Recht

Ripple: Erster Erfolg vor Gericht – Tetragons Anspruch abgelehnt

Gesetzbücher im Regal
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Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

Kompakt:

  • Die Investmentfirma Tetragon forderte 175 Millionen US-Dollar von Ripple zurück.
  • Man hatte das Geld in Ripple investiert und sah sich durch die Klage der SEC gegen Ripple geschädigt.
  • Ein US-Gericht in Delaware wies den Anspruch der Kläger nun zurück, dies geht aus einer Pressemitteilung von Ripple hervor.

Ripple hat es wahrlich nicht leicht gehabt in den letzten Wochen und Monaten. Nachdem die US-Börsenaufsicht SEC ihre Klage gegen das Unternehmen bekannt gab, brach ein Donnerwetter herein. Der US-Markt brach für XRP zusammen, weil Börsen und Broker sich im Zugzwang sahen. Der Investor Tetragon klagte, weil ihm eine Ausstiegsklausel vertraglich zustand.

Tetragon hatte rund 200 Millionen US-Dollar in Ripple investiert. Unter der Bedingung, dass XRP als Wertpapier einzustufen sei, wollte man den Löwenanteil dieses Investments im Januar 2021 zurückfordern und ging sogar einen Schritt weiter. Denn die Klage sah ebenfalls vor, Ripples Mittel einzufrieren, bis die Forderung beglichen gewesen wäre.

Doch nun entschied ein US-Gericht im Bundesstaat Delaware gegen die Kläger. Damit kann Ripple einen ersten Erfolg vor Gericht geltend machen, obgleich dies nur als Etappensieg gewertet werden darf und keine Rolle für das Hauptverfahren gegen die Security and Exchange Commission spielt.

XRP ist (noch) kein Wertpapier

Das Gericht traf die Entscheidung im Wesentlichen unter dem Hinweis, dass in der Sache noch nichts entschieden ist. Die Klage der SEC lautet zwar darauf, dass XRP ein nicht registriertes Wertpapier ist, aber erst das zuständige Gericht muss darüber ein Urteil fällen.

Solange bis dieses Urteil nicht rechtskräftig ist, muss man davon ausgehen, dass es sich nicht um ein Wertpapier handelt. Das Urteil trennt also sehr scharf zwischen den Behauptungen der SEC und denen von Ripple. Das dicke Ende könnte also noch kommen, denn sobald ein Gericht zugunsten der SEC entscheiden würde, dann würde auch Tetragon eine neue Ausgangslage vorfinden.

Ripple sieht sich hingegen durch das Urteil bestätigt und bezeichnete die Klage als den opportunistischen Versuch, von den Anschuldigungen der SEC zu profitieren.


XRP- Kurs bleibt neutral

Die Ereignisse rund um Tetragon versetzen die Märkte erwartungsgemäß nicht in Aufregung. Denn selbst wenn es zu einem Verfahren gekommen wäre, dann wäre XRP zumindest nicht direkt betroffen gewesen. Und so verläuft der XRP-Kurs seit Ende Februar seitwärts und pendelt ungefähr in der Range zwischen 0,39 US-Dollar und 0,49 US-Dollar.

Dennoch sind Anleger gut damit beraten, Augen und Ohren offen zu halten, denn es gilt zu erwarten, dass jede Kleinigkeit zugunsten oder zuungunsten von Ripple auch Auswirkungen auf den XRP-Kurs haben könnte. In diesem Kontext ist aber das eigentliche Verfahren gegen die SEC ausschlaggebend und die Nebenschauplätze eher von geringerer Bedeutung.

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