Hongkongs Wertpapier- und Futuresaufsicht SFC hat heute einen weiteren Baustein ihres ASPIRe‑Programms vorgestellt und damit den nächsten Schritt gesetzt, um die Sonderverwaltungszone als globalen Standort für regulierte digitale Vermögenswerte zu etablieren. Mit jeder neuen Maßnahme schärft Hongkong sein Profil als streng regulierter, zugleich innovationsfreundlicher Digital‑Asset‑Hub weiter. Schon die Einführung eines eigenen Lizenzrahmens für Stablecoin‑Emittenten im Jahr 2025 sowie der Start der ersten Bitcoin‑ und Ethereum‑ETFs im Jahr 2024 hatten gezeigt, wie konsequent die Behörden den Markt strukturieren. Die heutigen Regelungen schließen genau an diese Entwicklung an und unterstreichen, dass Hongkong den Anspruch verfolgt, institutionelle Krypto‑Finanzprodukte unter klaren Leitplanken massentauglich zu machen.
Erstmals erlaubt die Behörde nun Wertpapierbrokern, die bereits für den Handel mit digitalen Vermögenswerten zugelassen sind, auch Margin-Finanzierungen im Kryptobereich anzubieten. So sollen Anleger mit hoher Bonität und solider Besicherung zusätzliche Liquidität erhalten, um aktiver am Markt teilzunehmen – ohne dabei die Risikokontrolle zu unterlaufen. Für Hongkong ist das ein Schritt, der die Marktinfrastruktur weiter professionalisiert und sich nahtlos in das Ziel einfügt, Liquidität, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit auszubalancieren.
Parallel dazu legt die SFC ein Rahmenwerk für gehebelte Produkte wie Perpetual Contracts vor, die künftig professionellen Investoren auf lizenzierten Plattformen offenstehen sollen. Besonders relevant wird dies für bereits lizenzierte Anbieter wie HashKey oder für internationale Börsen wie OKX, die sich aktiv um eine Zulassung bemühen und damit signalisieren, dass sich globale Player zunehmend an Hongkongs Regulierungsstandard orientieren. Für die Entwicklung eines liquiden, aber regulierten Derivatemarkts für digitale Vermögenswerte könnte genau diese Mischung aus lokalen Vorreitern und internationalen Anbietern entscheidend sein. Die Behörde verlangt transparente Strukturierung, klare Risikohinweise und robuste operative Kontrollen, um die Dynamik dieser Produkte in geordneten Bahnen zu halten.
Mit der zusätzlichen Möglichkeit, dass verbundene Unternehmen lizenzierter Handelsplattformen als Market Maker auftreten dürfen, adressiert die SFC zudem das zentrale Thema Liquidität. Gerade für aufstrebende Anbieter schafft dies die Chance, schneller wettbewerbsfähige Orderbücher aufzubauen – ohne Abstriche bei den Anforderungen zur Trennung von Funktionen oder zur Vermeidung von Interessenkonflikten.
Insgesamt zeigt das Maßnahmenpaket einmal mehr, wie zielgerichtet Hongkong seine Rolle im globalen Markt definiert. Die Stadt positioniert sich bewusst zwischen restriktiven Jurisdiktionen wie den USA und unregulierten Offshore‑Märkten: offen für Innovation, aber eindeutig im Rahmen eines formalen Finanzsystems. Für den internationalen Kryptomarkt sendet das ein deutliches Signal. Ein großes Finanzzentrum öffnet sich zunehmend für komplexe Krypto‑Produkte – jedoch strikt reguliert und kompatibel mit den Strukturen der klassischen Finanzwelt. Dadurch steigert Hongkong nicht nur seine eigene Attraktivität, sondern setzt faktisch Standards, an denen andere Finanzplätze künftig kaum vorbeikommen.

