Kommentar

Robert F. Kennedy Jr. klemmt sich leider an Bitcoin

Robert F. Kennedy
Kennedy im Jahr 2017. Bildquelle: Gage Skidmore via Flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Robert F. Kennedy ist US-Präsidentschaftskandidat, und seit gestern wird er von der Bitcoin-Gemeinde bejubelt. Der Grund dafür ist seine medienwirksame Ankündigung, dass er den Dollar mit Bitcoin, Gold und Platin absichern will. Konkret möchte er nach seiner Wahl zum US-Präsidenten 1 Prozent der T-Bills mit BTC unterfüttern und dann erst einmal schauen, wie sich die Sache entwickelt. Zudem möchte er die Konversion von BTC in US-Dollar von der Kapitalertragssteuer befreien.

Klein anfangen und dann später darauf aufbauen. Solide, sympathisch, aber leider so realitätsfern wie andere Äußerungen Kennedys.

Geschwurbel beim Abendbrot

Biolabore in der Ukraine sind ein heißes Thema. Besonders für die Redaktionen von RT und der Tass. Kern deren Meldungen war in der Vergangenheit, dass die USA in der Ukraine heimlich Labore für biologische Waffen betreiben. Dort entnimmt man Russen DNA, um Bio-Waffen zu entwickeln, die nur dieser und einigen anderen Ethnien schaden können. Es könnte außerdem sein, dass Covid-19 aus diesen oder anderen Laboren stammt und designt wurde nur Weiße und Schwarze zu infizieren. Aber es gibt auch gute Nachrichten, denn Chinesen und aschkenasische Juden sind aufgrund ihrer Gene gegen Covid besonders geschützt.

Bedauerlicherweise stammt dieser Blödsinn nicht ausschließlich aus russischen Medien, sondern vom Präsidentschaftskandidaten Robert Francis Kennedy Junior. Offensichtlich bezieht er seine Falschmeldungen lieber direkt aus Moskau, obwohl sie bereits mehrfach widerlegt worden sind. In einem Video, welches seit einigen Tagen durch das Internet kursiert, gibt er diese und andere Äußerungen in heiterer Runde beim Abendessen zum Besten. Ob sich Kennedy darüber bewusst ist, welche Vorurteile er mit solchen Aussagen bedient, ist nicht bekannt. Gefährlich sind sie allemal, denn Verschwörungserzählungen können eine vernichtende Wirkung haben, wenn sie in der Spitzenpolitik ankommen.

Auch zur Immunität von jüdischen Ethnien gegen Covid-19 ist nichts bekannt, wohl aber, dass Israel sich seiner Zeit beeilte, seine Bevölkerung so schnell wie möglich durchimpfen zu lassen. Chinesen scheinen ebenfalls nicht gefeit zu sein. Die Regierung verhängte einen strengen Lockdown, Einschränkungen für nicht geimpfte Personen und drastische Kontrollen, die bis heute andauern.

Doch Robert F. Kennedy stören diese Aspekte im Kampf um die Fakten nicht.


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Für Bitcoin ist das nicht gut

Schon im Jahr 2021 ging ein Teil der Kennedy Familie zum Junior auf Distanz. Noch im selben Jahr wurde er auf Instagram und YouTube gesperrt, weil seine Aussagen zu 5G, Covid und Impfungen nicht mehr haltbar waren. Der Grund, warum RFK also auf Bitcoin setzt, dürfte an der uneingeschränkten Zustimmung liegen, die er durch die Bitcoin-Community erfährt.

Jeder Marketingexperte weiß um die Kraft eines klaren Bekenntnisses zur Mutter aller Kryptowährungen. Likes, Follower und Retweets sind sicher. Man bekommt die Werbung gewissermaßen gratis und braucht nicht einmal funktionierende Konten in den sozialen Medien. Außerdem sind Bitcoiner eine Zielgruppe innerhalb der Wählerschaft.

Bitcoin ist als Technologie neutral, die Bitcoin-Community in weiten Teilen aber nicht. Sie täte gut daran, sorgfältig zu selektieren, wem sie applaudiert. Robert F. Kennedy steht politisch dermaßen im Abseits, dass er nur noch auf Randgruppen zugehen kann. Wenn man ernst genommen werden will, dann sollte man sich besser nicht mit ihm assoziieren und ihn zu einem Streiter für die gute Sache verklären.

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