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Ripple-Mitgründer startet Ökokampagne gegen Bitcoin

Miami Bitcoin Atomstrom
Bildquelle: Markus Distelrath, pixabay.com

  • Chris Larsen finanziert eine Kampagne, die u. a. von Greenpeace unterstützt wird.
  • Darin wird u. a. darum geworben, das Bitcoin-Netzwerk auf einen neuen Konsensmechanismus umzustellen.
  • Die Kampagne erntete eine Menge Kritik, weil sie nicht nur an den Grundfesten von Bitcoin rüttelt, sondern Fakten verdreht.

Könnte man Bitcoin auf einen anderen Konsensmechanismus umstellen und damit das Mining überflüssig machen? Theoretisch wäre das möglich, doch eine Umsetzung würde nicht ausschließlich von einem kleinen Kreis von Entscheidungsträgern abhängig sein. Doch genau das wird erneut mit einer Kampagne suggeriert, die von Greenpeace unterstützt wird.

Ebenfalls involviert ist Chris Larsen, seines Zeichens Executive Chairmen und Mitgründer von Ripple. Via Twitter betonte er, dass er in dieser Sache privat aktiv ist und das Unternehmen damit nicht in Verbindung steht. Dennoch muss man sich fragen, wie ausgerechnet ein Mann wie Larsen auf die Idee kommt, eine solche Kampagne mit 5 Millionen US-Dollar zu fördern.

Der XRP Ledger sowie die Zahlungslösungen der Firma Ripple, die darauf aufbauen, könnte man getrost als Konkurrenz zu Bitcoin betrachten. Daher hinterlässt seine Beteiligung am Ende einen bitteren Beigeschmack. Es ist nicht das erste Mal, dass Larsen in dieser Sache aktiv wird. Bereits im letzten Jahr wagte er einen Vorstoß im Namen des Umweltschutzes.

Märchenstunde mit Greenpeace

Laut der Website der Kampagne braucht es nur 30 Personen, um Bitcoin auf den Kopf zu stellen und alles zu ändern. So heißt es:

We know a basic software code change could reduce Bitcoin’s energy use by 99.9%. If only 30 people — the key miners, exchanges, and core developers who build and contribute to Bitcoin’s code — agreed to reinvent proof-of-work mining or move to a low-energy protocol, Bitcoin would stop polluting the planet. So why isn’t Bitcoin changing its code?

Change the code, not the climate

Dass Bitcoins Sicherheit und Dezentralität absolut von Proof-of-Work abhängig ist, scheint man getrost zu ignorieren. Selbst wenn die Contributer einen solches Proposal einreichen würden, ließe es sich nicht im Sinne einer Top-Down-Entscheidung durchsetzen. Man kreiert die Illusion, dass hier eine Verantwortlichkeit besteht, die sich nicht zuweisen lässt. Das große Zerwürfnis über das SegWit-Upgrade, welches 2017 im Fork von Bitcoin Cash gipfelte, zeigt historisch beispielhaft, dass Bitcoin praktisch nicht auf diese Art verändert werden kann.

Energieverbrauch ist ein leidliches Thema

Proof-of-Work verbraucht sicherlich viel Energie, doch es ist genau dieser Faktor, der sich nicht manipulieren lässt und Bitcoin sowie seinen Wert absichert. Ethereum wagt die Umstellung hat sie aber noch nicht vollzogen und es bleibt abzuwarten, ob sich Proof-of-Stake als nützlich erweisen wird, um die Ethereum-Blockchain dezentral und sicher zu gestalten.

Für bestimmte Bereiche sind verschiedene Sicherheitsaspekte nicht relevant. Es ist egal, ob ein DeFi-Protokoll zentralisiert ist. Was zählt, ist die Rendite, die Transaktionsgeschwindigkeit und niedrige Gebühren. Für Bitcoin gilt das nicht, denn hier geht es um ein erlaubnisfreies und zensurresistentes Netzwerk.

Damit bedeutet Umweltschutz für die Bitcoin- und Mining-Industrie im Ergebnis das Gleiche wie für alle anderen Wirtschaftszweige auch. Die Energiequellen müssen umweltfreundlicher werden, um etwas zu verändern.