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Digitaler Impfnachweis: Blockchain-Technologie kommt nicht gut an

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Bildquelle: Katja Fuhlert, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Ubrich und IBM erhielten den Zuschlag für einen digitalen Impfpass.
  • Das Kölner Unternehmen Ubrich nutzte bereits für Corona-Tests Blockchain-Technologie.
  • Die Tatsache, dass man die Impfnachweise unter Verwendung von Blockchain-Technologie erstellen will, wurde auf Social Media heftig debattiert.

Endlich ein Stück Blockchain-Technologie, das den Stempel „Made in Germany“ trägt. Doch in der öffentlichen Debatte, die im Netz stattfindet, scheint die Idee nur mäßigen Anklang zu finden. In der gestrigen Bundespressekonferenz wurde bekannt, dass IBM, Ubrich, Govdigital und Bechtle gemeinsam den Zuschlag des Bundesgesundheitsministeriums für einen digitalen Impfnachweis bekommen hätten.

Mithilfe von digitalen Signaturen auf der Blockchain soll sichergestellt werden, dass die Geimpften einen fälschungssicheren Nachweis besitzen, der ihnen gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten gewährt. Wahrscheinlich will man das Ganze gegen Ausfälle absichern, deshalb sollen laut dem Magazin Spiegel insgesamt fünf Blockchains zum Einsatz kommen. Hier wird die Angelegenheit jedoch schon diffus, denn es ist nicht bekannt, welche Blockchains zum Einsatz kommen werden und wie sich die Auswahlkriterien gestalten.  

Eine redaktionelle Anfrage an das Unternehmen Ubrich, welches mit für die Blockchain-basierte Lösung zuständig ist, blieb bisher unbeantwortet. Auf der gestrigen Bundespressekonferenz zeigte man sich in Bezug auf den Aspekt der Verwendung von Blockchain-Technologie ratlos.

IOTA und private Blockchains

Auch wenn die fünf Kandidaten nicht definitiv bekannt sind, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass man auch auf private Blockchains setzen wird. Am Ende könnte es sich um eine Mischung aus privaten und öffentlichen Blockchains handeln. Die Beteiligung von Govdigital scheint zumindest sicher zu sein.

Auch IOTA ist im Gespräch und kam wohl am Frankfurter Flughafen in der Vergangenheit zum Einsatz, um Ergebnisse von Corona-Tests sicher auf den Tangle zu bringen. Doch auch Ethereum und Ethereum Classic sind mögliche Kandidaten.

Auf Social Media scheint die jüngste Meldung nicht nur für Begeisterung zu sorgen. Insbesondere „Proof of Authority“ geriet regelrecht unter die Räder. Hauptkritikpunkt vieler Wortmeldungen scheint zu sein, dass man das Problem auch mit einfachen Datenbanken und entsprechenden Zertifikaten hätte lösen können. Es wird daher spannend zu beobachten, wie sich der Impfnachweis in der Praxis schlägt und damit ggf. in der Lage ist, Kritikpunkte zu entkräften.

Denn die Blockchain-Technologie soll es ermöglichen, Transparenz und Datenschutz sinnvoll zu vereinen und Authentizität und Fälschungssicherheit der Daten zu gewährleisten.

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