Recht

Tornado Cash: US-Behörden verhaften Mitgründer

Washington DC
Bildquelle: © stock.adobe.com

  • Einer der Gründer von Tornado Cash wurde in Washington verhaftet.
  • Nach einem zweiten Mitglied der DAO wird gefahndet.
  • Man beschuldigt sie umgerechnet 1 Milliarde US-Dollar gewaschen zu haben.

In den USA kam es gestern zu einer Festnahme in Bezug zu Tornado Cash. Laut einer Pressemitteilung der zuständigen Staatsanwaltschaft wurde Roman Storm in Washington festgenommen. Gleichzeitig fahndet man nach Roman Semenov, der ebenfalls ein Gründungsmitglied von Tornado Cash ist. Weil man Semenov auf absehbare Zeit wahrscheinlich nicht festsetzen wird, wurde er kurzerhand auf eine Sanktionsliste gesetzt.

Konkret wirft man den beiden vor, darauf verzichtet zu haben, Nutzer von Tornado Cash zu identifizieren. Weil diese also anonym bleiben konnten, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Gründer wissentlich und willentlich zur Geldwäsche beigetragen haben. Noch schwerer wiegt allerdings der Vorwurf, dass man damit nordkoreanischen Hackern ermöglicht haben soll, Multimillionenbeträge zu waschen. Die USA haben Nordkorea schon länger unter Verdacht, mit gestohlenen Kryptowährungen ihr Nuklearwaffenprogramm zu finanzieren.

Hinter mehreren fatalen Hacks soll die sogenannte Lazarus-Gruppe stecken, welche mutmaßlich im Dienst von Nordkorea stehen soll. Lazarus soll rund 455 Millionen US-Dollar über Tornado Cash gewaschen haben. Deshalb setzte man Tornado Cash bereits 2022 auf eine Sanktionsliste.

Debatte um Privacy Tech bleibt kontrovers

Dass die beiden Mitgründer beabsichtigt haben, Lazarus zu begünstigen, wird von vielen Befürwortern von Privacy-Technologie bestritten. Sie gehen davon aus, dass die USA sich aus politischen Gründen gegen jede Technologie stellen, welche die Privatsphäre von Anwendern bedingungslos schützt. Der US-Sicherheitsapparat wird immer wieder für das massenhafte Ausspähen im In- und Ausland kritisiert. Dabei kommt diese Kritik aber nicht nur aus der Nische der Kryptowährungen, sondern wird auch von IT-Experten und Menschenrechtsorganisationen formuliert.

Der Fall von Tornado Cash verdeutlicht einmal mehr, dass solche Technologien in einem Spannungsfeld existieren. Obwohl der Datenschutz mit dem Ethereum-Mixer zuverlässig funktionierte, begünstigte er genau wie alle anderen Technologien aus dieser Kategorie schwere Verbrechen.


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Die Festnahme von Alex Pertsev in den Niederlanden sorgte bereits 2022 für einen Aufschrei in Teilen der Community. Er war ebenfalls an der Entwicklung von Tornado Cash beteiligt. Sollte Storm in den USA verurteilt werden, dann drohen ihm bis zu 45 Jahre Haft.

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