Regulierung

Bybit: BaFin ermittelt – Börse gerät zunehmend in die Kritik

Bybit Bafin
Bildquelle: Lucas L, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Die BaFin gab bekannt, gegen die Bybit Fintech Limited zu ermitteln.
  • Anlass ist die fehlende Erlaubnis, ihr Geschäft in Deutschland ausüben zu dürfen.
  • Zusätzlich sorgen die vielen Liquidationen auf der Plattform für Gesprächsstoff.

Bybit gerät in das Visier der BaFin, weil die Aufsichtsbehörde davon ausgeht, dass die Börse auf dem deutschen Markt aktiv ist. Auf Bybit werden überwiegend Bitcoin-Derivate angeboten, die mit bis zu 100-fachem Hebel gehandelt werden können.

Zuletzt geriet das Unternehmen in Deutschland im November 2020 in die Schlagzeilen, weil es eine Werbepartnerschaft mit Borussia Dortmund einging. Die Ermittlungen der BaFin könnten jedoch nicht nur die Börse, sondern auch eine Reihe von Influencern treffen, die am Affiliate-Marketing der Börse teilgenommen haben.

In der offiziellen Warnung der Behörde geht es explizit um dieses vermeintliche Netzwerk an Influencern, das Bybit bewirbt. Denn gezielte Werbung dürfte eines der Bewertungskriterien dafür sein, ob Bybit aus Sicht der BaFin auf dem deutschen Markt aktiv ist.  Ob die Bewerbung koordiniert durch Bybit erfolgt, ist hingegen offen, denn im Prinzip kann sich jedermann für das Programm bewerben. Für die Ermittlungen der BaFin dürfte das jedoch keine besondere Rolle spielen.

Handelt Bybit gegen seine Kunden?

Diese Frage wird in der Öffentlichkeit und auch unter Influencern auf YouTube kontrovers diskutiert. Zum Teil handelt es sich bei den Teilnehmern der Debatte sogar um die Influencer, deren Aktivitäten vermutlich zum Ermittlungsgegenstand der BaFin geworden sind. Befürworter der These sehen in der extrem hohen Quote an Liquidationen ein stichhaltiges Indiz dafür, dass die Börse vom Unglück ihrer Kunden profitiert.

Auf der anderen Seite riskieren viele Kunden der Börse ihr Kapital in einem unverantwortlichen Maß. Hebelprodukte besitzen ein enormes Risiko. Durch die hohe Volatilität am Markt kann im Prinzip selbst ein 2-facher Hebel ohne Stop-Loss-Order zur Falle werden. Geht der Kursverlauf drastisch in die falsche Richtung, und sei es nur für einige Sekunden, dann kann das bereits das eingesetzte Kapital kosten. Erhöht man den Hebel, dann verstärkt sich dieser Effekt umso mehr.

Somit könnte schlicht der Hang zum Zocken bei den Kunden von Bybit dazu führen, dass die Liquidationen eine besonders hohe Menge bilden, wenn man das Aufkommen mit dem restlichen Markt vergleicht.

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