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Verfahren eingestellt: BitMEX zahlt 100 Millionen US-Dollar

Pult im Gerichtssaal
Symbolbild | Bildquelle: Daniel Bone, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • BitMEX wird ein Bußgeld in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zahlen.
  • Damit sind die Ermittlungen der CFTC und FinCEN gegen das Unternehmen eingestellt.
  • Die Straf- bzw. Ermittlungsverfahren gegen die Gründer der Bitcoin-Börse laufen jedoch weiter.

BitMEX hat es geschafft, mit einem blauen Auge davonzukommen und durch die Zahlung eines saftigen Bußgelds alle rechtlichen Querelen mit den US-Ermittlungsbehörden beizulegen. Insgesamt 100 Millionen US-Dollar muss das Firmengeflecht, welches hinter der Börse agiert, auf den Tisch legen.

Zwar wurde im Rahmen der Beilegung des Verfahrens gegen BitMEX anerkannt, dass die Börse sich zu guter Letzt um die Einführung von KYC- und AML-Standards bemühte, aber das reichte nicht aus. Von November 2014 bis Oktober 2020 sieht man es als erwiesen an, dass US-Bürger auf der Plattform Derivate handeln durften, ohne das eine Genehmigung in den USA vorlag oder das Anti-Geldwäscherichtlinien eingehalten wurden. Da BitMEX in erster Linie Krypto-Derivate anbietet, fielen die Ermittlungen in den Schoß der CFTC.

Die Gründer von BitMEX sind hingegen nicht aus dem Schneider, denn gegen sie läuft immer noch ein separates strafrechtliches Ermittlungsverfahren. Da sie sich aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen haben, ist dieser Umstand für das Unternehmen aber nicht mehr dringlich.

BitMEX hat große Pläne

Jetzt schaut das Unternehmen aber wieder nach vorne. Denn nun, da keine US-Kunden mehr bedient werden und jeder Nutzer der Plattform identifiziert ist, will man das Angebot erweitern. Bisher ist BitMEX überwiegend für den Handel mit Futures bekannt.

In Zukunft sollen aber noch Segmente im Spothandel, Verwahrung, eine Akademie, Informationsdienste sowie Brokerage hinzukommen. Damit transformiert man das Unternehmen also in eine ganzheitliche Plattform. Ein Trend, der bei nahezu allen Börsen zu beobachten ist, weil er auch der Kundenbindung dient und auf Dauer weniger Spieler auf dem Feld stehen werden.

BitMEX hat sich im Konflikt mit den US-Behörden bewährt und kann ohne Altlasten und im Einklang mit der Regulatorik seine Position ausbauen. Die Tage für gänzlich unregulierte Börsen dürften wohl gezählt sein.

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