollständig unter MiCA, während andere Mitgliedstaaten den Spielraum bis Mitte des Jahres ausschöpften. Wer wissen will, welche Plattformen den Sprung geschafft haben, findet eine Einordnung in unserem Krypto-Börsen-Vergleich.
Genau an dieser Stelle setzt das Programm der EBC12 an. Im Zentrum stehen die praktischen Folgefragen: die Zulassungspraxis für CASPs, die Emission von Stablecoins unter europäischem Recht und die Rolle digitaler Zentralbankwährungen in der grenzüberschreitenden Abwicklung.
Institutionelles Kapital ist längst im Markt
Dass die Debatte über den Einstieg der Institutionen abgeschlossen ist, lässt sich an konkreten Transaktionen ablesen. Die Deutsche Börse Group hat im April 2026 rund 200 Millionen US-Dollar in Payward investiert, die Muttergesellschaft der Krypto-Börse Kraken, und hält damit einen vollständig verwässerten Anteil von 1,5 Prozent. Der Kauf erfolgte über bestehende Aktien und baut auf einer bereits im Dezember 2025 angekündigten Partnerschaft auf, die von Handel und Verwahrung bis zu Settlement und tokenisierten Assets reicht.
Parallel hat Openbank, die Digitalbank der Santander-Gruppe, ihr Krypto-Angebot für Kunden in Deutschland und Spanien ausgebaut. Beide Häuser werden in Barcelona vertreten sein.
Die Veranstalter rechnen in diesem Jahr mit 80 der 100 größten Banken Europas – nach eigenen Angaben waren es im Vorjahr 50. Ob diese Zahl am Ende erreicht wird, lässt sich vorab nicht überprüfen. Als Signal taugt sie dennoch: Die EBC hat sich vom Blockchain-Event zur Bankenkonferenz entwickelt.
Sprecher zwischen Wall Street, Aufsicht und deutschen Häusern
Inhaltlich gliedert sich das Programm in vier Blöcke: institutionelle Kapitalallokation, Tokenisierung realer Vermögenswerte, regulatorische Marktstruktur sowie die Zukunft von Stablecoins und CBDCs als globale Settlement-Infrastruktur.
Auf der Rednerliste stehen unter anderem Emma Landriault, Head of Kinexys Labs bei J.P. Morgan, Mohamad Zaraket, verantwortlich für die Digital-Assets-Strategie in EMEA bei BNY, Kathleen Wrynn als Global Head of Digital Assets bei Invesco, Victor Jung von Hamilton Lane sowie Previn Singh, der bei Fidelity International die Tokenisierungsstrategie leitet. Aus der Aufsicht kommt Colin Payne, Head of Innovation bei der britischen Financial Conduct Authority. Dazu kommen Vertreter von BlackRock, Citi, BNP Paribas, der Bank of England, Coinbase, Aave Labs und der Cardano Foundation.
Für den deutschsprachigen Raum ist die Besetzung bemerkenswert dicht: Die Deutsche Bank, Börse Stuttgart Digital und die LBBW schicken jeweils ihre Digital-Asset-Verantwortlichen nach Barcelona. Insgesamt kündigen die Organisatoren mehr als 300 Speaker aus Banking, Asset Management, Infrastruktur und Politik an.
Auffällig ist dabei vor allem die Mischung. Sell Side, Buy Side und Aufsicht sitzen auf denselben Panels – eine Konstellation, die vor wenigen Jahren in dieser Form kaum zustande gekommen wäre.
Deal Floor statt Bühnenprogramm
Die EBC beschreibt sich selbst als „Europe’s Deal Floor for Digital Assets“, und das Format folgt dieser Ansage. Über die Event-App sollen rund 10.000 vorab vereinbarte Einzelgespräche zustande kommen. Ein Buy-Side Breakfast richtet sich exklusiv an Allokatoren und institutionelle Investoren, dazu kommen private Roundtables, die Startup Battle für junge Unternehmen sowie ein Presseraum mit direktem Zugang zu den Speakern.
Erwartet werden über 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 90 Ländern. Die Rechnung der Veranstalter ist dabei denkbar einfach: Statt Mandate einzeln in London, Paris, Frankfurt, Zürich und Barcelona zu verfolgen, wird der europäische Markt für zwei Tage an einem Ort komprimiert.
Vom Nischenthema zum Pflichttermin
Victoria Gago, Co-CEO der European Blockchain Convention und des Digital Assets Forum, verweist auf den langen Vorlauf. Man habe die EBC vor acht Jahren in der Erwartung gegründet, dass Europa der Ort werde, an dem die Branche erwachsen wird – viele hätten das damals für zu früh gehalten. 2026 setzten europäische Banken Kapital ein, institutionelle Produkte seien in den großen Märkten live und der regulatorische Rahmen stehe.
Man muss dieser Erzählung nicht in allen Punkten folgen, um den Befund zu teilen. Europa hat sich mit MiCA für den Weg entschieden, Krypto innerhalb der Regulierung zu skalieren statt daran vorbei. Die EBC12 ist damit weniger eine Vision als eine Bestandsaufnahme – und für alle, die im europäischen Digital-Asset-Geschäft arbeiten, der dichteste Termin des Jahres.
Dein Weg zur EBC12
Die Konferenz findet am 16. und 17. September 2026 im Palau de Congressos de Catalunya in Barcelona statt. Die Preise sind gestaffelt und steigen mit der Nähe zum Termin: Der General Pass beginnt bei 500 Euro im Early Bird, der VIP Pass bei 800 Euro, jeweils zuzüglich 10 Prozent Mehrwertsteuer. Der VIP Pass enthält zusätzlich Lunch mit Speakern und Sponsoren sowie Zugang zur Opening Night Party am 15. September.
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Mehr InformationenEin Ticket für die Veranstaltung kann man hier buchen. Wer lieber in Krypto zahlt, kann das über den alternativen Ticketshop tun.
Das vollständige Programm und die Rednerliste stehen auf der Event-Website. Für Übernachtungen haben die Veranstalter Kontingente im benachbarten Torre Melina Gran Meliá gesichert, Teilnehmer sparen dort nach Angaben des Hotels 100 Euro pro Nacht.

