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Report: „The Conference Exchanges“ bot Ausblick für die Branche und diskutierte den Bitcoin-Kurs

The Conference Exchangesnference Exchanges
Bildquelle: The Conference Exchanges | Fotograf Paulus

Lesedauer für den Artikel: 4 Minuten

Vom 5. Bis zum 6. März versammelte sich ein internationales Fachpublikum in Amsterdam, das überwiegend aus Repräsentanten von Börsen und Brokern bestand. In der historischen Kulisse der Industrie und Handelskammer „De Bazel“ wurden spannende Vorträge gehalten und es herrschte ein reger Austausch zwischen allen Teilnehmern.

Die Redaktion vom Bitcoin Kurier war auch vor Ort, um über das Geschehen zu berichten. Auch wenn zwei ereignisreiche Tage nicht in ihrer Gänze wiedergegeben werden können, so lassen sich doch die kontroversesten Thesen und die spannendste Diskussion resümieren.

Schließlich nahmen die Redner den Anlass auch dazu wahr, um über die Zukunft der gesamten Branche zu sprechen. Und weil Börsen und Broker ihr Geschäft mit den Kursspekulationen ihrer Kunden machen, gab es auch einige spannende Einblicke, welche Erwartungen einzelne Teilnehmer für die Entwicklung des Bitcoin-Kurses im laufenden Jahr hegen.

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Derivate werden den Markt dominieren

Wenn man dem Vortrag von Josh Goodbody glaubt, dann liegt die Zukunft aller Börsen im Handel mit Derivaten. Goodbody arbeitet in seiner Rolle als „Director for Growth & Institutional Business“ für Binance.

Er präsentierte u. a. Datenmaterial, welches die rasante Nachfrage nach Derivaten abbildete, die in den letzten Monaten am Markt herrschte, und auch einen Ausblick auf das erwartete Wachstum des gesamten Segments bot.

Doch nicht alle Sprecher präsentierten einen positiven Ausblick auf die Situation für den Markt und für die Börsen.

Krypto-Börsen sind bereits tot!

Mit dieser mehr als kontroversen These startete Linda Wang von Shapeshift in ihren Vortrag. Sie geht davon aus, dass sich der Markt mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit konsolidieren wird, denn es gibt Hunderte Anbieter. Sucht man aber nach Parallelen im klassischen Börsengeschäft am Aktienmarkt, so stellt man fest, dass es dort wesentlich weniger Anbieter gibt.

Linda Wang
Linda Wang haut es raus: Die Börsen sind tot! | Fotograf Paulus/The Conference Exchanges

Ihrer Ansicht nach wird der Markt also auf wenige „Player“ schrumpfen. Eine Einschätzung, die angesichts der internationalen Regulierung eine gewisse Plausibilität aufweist, können kleine Anbieter kaum die Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig arbeiten sie häufig mit einem geringen Volumen.

Allerdings fand auch ihr Vortrag eine positive Note. Denn Börsen könnten ihre Produkte letztlich auf spezielle Kundenbedürfnisse ausrichten, damit bliebe ihnen eine Chance eine Nische am Markt zu bedienen. Man kommt nicht umhin anzumerken, dass hier auch Selbstreflexion betrieben wurde.

Denn Shapeshift ringt seit geraumer Zeit mit Problemen und muss sich selbst neu erfinden.

Bullen vs. Bären

Während einer Podiumsdiskussion schieden sich allerdings die Geister. Während die meisten Sprecher sich für die populärere Möglichkeit eines Kursanstiegs aussprachen, gab es eine bemerkenswerte Meinung, die vom Gegenteil ausging.

Die Theorie von Calvin Chang von ABCC: Rund 49 Prozent des weltweiten Handelsvolumens werden durch die Aktivitäten in China erzeugt. Aber dort droht die größte Gefahr, denn sollte dort eine strengere Regulierung umgesetzt werden, so würde dieser Löwenanteil schlagartig wegbrechen. Dies könnte einen massiven Preiseinbruch zur Folge haben und einen Kurs von ca. 5000 US-Dollar zum Ende des Jahres 2020 bedeuten.

Obgleich die meisten Anleger und Bitcoin-Anhänger eher auf einen positiven Ausblick für das Jahr 2020 hoffen, kann ein wenig Skepsis nicht schaden. Das bevorstehende Halving schürt Erwartungshaltungen, die nur erfüllt werden können, wenn auch die entsprechende Nachfrage da ist. Es könnte ggf. nicht ausreichen, dass sich das Angebot durch das Halving verknappt.

Doch selbst wenn sich diese pessimistische Perspektive bewahrheiten sollte, dann gäbe es immer noch einen Grund zur Freude. Ein Tief von 5000 US-Dollar läge immer noch weit über dem letzten Tief, welches im Jahr 2019 erreicht wurde.