Recht

Niederlande: Drei Briefbomben gezündet – Erpresser verlangt Bitcoin

Briefbombe Amsterdam
Bildquelle: Polizei Amsterdam

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Drei Anschläge in den Niederlanden

In den Niederlanden sind heute und am gestrigen Tag insgesamt drei Briefbomben detoniert. Die Sprengsätze wurden per Post an drei Unternehmen aufgegeben. Getötet oder schwer verletzt wurde zum Glück niemand. Nun fahnden die Behörden nach dem Täter.

Dieser forderte eine bisher unbekannte Summe Bitcoin. Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Polizei dazu bisher keine Informationen freigeben. Die erste Bombe zündete in der Poststelle einer Bank in Amsterdam. Der zweite Sprengsatz detonierte in den Büros einer Elektronikfirma in Kerkrade. Heute ließ die Amsterdamer Polizei über Twitter verlauten, dass ein dritter Sprengsatz in einem Bürogebäude in Bijlmerdreef explodiert ist.

Die Polizei prüft zurzeit, ob es sich ggf. um den gleichen Täter handelt, der bereits eine Serie von Briefbomben im Januar verschickt hatte.

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Zusendungen genau prüfen

Die Polizei gab nun Details über die als Briefsendung getarnten Bomben bekannt. So wurden diese bisher in einem weißen Luftpolsterumschlag verschickt, der eine markante Verdickung unter den Briefmarken aufweist.

Der Absender auf dem Schreiben ist in einer separaten Plastikhülle aufgeklebt. Bisher wurden nur Firmen in den Niederlanden Ziel der Zusendungen. Der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e.V. mahnt in diesem Zusammenhang trotzdem auch in Deutschland zur Vorsicht.

Sollten Sie ein verdächtiges Schreiben erhalten, so entfernen Sie sich unmittelbar davon, warnen Sie andere und verständigen sie umgehend die Polizei.

Bitcoin wird gezielt missbraucht

Nach derzeitigem Kenntnisstand wird in deutschsprachigen Medien verstärkt über die Vorfälle berichtet, u. a. auch in Radiosendungen. In diesem Kontext wird auch betont, dass der Erpresser Bitcoin verlangt. Leider fehlt bei den Meldungen der entschiedene Hinweis, dass die Technologie neutral ist.

So lässt sich zwar nicht leugnen, dass sich der oder die Täter bequem hinter pseudonymen Zahlungen verstecken könnte, gleichzeitig könnte er aber auch genauso gut dadurch enttarnt werden. In der Vergangenheit gelangen Behörden immer wieder Ermittlungserfolge, weil die Spuren auf der Blockchain eindeutig zu den Tätern führte.