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MetaMask Agent Wallet startet und lässt KI-Agenten selbst on-chain handeln

Metamask
Bildquelle: © Koukichi Takahashi - stock.adobe.com

MetaMask hat die Agent Wallet am 6. August 2026 aus dem geschlossenen Testbetrieb geholt. KI-Agenten wie Claude Code, Codex oder Cursor dürfen damit eigenständig Transaktionen auf Hyperliquid und EVM-Chains auslösen, aber nur innerhalb der Grenzen, welche die Nutzer vorher setzen. Neu ist unter anderem, dass der Agent kein Native Token mehr für Gas halten muss.

Consensys hat die MetaMask Agent Wallet heute als offen verfügbares Produkt angekündigt, zwei Monate nach dem Start eines Early-Access-Programms mit rund 200 Testern. Die Wallet ist self-custodial, man behält also die Keys und kann die Secret Recovery Phrase jederzeit exportieren. Angebunden wird sie über ein Command Line Interface, dazu kommen Skills für gängige Agenten-Frameworks. Genannt werden Claude Code, OpenAI Codex, Cursor, OpenClaw, Hermes von Nous Research und OpenCode.

Handelbar sind laut MetaMask Swaps, Perpetuals, Prediction Markets und Liquidity Provision. Zum Start im Juni unterstützte die Wallet Ethereum, Linea, Arbitrum, Avalanche, Optimism, Base, Polygon, BNB Smart Chain und Sei sowie Hyperliquid. In der aktuellen Ankündigung nennt MetaMask zusätzlich die Robinhood-Chain und Monad als unterstützte EVM-Umgebungen.

Zwei technische Neuerungen fallen auf. Erstens Gas Abstraction, das heißt der Agent kann Token senden und tauschen, ohne den jeweiligen Native Token für die Netzwerkgebühr zu halten. MetaMask rechnet die Gebühr stattdessen in dem Token ab, der bewegt wird. Zweitens gebündelte Swaps nach dem Standard ERC-7821, mit denen mehrere Schritte in einer Transaktion zusammengefasst werden. Außerdem gibt die Wallet nach eigenen Angaben detaillierte Fehlercodes und Hinweise zurück, damit ein Agent aus abgelehnten Versuchen lernen kann.

Guard Mode und Beast Mode entscheiden, wie oft man zustimmen muss

Vor dem ersten Trade legt man Spend Limits, erlaubte Protokolle und ein Risikoprofil fest. Diese Regeln werden auf Wallet-Ebene erzwungen, nicht im Agenten selbst. Standard ist der Guard Mode, der tägliche Ausgabenlimits und Allowlists durchsetzt und für alles außerhalb der Policy eine menschliche Freigabe verlangt. Die Bestätigung läuft per Zwei-Faktor-Authentifizierung über die MetaMask-Mobile-App oder einen Link per E-Mail, bis dahin bleibt der Agent stehen.

Der optionale Beast Mode reduziert diese Unterbrechungen für Nutzer, die möglichst wenig Rückfragen wollen. Die Sicherheitsprüfungen laufen nach Angaben von MetaMask weiter, und als schädlich markierte Transaktionen lösen auch hier eine Freigabeanfrage aus. Der Agent kann die Prüfung nicht umgehen.

Sicherheit ist das eigentliche Verkaufsargument

Vor der Ausführung laufen unterstützte EVM-Transaktionen durch drei Stufen. Eine Simulation zeigt erwartete Bilanzveränderungen, Approvals und Gas-Routing, ein Threat Scanning von Blockaid soll bösartige Transaktionen erkennen, und Smart Transactions sollen verhindern, dass Wert an MEV-Bots abfließt. Für Transaktionen, die alle Prüfungen passieren und trotzdem zu einem Verlust führen, verspricht MetaMask eine Transaction Protection von bis zu 10.000 US-Dollar pro Monat. Welche Transaktionen als erstattungsfähig gelten, regeln die Bedingungen zum Transaction Shield, hier lohnt ein genauer Blick ins Kleingedruckte.

Dieser Aufbau ist die Antwort auf das Grundproblem agentischer Wallets. Ein Agent kann eine Anweisung zu weit auslegen, auf einen manipulierten Vertrag hereinfallen oder durch eine Prompt Injection gekapert werden. Ein Schlüssel, der einem Skript ohne Beschränkung übergeben wird, ist im Zweifel ein Totalverlust. MetaMask verlagert die Kontrolle deshalb auf die Wallet-Schicht statt auf das Modell.

Der Wettlauf um Agenten-Infrastruktur

MetaMask ist mit dieser Wette nicht allein. Coinbase hatte im Februar 2026 seine Agentic Wallets vorgestellt, MoonPay legte im März einen offenen Wallet-Standard für KI-Agenten nach und brachte seine MoonAgents im Juli auf Telegram. Der Kampf um die Standards für maschinelle Zahlungen und maschinellen Handel läuft also parallel bei Wallet-Anbietern, Börsen und Payment-Firmen.

Consensys-Chef Joe Lubin hatte zum Juni-Start argumentiert, Agenten würden künftig echtes Kapital verwalten und echte Finanzentscheidungen treffen, weshalb Sicherheit verpflichtend sein müsse und der Mensch hinter dem Agenten die Kontrolle behalten solle. Das ist zugleich Positionierung, denn Consensys verdient an Reichweite und Transaktionsvolumen in seinem eigenen Stack, zu dem auch Linea gehört.

Interessant wird vor allem, wie sich die Regeln in der Praxis schlagen. Entscheidend sind drei Punkte. Erstens, wie treffsicher das Threat Scanning bei Angriffen arbeitet, die auf den Agenten und nicht auf die Transaktion zielen. Zweitens, wie oft der Beast Mode zu Verlusten führt, die die Transaction Protection nicht abdeckt. Drittens die regulatorische Seite, denn ob eine agentengesteuerte Wallet in der EU noch als reine Self-Custody-Software gilt oder in Teilen unter MiCA-Pflichten fällt, ist bisher nicht abschließend geklärt.

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