Binance will „The Block“ verklagen – Verleumdung oder investigativer Journalismus?

Binance verklagt The Block
Bildquelle: Iván Tamás, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Gab es ein Büro?

Das amerikanische Nachrichtenmagazin „The Block“ berichtete kürzlich von dem Vorgehen chinesischer Behörden im Distrikt Shanghai. Dort wurde, wie durch die Behörden angekündigt, gegen Unternehmen vorgegangen, die Geschäfte mit Kryptowährungen betreiben.

Dabei ging es hauptsächlich um nicht genehmigte Börsen oder ICOs. Laut der Darstellung von The Block wurde bei diesen Ermittlungen die Büros von Binance Teil der Maßnahme. Ebenfalls wurde von Razzien bei Binance durch die Polizei berichtet.

Doch der CEO von Binance, Changpeng Zhao, bestreitet dies. Seiner Aussage nach hat Binance in den letzten zwei Jahren kein Büro in Shanghai besessen.

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Laut einem Tweet will er das Magazin verklagen, weil die Aussagen seiner Ansicht nach falsch und schädigend gewesen sind.

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The Block korrigiert seinen Bericht

Doch das schreckt das Magazin bisher nicht, im Gegenteil. Man veröffentlichte eine Stellungnahme dazu und steht zu seinen Aussagen. Dabei beruft sich das Magazin auf eine Quelle, die man schützen will und deshalb nicht namentlich nennt. Denn es soll sich dabei um einen Angestellten von Binance handeln.

Außerdem beruft man sich auf Augenzeugen, die gesehen haben sollen, dass die Angestellten angeblich zwei Büros in Shanghai geräumt haben. Die Polizei soll die Büros in Augenschein genommen haben, als sie bereits leer standen. Dies entspricht aber nicht der ursprünglichen Darstellung, in der von einer Razzia die Rede war.

Ebenfalls gibt man an Bildmaterial zu besitzen, das die Existenz der Büros belegen soll. Insgesamt scheinen die Quellen relativ solide zu sein, aber eben nicht transparent für die Öffentlichkeit. Lediglich ein Bericht, der aus China stammt, soll die Aussagen von The Block bestätigen.

Doch auf den Bildern des Artikels fehlt die „Smoking Gun“ und so sieht man nur Büroräume, die genauso gut auch einer anderen Firma gehören könnten.

Darf man sowas berichten?

Klarerweise haben Journalisten eine gewisse Sorgfaltspflicht. Nicht nur um unnötige Klagen zu vermeiden. Sind Nachrichten andauernd falsch, so vernichtet ein Medium seine Reichweite. The Block ist dafür bekannt unbequem werden zu können.

Das musste auch Bitfinex feststellen, denn das Magazin berichtete fortlaufend und sehr früh über die Probleme mit den Finanzen der Exchange und von den Geschäften mit Crypto Capital. Auch in diesen Fällen war nicht auf Anhieb absehbar, ob die Behauptungen und Schlussfolgerungen in der Berichterstattung der Wahrheit entsprachen.

Wie wir heute wissen, zu einem hohen Anteil entsprach sie den Tatsachen. Ungereimtheiten und Lücken können bei einer solchen Berichterstattung sehr leicht entstehen. Schnell und gründlich ist häufig nicht gleichzeitig zu leisten, wenn man aktuell bleiben möchte.

Deshalb hat sich das Magazin auch in der Vergangenheit häufig heftiger Kritik stellen müssen. Auch in diesem Fall hagelt es Kritik von allen Seiten. Denn nun lautet der Vorwurf man habe über Razzien berichtet, um die Meldung zusätzlich zu dramatisieren und Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Justin Sun und CZ bilden ein Team

Gleichzeitig geben die Reaktionen des CEOs von Binance kein schönes Bild ab. Justin Sun schlug ihm per Tweet vor 100 BTC zurückzulegen, um zukünftig gegen falsche Berichterstattung juristisch vorgehen zu können, nachdem „CZ“ öffentlich plante einen „FUD Fighting Fund“ ins Leben zu rufen.

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Und „CZ“ ließ direkt wissen, dass er auch nochmal 100 Bitcoin in die Kriegskasse legen wird. Solche Aussagen sind tatsächlich bedenklich. Es ist das gute Recht jeder Person und jeder Firma sich gegen falsche oder fehlerhafte Presse zur Wehr zu setzen.

Aber öffentlich die Muskeln spielen zu lassen sendet ein seltsames Signal. Wen will man damit einschüchtern? Jeder weiß, dass beide extrem reich sind. Wer also über Binance und Tron berichten möchte, der muss seine Kalkulation deshalb nicht ändern.

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