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Ist es zu spät, jetzt noch in Bitcoin zu investieren?

Bitcoin Münzem auf grünem Chart
Bildquelle: © Alvaro - stock.adobe.com

„Soll man jetzt noch einsteigen oder ist es bereits zu spät? Wir sind ja bereits am Allzeithoch.“ So oder so ähnlich wird mir in letzter Zeit wieder häufiger die Frage gestellt, ob nun „noch“ ein guter Zeitpunkt sei, um in Bitcoin oder den restlichen Krypto-Sektor zu investieren. Bitcoin-Veteranen mag diese Frage nur noch ein entnervtes Seufzen entlocken, doch ich kann die Frage nachvollziehen.

Man darf den Mainstream nicht verurteilen

Bitcoin und der restliche Krypto-Sektor befinden sich immer noch in einer Nische. Der Mainstream hat in den vergangenen Jahren zwar bereits die Existenz digitaler Assets wahrgenommen, doch das allgemeine Verständnis dafür, was wirklich hinter Bitcoin steckt, hält sich in weiten Teilen immer noch bei einem Minimum. Die Mainstream-Medien berichten in der Regel erst über den Sektor, wenn wir bereits in die heiße Phase eingetreten sind. Erfreulicherweise hat sich die Art und Weise der Berichterstattung in letzter Zeit in deutlich konstruktivere Bahnen bewegt, allerdings wurde in der Vergangenheit größtenteils negativ über Bitcoin und Co. berichtet. Entsprechend gestaltet sich auch noch die allgemeine Wahrnehmung.

Doch wie es immer so läuft an den Finanzmärkten, locken die stark steigenden Preise nun langsam, aber sicher auch wieder den Mainstream an, pünktlich mit dem Erreichen eines neuen Bitcoin-Allzeithochs. Die Frage, ob es jetzt „noch“ sinnvoll sei, in Bitcoin einzusteigen, impliziert die Erwartungshaltung, dass es ein Ablaufdatum für Bitcoin gibt – und auf den ersten Blick mag das anhand der vergangenen Preismuster auch stimmen, denn der Bitcoin-Kurs ist nach jeder Bullenmarkt-Euphorie tosend in einem Bärenmarkt untergegangen. Bitcoin-Veteranen, denen die Flamme der Erkenntnis bereits aufgegangen ist, wissen jedoch, dass der Adaptionspfad gnadenlos weitergeht und sich die Bärenmärkte im langfristigen Bild lediglich als chancenreiche Pausen ergeben, in denen man zu weit besseren Preisen in Bitcoin einsteigen kann. Schließlich hat bisher jeder Bärenmarkt einen deutlich höheren Boden gefunden als der vorherige.

Dem Mainstream fehlt jedoch diese Perspektive, die mit der Wissensaneignung einhergeht, was Bitcoin überhaupt ist und welche Probleme dieses neue Upgrade für das fundamentale Werkzeug Geld eigentlich lösen möchte. Wenn man nichts anderes kennt als Euro, Dollar, Banken, Kredite, Festgeldzins und Bausparpläne, dann ist es nicht verwunderlich, vom derzeitigen Geldsystem als Basis für die Bewertung von Bitcoin auszugehen – vor allem, da Bitcoin immer noch mit Euro, bzw. Dollar bepreist wird. Da das traditionelle Geldsystem zumindest auf der Oberfläche betrachtet – und auch das nur in den westlichen Industrieländern, Menschen aus der Türkei, Argentinien, Simbabwe und Co. würden das sicher anders bewerten – noch reibungslos funktioniert, liegt es auch nahe, dass bei den meisten Menschen bisher kein tiefgreifendes Hinterfragen des derzeitigen Geld-Standards stattgefunden hat.


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Es ist nie zu spät, in Bitcoin zu investieren

Gier als initiale Triebfeder für die Beschäftigung mit Bitcoin ist nichts Verwerfliches. Der Wunsch nach Reichtum hat oft weniger mit Gier zu tun als viel mehr mit dem Wunsch nach Sicherheit oder Freiheit. Zwei essenzielle Bedürfnisse für uns Menschen. Umso besser ist es, wenn aus der ursprünglichen Gier, die durch einen steigenden Bitcoin-Preis geweckt wurde, die Flamme der Erkenntnis darüber überspringt, was mit unserer heutigen Welt nicht in Ordnung ist: Geld als Werkzeug – das Grundfundament für komplexe Gesellschaften – funktioniert aufgrund von anhaltender Manipulation nicht mehr richtig und benachteiligt einen Großteil der Gesellschaft, während eine kleine Gruppe sich durch diese Manipulation bereichern kann.

Bitcoin liefert eine elegante Antwort auf dieses Problem und wurde als größeres Ganzes aus der Summe vieler verschiedener Einzeldisziplinen wie Kryptographie, Ökonomie, Digitalisierung und Netzwerkeffekten zu etwas Neuem zusammengesetzt. Bitcoin ist die notwendige Weiterentwicklung von Geld als grundsätzlichem Werkzeug und macht Geld in unserer heutigen, zunehmend digitaler und globaler werdenden Welt konkurrenzfähig, wo die alte Form von Geld immer mehr versagt.

Bitcoin-Veteranen sollten, wenn sie die eingangs erwähnte Frage hören, versuchen, die Flamme der Erkenntnis zu wecken und nicht herablassend auf den scheinbar ahnungslosen Ausgangspunkt der Frage blicken. Die meisten Bitcoiner tun dies jedoch ohnehin mit Begeisterung, wenn sie gefragt werden.

Wenn Sie hingegen noch ganz neu sind in der Krypto-Welt und sich vielleicht genau diese Frage stellen, dann möchte ich Ihnen eine meiner letzten Kolumnen empfehlen, in der ich den genauen Grund skizziere, warum es nie zu spät sein wird in Bitcoin zu investieren, es jedoch sehr wohl irgendwann zu spät sein könnte, den Absprung aus dem Euro oder dem Dollar noch mit einem nennenswerten Vorteil hinzubekommen.

Denken Sie langfristig!

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