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Kryptowährungen erleben massive Abverkäufe: Nahost-Krieg sorgt für Marktbeben

Trennmauer zwischen Israel und Gazastreifen
Bildquelle: © stock.adobe.com

  • Am Wochenende zeigt der Kryptomarkt ein durchwachsenes Bild mit schweren Einbußen bei den Altcoins.
  • Bitcoin schwächelt leicht, bekommt aber gemessen an der Marktkapitalisierung eine dominantere Stellung.
  • Die Aktienmärkte sind primär durch geopolitische Spannungen in Nahost betroffen, was ebenfalls die Stimmung am Kryptomarkt drückt.

Die Spannungen zwischen Israel und dem Iran diktieren aktuell das Geschehen an den Märkten. Die Rohstoffpreise legen kräftig zu und Aktien geben nach, während das Auswärtige Amt deutsche Staatsbürger dazu auffordert, den Iran zu verlassen und vor Reisen warnt.  

Auch der Kryptomarkt reagiert darauf empfindlich, was sich in einem schwächelnden Bitcoin niederschlägt, der auch unter fortgesetzten Abverkäufen des Grayscale-ETFs leidet. Im Gesamtbild kann sich die Mutter aller Kryptowährungen aber gut halten und rutschte nur kurzfristig auf 65.000 US-Dollar ab. Weil der Kurs in diesem Bereich zwischen März und April mehrfach eine Unterstützung fand, gilt es ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Denn ein Nachgeben des Supports wäre ein negatives Signal.

Sollte sich die Lage in Nahost verschärfen, dann ist mit weiteren Verlusten am Kryptomarkt zu rechnen. Denn trotz des viel beschworenen Status als Inflationsschutz gilt Bitcoin als Risk-on-Asset. Und was für Bitcoin gilt, das gilt umso mehr für die Altcoins.

Geld fließt aus den Altcoins ab

Die Bitcoin Dominanz bemisst, wie hoch die Marktkapitalisierung von BTC im Vergleich zu allen anderen digitalen Assets ist. Seit Dezember 2023 lag ihr Spitzenwert ganze drei Mal bei 55 Prozent, brach von dort aber immer wieder ein. Gestern erreichte sie ein neues Hoch von 56,34 Prozent.

Das bedeutet aber nicht, dass mehr Geld in Bitcoin strömt, sondern das sehr viel Geld aus Altcoins wie Ethereum, Solana, BNB oder Avalanche abfließt. Es dürften schwergewichtige Investoren sein, darunter auch Venture Capitals, die in den Dollar flüchten. Sie haben zumeist Allokationen der betreffenden Kryptos vor ihrem Marktstart erworben und sitzen auf gigantischen unrealisierten Gewinnen. Zwar werden die Token für sie über festgelegte Pläne erst nach einer gewissen Haltedauer liquide, aber es gilt als wahrscheinlich, dass sie maßgeblich an den Abverkäufen beteiligt sind.


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Kann sich Bitcoin unter diesen Umständen halten?

Wenn sich tatsächlich eine Ausdehnung des Krieges einstellen sollte und Israel und Iran direkt gegeneinander ins Feld ziehen, dann beginnt für Bitcoin eine Bewährungsprobe. Dann würde sich nämlich zeigen, ob die ETF-Käufer eingestiegen sind, weil sie in Bitcoin einen sicheren Hafen sehen oder ob sie schlicht das Halving für ein Spekulationsgeschäft nutzen wollten.

Ersteres würde bedeutet, dass Bitcoin trotz Krise gut abschneiden würde, aber im zweiten Fall käme es zu massiven Abverkäufen. Davon wären aber vermutlich auch andere Assets betroffen und nicht nur der Kryptomarkt. Investierte Anleger sollten also das politische Geschehen genau verfolgen und ihre Spot-Positionen bei Bedarf absichern. Sollten sich die Ereignisse in Nahost überschlagen, dann könnte der Kryptomarkt extrem turbulent werden.

Die auf unserer Webseite veröffentlichten Beiträge spiegeln die persönliche Meinung der Redakteure und ihre persönliche Einschätzung der Marktsituation wider. Sie stellen keine Anlageberatung oder Empfehlungen dar. Alle Veröffentlichungen dienen der bloßen Information. Sie sind nicht an Ihre individuelle Situation angepasst und können und sollen nicht eine persönliche und qualifizierte Anlageberatung durch hierzu qualifizierte Berater ersetzen. Der Handel mit Kryptowährungen stellt immer ein Risiko dar. Sofern Sie hier angebotene Informationen nutzen, oder Ratschlägen folgen, handeln Sie eigenverantwortlich.

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