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Binance meldet Rekordabflüsse – Hält die Börse stand?

Abfluss einer Spüle

  • Binance verzeichnet Rekordabflüsse von den eigenen Wallets nach Vertrauensverlust der Anleger.
  • Zwischenzeitlich wurden ca. 200 Bitcoins pro Stunde von der Handelsplattform abgezogen.
  • Bislang hält die Börse dem Bank Run stand und zahlt weiterhin aus.

Nach der FTX-Pleite ist das Vertrauen in den Kryptosektor nachhaltig gestört. Vor allem für Binance sieht es schlecht aus, denn hier handelt es sich wie bei FTX um eine in vielen Ländern unregulierte Kryptobörse, deren physischer Geschäftssitz nicht einmal komplett bekannt ist. 

Deswegen werden auch die Stimmen immer lauter, die hier einen weiteren Betrug wittern. Zwar hat Binance kürzlich seine Bitcoin-Reserven prüfen lassen, doch diese stellen nur einen Teil der verwalteten Gelder dar und sind lediglich Stichtagesaufnahmen aus dem November.

Rekordabflüsse in Milliardenhöhe

Aktuell werden deswegen massiv Krypto-Assets und Stablecoins von der Börse abgezogen. Zwischenzeitlich gingen durchschnittlich 200 Bitcoins pro Stunde von den Wallets runter, welche immer noch ein Gesamtvolumen von 60 Milliarden US-Dollar halten. Dieses umfasst allerdings mehr als nur die Bitcoin-Reserven von Binance.

Trotzdem hat Binance auch in dieser Zeit noch Zuflüsse und je länger sie dem Sturm standhalten, desto mehr dürften Kunden der Börse wieder Vertrauen schöpfen. Trotzdem kann es gerade bei kaum regulierten Handelsplattformen wie Binance schnell gehen, dass das Volumen nicht mehr gehandhabt werden kann oder Funds tatsächlich nicht da sind, was das Ende der Plattform bedeuten würde.

Binance zeigt sich solvent und spricht von FUD

Allerdings müssen solche Anstürme nicht zwangsläufige zu Pleiten führen. Wie das Beispiel von Crypto.com gezeigt hat, können Börsen derartige Anstürme auch überleben.

Doch trotzdem muss das verlorene Vertrauen erst einmal zurückgewonnen werden. Dazu kommen verschiedene Risiken wie ein Verbot von Binance in den USA oder andere rechtliche Schritte, welche in den nächsten Wochen und Monaten folgen könnten.

Binance ist definitiv kein Ort, um Bitcoin aufzubewahren, aber das gilt wohl für keine Handelsplattform. Sollte es überraschend zu einer Pleite kommen, wäre das für die gesamte Branche fatal. Der CEO von Binance spricht in diesem Kontext von Gerüchten. Sein Geschäft sei im Laufe der Jahre immer wieder attackiert worden. In der aktuellen Panik sieht er den erneuten Versuch, den Ruf von Binance ohne echte Grundlage zu schädigen.

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