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Poly Network: Ein millionenschwerer Hack schreibt Geschichte

Bithumb gehackt
© Michaela Richter, Bitcoin Kurier

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Das Poly Network wurde am 10. August zum Opfer eines Hacks, bei dem Kryptowährungen im Wert von 600 Millionen US-Dollar entwendet wurden.
  • Der Fall sorgte weltweit für großes Aufsehen, weil es sich um eine Rekordsumme handelt.
  • Der Hacker ist derweil damit beschäftigt, seine Beute zurückzuerstatten.

Der Hack des Poly Networks ging medial um die Welt. Nicht nur, dass erneut ein DeFi-Protokoll zum Ziel eines Angriffs wurde, dieses Mal war eine gigantische Summe Geld im Spiel, die zumindest in US-Dollar gerechnet einen Rekord aufstellt.

Bei Poly Network handelt sich um ein Cross-Chain-Protokoll, welches es erlaubt, Token, Kryptowährungen und Stablecoins über die Grenzen verschiedener Blockchains hinweg zu transferieren.

Um im Poly Network ein Asset zwischen zwei Blockchains zu transferieren, wird es zuerst auf der einen Seite eingefroren und auf der anderen Seite freigeschaltet. Dem Hacker gelang es im Prinzip Assets freizuschalten bzw. auf der jeweils anderen Blockchain zu kopieren, ohne dass diese auf der Gegenseite eingefroren wurden. Die Folge war, dass er sich dadurch massiv bereichern konnte.

Hacker gibt seine Beute zurück

Doch das Kapitel Poly Network ist mit dem Hack noch lange nicht abgeschlossen. Denn der Hacker meldete sich zu Wort. Wie bei solchen Fällen üblich reagierte die Industrie schnell und weitestgehend geschlossen. So fror Tether beispielsweise 33 Millionen USDT ein und auch andere Börsen und oder Mixer dürften mit dem Hacker wahrscheinlich keine Geschäfte machen.

Laut eigener Darstellung wollte er seine Beute wohl ohnehin zurückgeben. Doch ob das ernst gemeint ist, bleibt Gegenstand verschiedener Spekulationen. Fakt ist, dass es sehr schwerfallen dürfte, 600 Millionen US-Dollar auszugeben, wenn die ganze Welt dabei zusieht.

Bisher wurden rund 345 Millionen US-Dollar zurücküberwiesen und der Täter hat ein Q&A erstellt, um die Welt an seinen Gründen teilhaben zu lassen.

Fazit: DeFi ist und bleibt der Wilde Westen

Die skurrilen Details rund um den Vorfall und die schier gigantische Summe sind nur eine Dimension. Eine weitere ist die Aufarbeitung des Vorfalls, der erneut gezeigt hat, dass selbst etablierten Projekten nicht unbedingt zu trauen ist.

Wer trotzdem sein Geld in DeFi-Protokolle steckt und dort für sich arbeiten lässt, der riskiert nicht nur einen Wertverlust durch Kursschwankungen, sondern durch komplexe Risiken, die in erster Linie spezifische Programmierkenntnisse verlangen, um rechtzeitig erkannt zu werden.

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