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Block, Inc.: Jack Dorsey streicht fast die Hälfte der Belegschaft

Block Inc
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Jack Dorsey hat bei Block – dem börsennotierten Fintech-Konzern hinter Square, Cash App und weiteren Diensten – eine radikale Entscheidung getroffen. Fast die Hälfte der Belegschaft, über 4.000 Beschäftigte, verliert ihren Job oder tritt in ein Konsultationsverfahren ein. Die Mitarbeiterzahl sinkt damit von über 10.000 auf unter 6.000. Die Entscheidung fiel nicht aus wirtschaftlicher Not heraus. Block verzeichnet steigende Umsätze, wachsende Nutzerzahlen und solide Profitabilität.

Dorsey begründet den drastischen Schritt mit einem strukturellen Wandel durch künstliche Intelligenz. Interne KI‑Tools und kleinere, flachere Teams hätten die Art, wie ein Unternehmen geführt wird, grundlegend verändert. KI automatisiert zunehmend Aufgaben, beschleunigt Workflows und reduziert den Bedarf an größeren Organisationsstrukturen. Block sieht in dieser Transformation nicht nur eine Effizienzsteigerung, sondern eine neue betriebliche Realität, die sich laut Dorsey in den kommenden zwölf Monaten in vielen weiteren Unternehmen niederschlagen wird.

Nach der Veröffentlichung der Nachricht reagierten die Märkte außergewöhnlich positiv. Die Aktie von Block, Inc. legte im nachbörslichen Handel um 23 % zu. Die Aussicht auf schlankere Strukturen, höhere Margen und ein klar kommuniziertes Bekenntnis zu einer KI‑getriebenen Unternehmensstrategie beflügelt die Anleger. Analysten sehen darin ein Signal, dass Block künftig effizienter und profitabler arbeiten könnte, was unmittelbar zu einem deutlichen Vertrauensschub an der Börse führte.

Ein richtungsweisender Schritt für die Branche

Für Europa ist diese Entwicklung mehr als ein amerikanischer Einzelfall. Die Kombination aus generativer KI, Automatisierung und immer leistungsfähigeren Assistenzsystemen wird die Nachfrage nach bestimmten Jobprofilen auch hier verändern. Besonders betroffen sind Tätigkeiten im Kundensupport, in der Compliance, in der Softwareentwicklung und in administrativen Bereichen – Rollen, die Dorsey explizit als Beispiele für interne Automatisierung nennt. Schlankere Unternehmen mit KI‑unterstützten Prozessen könnten so zur neuen Norm werden und den Arbeitsmarkt in Europa bereits in naher Zukunft ähnlich umwälzen, wie es jetzt in den USA sichtbar wird.

Für die Kryptobranche ist Block ein Unternehmen von besonderem Gewicht. Block ist nicht nur Betreiber der Cash App, die in den USA zu den wichtigsten Retail‑On‑Ramps für Bitcoin zählt, sondern investiert auch selbst in Bitcoin und unterstützt dessen Infrastruktur. Jack Dorsey gehört seit Jahren zu den prominentesten Befürwortern von Bitcoin im Silicon Valley. Dass ein derart zentraler Akteur im Kryptoökosystem einen massiven strukturellen Umbau einleitet, ist daher ein Ereignis mit Signalwirkung in der Branche.

Auch im größeren Zyklus der Kryptomärkte wirkt die Meldung vertraut. Börsen, Broker und Fintech‑Plattformen reagieren typischerweise am Höhepunkt eines Bärenmarktes mit Entlassungen. Dieses Muster war in mehreren vergangenen Marktzyklen zu beobachten, wenn Umsatzrückgänge, geringere Handelsvolumina und Druck auf die Profitabilität zusammenkamen. Obwohl Dorsey betont, dass Block nicht aus finanzieller Notlage heraus handelt, fällt der Schritt erneut in eine Marktphase, in der viele Unternehmen Kosten senken und sich strategisch für das nächste Wachstum positionieren. Insofern reiht sich Block in ein wiederkehrendes Branchenmuster ein – nur mit einem anderen Schwerpunkt: nicht die Marktlage, sondern KI ist diesmal der Haupttreiber.

Dorseys Botschaft ist klar: Die Arbeitswelt – auch im Kryptosektor – steht an einem Wendepunkt. Unternehmen, die früh auf KI‑optimierte Organisationsformen umstellen, wollen aus seiner Sicht einen Vorsprung sichern. Für die Betroffenen ist die Realität dennoch hart. Für die Branche bedeutet der Schritt jedoch eine neue Phase der Konsolidierung und Neuausrichtung, in der KI zum zentralen Wettbewerbsfaktor wird.

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