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Bitcoin-Kurs unter Druck nach Gewinnmitnahmen und ETF-Abflüssen

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Anleger haben nach dem Anstieg über 87.000 US-Dollar an einem einzigen Tag Gewinne von 1,03 Milliarden US-Dollar realisiert, der zweithöchste Wert des Jahres. Zugleich ziehen Investoren Kapital aus den US-Spot-ETFs ab, und der Bitcoin-Kurs ist in die Zone zwischen 80.000 und 83.000 US-Dollar zurückgefallen.

Gestern fiel Bitcoin zeitweise bis auf rund 80.400 US-Dollar und damit erstmals seit dem 21. September unter 81.000 Dollar. Am Freitag zuvor hatte die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung mit mehr als 87.000 Dollar noch den höchsten Stand seit dem 23. September erreicht.

Belastet wird der Markt von Gewinnmitnahmen, Abflüssen aus den US-Spot-ETFs und der Sorge vor einer weiteren geldpolitischen Straffung in den USA. Am Freitag erholte sich der Kurs auf rund 82.500 Dollar.

Gewinnmitnahmen auf dem zweithöchsten Stand des Jahres

Nach Daten von Santiment haben Bitcoin-Halter an einem einzigen Tag Gewinne von 1,03 Milliarden US-Dollar realisiert. Höher lag in diesem Jahr nur der bisherige Spitzenwert von 1,04 Milliarden Dollar und damit liegen beide Werte fast auf Augenhöhe. Relevant für die Einschätzung ist die Kennzahl, welche den sogenannten Network Realized Profit/Loss erfasst. Daher welche Gewinne oder Verluste Anleger festschreiben, wenn sie ihre Coins On-Chain bewegen.

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Der Ausschlag zeigt, dass viele Marktteilnehmer den Anstieg über 87.000 Dollar zum Ausstieg genutzt haben. Ähnliche Spitzen gingen in der Vergangenheit oft einer kurz- bis mittelfristigen Abkühlung voraus. Eine Trendwende belegt der Wert allein aber nicht, er zeigt in erster Linie, dass die Herbst-Rally aktuell auf dem Prüfstand steht.

ETF-Anleger ziehen Kapital ab

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettoabflüsse von rund 487 Millionen US-Dollar, der größte Tagesabfluss seit dem 25. Juni. Allein BlackRocks IBIT verlor 207,7 Millionen Dollar, Fidelitys FBTC 105,2 Millionen und ARKB von Ark Invest und 21Shares 101,7 Millionen Dollar. Am Donnerstag flossen weitere 244,1 Millionen Dollar ab, davon 197,1 Millionen aus FBTC.

Seit Monatsbeginn summieren sich die Abflüsse damit auf 407,4 Millionen Dollar, nachdem die Fonds im September noch rund 2,65 Milliarden Dollar eingesammelt hatten. Das wiegt schwer, weil die ETFs nach wie vor zu den wichtigsten Nachfragequellen für Bitcoin zählen.

Zusätzliche Unruhe brachten Transfers der US-Regierung. Am Donnerstag bewegte eine Wallet mit beschlagnahmten Coins aus dem Bitfinex-Hack von 2016 insgesamt 12.267 BTC im Wert von rund 1,01 Milliarden Dollar auf zwei neue, nicht zugeordnete Adressen. Bereits am 6. und 7. Oktober waren 9.261 BTC aus Regierungswallets bei Coinbase Prime eingegangen. Da Coinbase Prime auch Verwahrdienste anbietet, belegen die Transfers zwar keinen Verkauf, weil aber eine offizielle Erklärung aussteht, hängt an dem Vorgang ein großes Fragezeichen. Scheinbar trägt diese Ungewissheit zu der laufenden Korrektur bei.

Bitcoin-Kurs zwischen Verkaufswand und Kaufaufträgen

Nach Einschätzung von Glassnode prallte Bitcoin an einer Verkaufswand bei 86.500 Dollar ab und lief danach auf mehrere große Kaufaufträge zu. Der größte lag bei rund 81.000 Dollar und sollte weitere Verluste nach Ansicht der Analysten abfedern. Der Test folgte prompt, am Donnerstag rutschte der Kurs kurz darunter und binnen einer Stunde wurden gehebelte Positionen im Wert von über 450 Millionen Dollar liquidiert, fast ausschließlich Longs.

Nach dem Abbau dieser Hebelpositionen könnte das Preislevel bei 83.000 Dollar als Schlüsselmarke dienen. Eine Rückeroberung dieser Marke könnte darauf hindeuten, dass der Markt in eine Range übergeht. Scheitert Bitcoin an der Marke, könnten jedoch die Bären wieder das Geschehen bestimmen.

Stützend wirkt im Gesamtbild die Entwicklung der Börsenbestände. Die Bitcoin-Reserven von Binance sanken vom 21. September bis zum 9. Oktober von 705.520 auf 664.831 BTC, ein Rückgang um 5,77 Prozent in 18 Tagen. Gemeinhin gilt, dass weniger Coins auf Börsen tendenziell weniger kurzfristig verfügbares Angebot bedeutet.

Mittelfristig lohnt sich der Blick auf die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober, die US-Zwischenwahlen am 3. November und die Refunding-Ankündigung des US-Finanzministeriums am 4. November. Ohne neue ETF-Zuflüsse dürfte Bitcoin sehr wahrscheinlich in einer Preisspanne verharren, bei anhaltenden Abflüssen rücken hingegen Kursziele unterhalb von 80.000 US-Dollar in den Fokus.

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