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Startschuss: El Salvador führt Bitcoin als Währung ein

Ripple CTO Bitcoin Wallet
© Michaela Richter, Bitcoin-Kurier

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Seit heute ist Bitcoin offizielles Zahlungsmittel in El Salvador.
  • Anlässlich des Starts legte sich El Salvador 200 BTC in die Staatskasse.
  • Doch der Start wird von Kritik an Präsident Bukele überschattet.

Der Startschuss ist gefallen und Bitcoin ist neben dem US-Dollar in El Salvador gesetzliches Zahlungsmittel. Zur Feier des Tages gab Präsident Bukele bekannt, dass El Salvador rund 200 BTC gekauft hat. Damit hält das kleine Land insgesamt 400 Bitcoins als digitale Reserve.

Jetzt können die Salvadorianer mit dem Chivo Wallet mit Bitcoin am Zahlungsverkehr teilnehmen. Um die Popularität zu steigern hat jeder Bürger des Landes Anspruch auf Bitcoin im Gegenwert von 30 US-Dollar als Startgeld. Mit Chivo soll auch garantiert werden, dass die Menschen in der Lage sind, jederzeit ihre BTC wieder in US-Dollar zu wechseln und umgekehrt.

Dazu wurden 200 Automaten landesweit aufgestellt und die App steht zum Download bereit. Sämtliche Währungswechsel mit Bitcoin unterliegen nicht der Kapitalertragssteuer, was die Angelegenheit ungemein erleichtert.

El Salvador soll unabhängiger werden

Viele Salvadorianer leben und arbeiten im Ausland. Dadurch sind ihre Familien und somit auch die Wirtschaft des Landes von den Auslandszahlungen dieser Bevölkerungsschicht abhängig. Bitcoin soll für das Land also gleich zwei Dinge leisten.

Zum einen soll den Menschen ein einfacher Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht werden, was bisher für 70 % der Bevölkerung mangels Bankkontos nicht der Fall ist. Zum anderen sollen die hohen Gebühren für den Zustrom an Geld aus dem Ausland wegfallen.

Bisher sind die meisten Menschen von Zahlungsdienstleistern abhängig, die an dem grenzübergreifenden Zahlungsverkehr in das kleine Land ordentlich mitverdienen. Die Gebühren kosten nicht nur die Bewohner, sondern auch die Wirtschaft des Landes viel Geld. Rund 20 % des Bruttoinlandsprodukts werden durch diese Zahlungen generiert.

Bukele steht weiter in der Kritik

Derweil hinterlässt die Euphorie über den Siegeszug von Bitcoin einen bitteren Beigeschmack. Präsident Bukele gilt als autoritär und ließ im Februar 2020 das Militär im Parlament einmarschieren. Außerdem wird ihm vorgeworfen, die Unabhängigkeit der Justiz gezielt beseitigt zu haben.

Nun steht seine Wiederwahl bevor, obgleich im Gesetz vorgesehen ist, dass eine 10-jährige Pause zwischen zwei Amtszeiten verbindlich gilt. Doch das wurde nun durch Gerichte und Behörden gekippt.

Bitcoin rühmt sich, eine Technologie zu sein, die für die Freiheit des Individuums steht. Es mutet seltsam an, dass mit Nayib Bukele ausgerechnet ein Mann hofiert wird, bei dem diese Gesinnungshaltung angezweifelt werden darf.

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