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Bitcoin über PayPal kaufen: US-Kunden stehen Schlange

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Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

Kompakt:

  • PayPal kündigte im Oktober an, den Handel mit Bitcoin anzubieten.
  • Zunächst ist Angebot auf die USA beschränkt.
  • Doch US-Kunden stehen auf einer langen Warteliste, nur 10% können BTC kaufen.

PayPal hat anscheinend nicht mit dem Ansturm gerechnet, den das Angebot für den Handel mit Bitcoin ausgelöst hat. Seit Oktober können US-Kunden in ihren Accounts Bitcoin über PayPal kaufen, verkaufen und halten, nicht aber versenden.

Demnach können nur 10% aller Kunden auch daran teilhaben, der Rest steht auf einer Warteliste. Doch die ist zwei- bis dreimal so lang wie erwartet, wie PayPal CEO Dan Schulman verriet. In den kommenden Wochen sollen aber alle US-Kunden das Angebot nutzen dürfen. Und innerhalb der ersten Hälfte des kommenden Jahres sollen sie in der Lage sein, mit Bitcoin zu bezahlen, ohne das zusätzliche Gebühren anfallen.

Außerdem sei man auch im Gespräch mit Zentralbanken und Regulatoren, um weitere Verwendungszwecke des PayPal Wallets zu ergründen. Hier sieht Schulman eine Reihe von Vorzügen gegenüber dem traditionellen Bankensystem.

Steuergesetze sind für Bitcoin ein Problem

Das größte Problem sind immer noch die Steuern. In diesem Falle jedoch nicht ihre Höhe, sondern die Buchführung. Denn jeder Einkauf mit Bitcoin stellt ein einzelnes Ereignis dar, welches steuerlich berücksichtigt werden muss.

Dies ist nicht nur in den USA ein Problem, sondern auch in Deutschland. Dieser Problematik geht die Einstufung von Bitcoin als immaterielles Wirtschaftsgut voraus. Tauscht man Bitcoin gegen Waren, so hat man nicht bezahlt, sondern ein privates Veräußerungsgeschäft getätigt, das seinerseits steuerlich geltend gemacht werden muss.  

Auf diesem Weg haben viele Länder Bitcoin gewissermaßen als Konkurrenz zur staatlichen Währung unschädlich gemacht. Denn es ist leicht, einzusehen, dass es ein schier unmöglicher Aufwand ist, alles nachzuhalten, wenn man alltäglich damit zahlen würde. Abhängig von der individuellen steuerlichen Situation kann es damit auch am Ende teurer werden, wenn man mit Bitcoin bezahlt. Laut PayPal sei dies aber eine Angelegenheit der Kunden.

Goldgrube für die IRS

Sollte sich also nichts an der rechtlichen Situation ändern, so wären die Kunden gut beraten, sich mit ihren Bitcoin Käufen und Verkäufen über PayPal steuerehrlich zu verhalten. Denn die US-Steuerbehörden haben in der Vergangenheit auch schon Daten von Coinbase abgefragt.

Es ist absehbar, dass sie mit PayPal ein leichtes Spiel haben werden und damit in der Lage, sind jeden zu identifizieren, der Bitcoin vielleicht zur Zahlung genutzt hat, aber dazu keine steuerliche Erklärung abgab. Doch das muss nicht negativ sein. Denn es besteht die Hoffnung, dass PayPal als Innovationsmotor die Politik vielleicht davon überzeugen kann, neue Regelungen zu finden. Hierzu diskutieren Verbände in den USA in erster Linie Ausnahmeregelungen, die Kleinbeträge von der Versteuerung ausnimmt.

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