Sammelklage gegen Facebook, Google und Twitter

Gesetzbücher im Regal
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Verbotene Früchte

Sowohl Google, Facebook als auch Twitter setzten im Jahr 2018 ein Verbot von Werbung durch. Betroffen waren davon Unternehmen aus der Blockchain-Industrie, aber auch Bitcoin und Altcoin-Projekte. Besonders Facebook stand in der Kritik, weil der Austausch plötzlich verboten war.

Die Maßnahme war umstritten. Auf der einen Seite konnte man dadurch viele Nutzer wahrscheinlich vor betrügerischen Absichten schützen, auf der anderen konnten legitime Projekte keine adäquate Werbung betreiben. Doch diese ist grade auf Social Media sehr wichtig, um eine große Reichweite zu erzielen und mit den Verbrauchern in persönlichen Kontakt zu kommen.

Schließlich lockerte Facebook das Verbot und eine ganze Reihe von Sparten aus der Krypto-Branche waren wieder erlaubt. Zwar wurde die Auflockerung zunächst von der Krypto-Community als positiver Schritt gefeiert, aber man kann den Ablauf auch anders interpretieren.

Unfairer Wettbewerb?

Grade im Falle von Facebook könnte man der Auffassung sein, dass hier die eigene Monopolstellung missbraucht wurde. Während andere Krypto-Projekte von der Plattform gebannt wurden, bereitete der Konzern seinen Libra-Coin vor. Allerdings dürfte diese Behauptung vor einem Gericht aus einer ganzen Reihe von Gründen schwer zu beweisen sein.

Sehr viel schwerer wiegt dagegen der Umstand, dass tausende Projekte durch den Ausschluss der Konzerngiganten Nachteile erlitten haben. Dies lässt sich sehr leicht beweisen und ist deshalb auch der Hauptgrund, warum eine australische Kanzlei jetzt eine Sammelklage vorbereitet.

Die Kanzlei JPB Liberty sieht aber nicht nur Firmen und Projekte aus dem Sektor betroffen, sondern auch Anleger, die in einem bestimmten Zeitraum Kryptowährungen gehalten haben.


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Kein Vorschuss nötig

Die Idee hinter der geplanten Sammelklage ist also relativ simpel: Durch den rigorosen und teilweise ungefilterten Ausschluss haben Investoren, Anleger und Unternehmen Schaden erlitten. Daher will man gegen Facebook, Google und Twitter klagen.

Mitmachen kann im Prinzip jeder, sofern er bestimmte Merkmale erfüllt. Diese beschreibt die Kanzlei auf ihrer Webseite. Der Clou ist, dass die Kanzlei nur im Falle eines Sieges von ihren Mandanten Kosten erheben wird.

Somit können sich jetzt weltweit Betroffene melden und versuchen sich der Klage anzuschließen, sofern diese tatsächlich in Gang gesetzt werden sollte. Es gibt für sie im Vorfeld zumindest keine finanziellen Hürden.

Fair geht vor

Der Begründungszusammenhang von JPB Liberty ist plausibel und das Vorgehen der betroffenen Konzerne ist insgesamt nicht immer sympathisch. Dennoch, der Schutz von Verbrauchern spielt eine große Rolle. Werbung kann leider jeder schalten, auch Betrüger.

Hätten die verschiedenen Social-Media-Konzerne nicht einen Riegel vorgeschoben, dann wären sie vermutlich im Nachgang angeklagt worden, weil sie nichts gegen betrügerische Werbung unternommen hätten.

Wie man es macht, macht man es verkehrt.

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